US-Wahlen
Der Kampf um den Senat – Warum jetzt alles an Georgia hängt

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Die US-Präsidentschaftswahl mag entschieden sein, aber um die Mehrheit im Senat wird weiterhin erbittert gekämpft. Aktuell kämen die Demokraten im Senat auf 48 Sitze und die Republikaner auf 50 Republikanische. Die beiden fehlenden Senatoren werden Georgia vertreten, wo es im Januar gleich zwei Stichwahlen gibt.

Der Grund dafür: Im Jahr 2019 trat ein Senator wegen Gesundheitsproblemen vorzeitig zurück und seine Nachfolgerin Kelly Loeffler wurde vom Gouverneur von Georgia ernannt. Sie steht jetzt erstmals zur Wahl. Der andere Senator David Perdue steht turnusmäßig zur Wahl. Beide amtierenden Senatoren sind Republikaner. Der Wahlausgang kann also den Status Quo noch einmal radikal ändern. Wenn es den Demokraten gelingt, dort beide Sitze zu gewinnen, würde das zu einer Pattsituation im Senat führen. In dem Falle würde dann die neue Vizepräsidentin Kamala Harris die entscheidende Stimme haben und den Demokraten so die volle Kontrolle über die Legislative ermöglichen. Woran liegt es, dass es in Georgia im Gegensatz zu den anderen Bundesstaaten Stichwahlen gibt?

1968 engagiert sich die afroamerikanische Community zunehmend politisch. Um diesem Einfluss entgegenzuwirken, wurde in Georgia beschlossen, dass ein Kandidat mehr als 50% der Stimmen braucht, um die Senatswahl zu gewinnen. Tut er das nicht, kommt es zu einer Stichwahl. Genau dieser Fall ist jetzt eingetreten. Die Stichwahl wird erst im Januar 2021 stattfinden, aber schon jetzt wird stark die Wahlkampftrommel gerührt. Das kostet. CNBC schätzt, dass Demokraten und Republikaner gemeinsam mehr als $200 Millionen für den Wahlkampf bereitstellen werden - eine Rekordsumme. Für die demokratischen Herausforderer John Ossof und Raphael Warnock wird es wahrscheinlich trotzdem schwierig gegen die beiden Republikaner gewinnen. Georgia ist traditionell ein konservativ geprägter Staat und es käme einer kleinen Sensation gleich, sollten beide Sitze an die Demokraten gehen.