Weltfrauentag

Liberalismus ist Feminismus

Der Liberalismus steht für Selbstbestimmung. „Jeder Mensch soll faire Chancen haben, sich gemäß den eigenen Talenten und Ideen zu entfalten, von eigener Arbeit zu leben und nach eigener Fasson glücklich zu werden. Das ist das Ziel liberaler Chancenpolitik: Bildung und Befähigung von Menschen zu selbstbestimmtem Leben und zur selbstbestimmten verantwortungsbewussten Teilhabe in Wirtschaft, Politik und Bürgergesellschaft”: So ist es in den Karlsruher Freiheitsthesen der FDP für eine offene Bürgergesellschaft festgehalten. „Jeder Mensch“: das bedeutet, dass ein Unterscheidungsmerkmal wie das Geschlecht für Selbstbestimmung und Selbstverwirklichung keine Rolle spielen soll. So steht es auch im Programm der FDP zur Gleichberechtigung in einer liberalen Gesellschaft. Schon seit langem ist die Gleichberechtigung von Männern und Frauen eine liberale Forderung. Insofern gibt es nicht nur einen „liberalen Feminismus“, wie der FDP-Vorsitzende Christian Lindner auf dem Bundesparteitag 2019 sagte, sondern mehr noch: Liberalismus ist Feminismus.

Feminismus ist Optionenvielfalt für Frauen, mit gleichen Rechten und Chancen ihr Lebensmodell zu leben und zu ändern

Thomas Sattelberger
Thomas Sattelberger

Wer sich, wie Liberale es tun, für ein selbstbestimmtes Leben aller einsetzt, der muss den Blick auch auf die Hindernisse werfen, die Frauen aufgrund ihres Geschlechts im Weg stehen. Das liberale Prinzip der Leistungsgerechtigkeit gilt nicht nur für Männer, sondern auch und ganz besonders für diejenigen Frauen, die allein deshalb, weil sie eine Frau sind, weniger verdienen als der männliche Kollege. Die Chancengerechtigkeit für Kinder, durch Bildung ihren Lebensweg selbst zu bestimmen, gilt nicht nur für Jungen, sondern sie muss sich genauso an Mädchen wenden, die für sich immer noch bestimmte Berufe aufgrund alter Rollenbilder ausschließen. Und ein wirklich selbstbestimmtes Leben kann nur gelebt werden, wenn die Gesellschaft Paaren nicht vorgibt, wie sie die Kinderbetreuung aufzuteilen haben.

Wenn Sie ein Frau das nächste Mal als "bossy" bezeichnen wollen, sagen Sie lieber: sie hat Führungsqualitäten

Foto: Sheryl Sandberg
Sheryl Sandberg

So korrekt der Satz des liberalen Wirtschafts-Nobelpreisträgers Milton Friedman ist, nach dem die gesellschaftliche Verantwortung der Unternehmen gerade darin liegt, ihre Gewinne zu steigern, so sehr läuft es freilich dem Menschenverstand zuwider, wenn sich Unternehmen trotz Fachkräftemangels und wissenschaftlich belegter Zusammenhänge von Diversität und Unternehmenserfolg mit der Zielgröße „null” für die Zahl der Frauen in ihren Vorständen zufrieden geben. Es ist dies wohl auch kaum im Sinne der Share- holder, von den Stakeholdern ganz zu schweigen. Respekt und Anerkennung für die Leistungsfähigkeit von Frauen drücken sich darin sicher auch nicht aus. Deshalb sollten die Unternehmen zwar von der Politik keine starren Quoten beispielsweise für Vorstandspositionen auferlegt bekommen, sie sollten aber sehr wohl angehalten werden, sich eine verbindliche Selbstverpflichtung zur Erhöhung des Frauenanteils in ihren Vorstandsgremien wie auch auf anderen Führungsebenen zu geben.

Anlässlich des Weltfrauentages haben wir zudem erstmalig eine globale Kampagne zum Thema Gleichberechtigung und Frauenrechte vorgestellt. Mehr Informationen zu dieser finden Sie hier.

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Johann Ahlers
Johann Ahlers
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