Diversität
Förderung der Vielfalt durch soziale Medien: Höhepunkte des Studenten-Workshops in Pekanbaru, Riau

student workshop in pekanbaru

Teilnehmer, FNF und Mentoren des Studenten-Workshops in Pekanbaru, 26.-29 Mai 2023.

Tag 1: Schaffung von Voraussetzungen der Förderung von Vielfalt

Der Workkshop begann am Freitag mit Begrüßungsreden von Tantowi und Yuni, den Veranstaltern von SEJUK. Tantowi ging auf den Grund für die Wahl von Pekanbaru als Veranstaltungsort ein und erwähnte die ungleiche Behandlung, der die Bewohner der Region ausgesetzt sind. Beispielsweise müssten Personen mit nichtmuslimischem Glauben in bestimmten Gebieten wie Padang ein Kopftuch tragen. Yuni betonte die Notwendigkeit für Journalisten, den Kontext der Probleme zu berücksichtigen, über die sie berichten, und sich über mögliche Lösungen zu informieren. SEJUK ermutigt Journalisten, kritisch zu denken und Lösungsvorschläge zu machen, um Vielfalt zu fördern.

Nach den Eröffnungsreden begrüßten Aurelia (Programmreferentin der Friedrich-Naumann-Stiftung), Ibu Youngest Itah (Leiterin der Abteilung für internationale Zusammenarbeit, Ministerium für Gesetz und Menschenrechte) und Ellya (Vertreterin des Studentenpresse-Instituts in Pekanbaru) die Teilnehmer und hoben nochmals die Bedeutung von Vielfalt in den Medien hervor und wie wichtig es sei, Menschenrechte anzuerkennen.

Im Anschluss daran gab es eine kleine Einführungsrunde, in der sich die Studierenden kurz vorstellten und ihre Erwartungen an den Workshop teilten. Verbesserte Berichterstattungsfähigkeiten, eine offene Denkweise für Fragen rund um Vielfalt und die Möglichkeit des Vergleichs zwischen Studentenpresse-Institutionen waren unter anderem gemeinsame Ziele.

Den ersten Vortrag hielt Nurul Bahrul von Kupipedia.id und Kupi und beleuchtete dabei die Perspektive sozialer Medien als alternative Medien. Sie betonte, wie wichtig es sei, Verständnis für die demografischen Unterschiede der Menschen, ihre täglichen Herausforderungen sowie ihr Medienverhalten zu haben.

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Saidiman von Saiful Mujani Research & Consulting referierte im Anschluss über die Prinzipien des Diversity-Journalismus. Er sprach über politische Systeme, Demokratie, Freiheit und den Zustand der Demokratie in Indonesien. Besonders wichtig war es ihm zu betonen, wie entscheidend die Beteiligung der indonesischen Bürger an Entscheidungsprozessen, der Verteidigung des Landes und der Bürgerrechte sei. Saidiman nannte zudem die Notwendigkeit von Freiheit, Toleranz und der Akzeptanz von Niederlagen bei demokratischen Wahlen und erklärte, dass diese Prinzipien für den gesellschaftlichen Fortschritt entscheidend seien.

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Saidiman erläutert die Umfragen zum indonesischen Demokratieindex.

Daniel Awigra, der Direktor der Human Rights Working Group, hielt eine nachdenklich stimmende Präsentation über Vielfalt, Menschenrechte, Diskriminierung und die Rolle von Journalisten bei der Förderung einer Menschenrechts-Perspektive. Er hob spezifische Fälle und Themen hervor, darunter Wohnschwierigkeiten aufgrund religiöser Unterschiede, Bestattungsbeschränkungen aufgrund ethnischer Zugehörigkeit, Cybermobbing, LGBTQ-Rechte und Diskriminierung von schutzbedürftigen Gruppen. Auch ihm war es ein ernstes Anliegen, nochmals zu unterstreichen, wie wichtig die Wahrung der Menschenrechte sowie der Religions- und Meinungsfreiheit seien.

Awigra sprach zudem über die Rolle der Medien bei der Aufklärung der Öffentlichkeit und der Bekämpfung von Diskriminierung sowie die Herausforderungen, die sich durch kulturelle und religiöse Praktiken ergeben. In seiner Präsentation stellte Awigra den Teilnehmern eine zum Nachdenken anregende Frage: "Ist Vielfalt ein Segen oder ein Unglück?" Diese Frage verdeutlicht die Komplexität und die Herausforderungen, die mit Vielfalt verbunden sind. Sie erinnert uns an die fortlaufenden Bemühungen, eine Gesellschaft zu schaffen, die Unterschiede respektiert sowie Inklusion und Gleichheit fördert.

Seinen Vortrag schloss Awigra mit einer Diskussion mit den Studenten und Studentinnen über die Rechteinhaber nach internationalen und nationalen Rahmenbedingungen und die Rolle des Staates bei der Erfüllung seiner Verpflichtungen.

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Awigra begann seinen Vortrag mit dem Thema „Schutz gefährdeter Gruppen“.

Tag 2: Erforschung des Diversity-Journalismus und der Medientechniken

Der zweite Tag des Workshops begann mit einer Reflexion über Vielfalt, um auf seine nachfolgenden Präsentationen einzustimmen. Ahmad Junaidi, der Direktor von SEJUK und Dozent an der Untar, referierte über die Prinzipien des Diversity-Journalismus. Er betonte die Tendenz der Medien, sich auf private Angelegenheiten zu konzentrieren, und gab Tipps für die Durchführung von Diversity-Journalismus. Dazu gehöre zum Beispiel die Verwendung offener Fragen sowie die Anpassung von Fragen mit mehreren Optionen, um verschiedene Perspektiven zu fördern.

