Preisverleihung
Walter-Scheel-Preis geht an Auma Obama

Der Preis erinnert an den ersten deutschen Entwicklungsminister, Walter Scheel, und ehrt besonderes Engagement in der Entwicklungszusammenarbeit
Walter Scheel im Profil, 1970er Jahre
Walter Scheel im Profil, 1970er Jahre © Archiv des Liberalismus, FD-121, Foto Darchinger

Anlässlich des 50. Jahrestages der Gründung des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, dessen erster Minister Walter Scheel war, wurde 2011 der Walter-Scheel-Preis durch die Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit, die Walter-Scheel-Stiftung und den Freundeskreis Walter Scheel ins Leben gerufen. Seither wird der Preis alle zwei Jahre für besonderes Engagement in der Entwicklungszusammenarbeit verliehen. In diesem Jahr geht er an Dr. Auma Obama.

Über sein europapolitisches Engagement stieß Walter Scheel auch auf die Probleme der „Dritten Welt“, die aus seiner Sicht im deutschen Politikbetriebzu wenig beachtet wurden. Seine große Chance kam nach der Bundestagswahl vom September 1961, als die CDU/CSU ihre absolute Mehrheit verloren hatte und mit der FDP Koalitionsverhandlungen führte. Dabei setzte Scheel die Einrichtung eines „Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit“ durch. Er musste dabei heftigen Widerstand aus dem Auswärtigen Amt und dem Wirtschaftsministerium überwinden, die Kompetenzen und Ressourcen abgeben sollten.

Binnen Kurzem wurde unter seiner Leitung ein neues Ministerium aufgebaut, das sich vor allem den Beziehungen zu den Ländern und Regionen auf der Südhalbkugel widmete und ihre wirtschaftliche Entwicklung förderte. Im Zeichen der Globalisierung ist die Bedeutung der internationalen Entwicklungszusammenarbeit deutlich gestiegen; auch hier erwies sich Walter Scheel als weitsichtiger politischer Pionier.

Besuch der Dar-es-Salaam-Kinondoni-Siedlung in Tansania, 1962
Besuch der Dar-es-Salaam-Kinondoni-Siedlung in Tansania, 1962 © Archiv des Liberalismus, FS3-70

Über die Preisträgerin

Dr. Auma Obama wurde als Tochter eines kenianischen Regierungsbeamten in Nairobi geboren. Die Lektüre der Werke Brechts und Bölls weckte in ihr den Wunsch, im Heimatland der Schriftsteller zu leben. So studierte Obama in Heidelberg Germanistik und Soziologie und promovierte an der Universität Bayreuth. Nach beruflichen Stationen in Deutschland und Großbritannien kehrte sie nach Kenia zurück und gründete die "Auma Obama Foundation – Sauti Kuu". Die Stiftung bereitet benachteiligte afrikanische Kinder und Jugendliche auf ein selbstbestimmtes Leben vor. Die "Starken Stimmen" (Sauti Kuu) der jungen Menschen sollen gehört und ihre Meinung respektiert werden. Die "Auma Obama Foundation – Sauti Kuu" fördert dabei ein positives Selbstbild sowie die Befähigung zu Eigeninitiative und selbstverantwortlichem Handeln.

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Jordi Razum, Kommunikationsreferent
Jordi Razum
Kommunikationsreferent
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