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Ahmad Junaidi stellte den Leitfaden zur Berichterstattung über Vielfalt vor, um die journalistischen Fähigkeiten der Teilnehmer zu verbessern.

Feby Indirani, Schriftstellerin und Aktivistin für Frauenrechte, erörterte die Darstellung von Frauen und des Geschlechts in den Medien. Sie beleuchtete geschlechterspezifische Vorurteile, die Repräsentation in den Medien und verzerrte Wahrnehmungen. Indirani betonte, wie wichtig es ist, bei der Erstellung von Medieninhalten Vorurteile und Intersektionalität zu erkennen. Sie ging auch auf die Herausforderungen ein, mit denen Kinderlose konfrontiert seien, sowie auf die Unterrepräsentation von Frauen als Nachrichtenquellen. Abschließend erörterte Indirani Machtdynamiken, die Auswirkungen des Patriarchats und die Notwendigkeit, idealisierte Frauenbilder zu hinterfragen.

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Dian Lestari zeigte danach eine Präsentation über das Schreiben von Merkmalen der Vielfalt. Sie berichtete zunächst von einer Fallstudie über die Zerstörung einer Moschee der Ahmadiyya-Gemeinde in Sintang, Westkalimantan. Danach erörterte Lestari Leitlinien für die Durchführung von Interviews und das Verfassen von Beiträgen, die verschiedene Perspektiven darstellen. Am Ende ihres Vortrags betonte sie das aktive Zuhören, den Umgang mit Emotionen und die gründliche Recherche vor dem Schreiben eines jeden Beitrages.

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Dian berichtete im Rahmen des Projekts Multatuli über ihre Erfahrungen mit dem Angriff auf die Ahmadiyah in Sintang.

Goen Goenawan, ein ehemaliger SCTV-Journalist, teilte sein Fachwissen über die Dokumentation von Diversity-Videos. Er sprach über Schlüsselelemente wie Storytelling, Audioqualität und Aufnahmeregeln für wirkungsvolle Videos. Außerdem gab er Tipps zum Aufbau von Interviews, zu Aufnahmetechniken und zur Verwendung der Ausrüstung. Er betonte dabei die Bedeutung umfassender Recherchen, zuverlässiger Quellen und ethischer Praktiken bei der Erstellung journalistischer Videos.

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Vortrag von Goen Goenawan.

Tag 3: Besichtigungen und Videoproduktion

Am dritten Tag wurden die Teilnehmer in vier Gruppen aufgeteilt und hatten die Möglichkeit, verschiedene Einrichtungen von örtlichen Gemeinschaften einiger Minderheiten zu besuchen: die katholische Kirche, die Organisation für sozialen Wandel in Indonesien (OPSI), die sich für die Rechte von Sexarbeitern einsetzt, die Ahamadiyya- sowie die Baha'i-Gemeinde. Diese Besuche lieferten wertvolle Einblicke in diverse religiöse Praktiken und förderten ein tieferes Verständnis für religiöse und nicht-religiöse Minderheiten.

Tag 4: Reflexion und Präsentation der Videos

Der letzte Tag des Workshops begann mit Reflexionen über die Erfahrungen der vorherigen Tage. Die Teilnehmer teilten ihre Gedanken und Erkenntnisse, die sie während des Workshops gewonnen hatten, und betonten die Bedeutung von Vielfalt in den Medien und in der Gesellschaft.

Der Workshop endete mit der Präsentation der von den Teilnehmern erstellten Videos, die die Eindrücke ihrer Besuche in den Gemeinschaften einfingen. Diese Videos sollten helfen, Bewusstsein zu schaffen und den Dialog über Vielfalt und Inklusion zu fördern.

Fazit

Der Workshop "Advocating Diversity through Social Media" (Förderung der Vielfalt durch soziale Medien) bot eine bereichernde Plattform an Inhalten für Nachwuchsjournalisten und Autorinnen, um die Bedeutung der Vielfalt ihrer Arbeit besser zu verstehen und zu nutzen. Durch fesselnde Präsentationen, anregende Diskussionen und Besuche vor Ort erhielten die Teilnehmer wertvolle Einblicke und praktisches Wissen über die Förderung von Vielfalt über verschiedene Medienkanäle. Der Workshop diente als Katalysator für die Förderung von Aufgeschlossenheit, die Ermutigung zur Erstellung inklusiver Inhalte und das Einsetzen für Gleichberechtigung und Repräsentation in den indonesischen Medien. Durch die Nutzung sozialer Medien haben engagierten Personen die Möglichkeit, verschiedene Stimmen zu verstärken, Vorurteile zu bekämpfen und zu einer integrativeren Gesellschaft beizutragen.

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Dieser Artikel wurde von Jana Dietrich geschrieben. Sie absolviert derzeit ein viermonatiges Praktikum bei FNF Indonesia, nachdem sie ihr Austauschsemester an der Universitas Gadjah Mada, Yogyakarta, Indonesien, beendet hat. Sie hat einen Hintergrund in Politikwissenschaft, speziell Internationale Beziehungen, und ist noch dabei, ihren Abschluss zu machen.