Innovationskongress
Die Revolution der Wirtschaft

Auf dem 3. Innovationskongress 2019 ging es um die Biologisierung der Wirtschaft sowie die Standort- und Innovationspolitik Deutschlands
Die erste Talkrunde auf dem Innovationskongress 2019
Die erste Talkrunde auf dem Innovationskongress 2019 zum Thema "Wie innovationsfit ist Deutschland?" v. l. n. r.: Prof. Dr. Uwe Cantner (Vorsitzender Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI) der Bundesregierung), Prof. Dr.-Ing. Martin Neumann MdB (Sprecher für Energiepolitik der Fraktion der Freien Demokraten im Deutschen Bundestag), Moderatorin Corinna Lampadius, Dr. Wolfgang Große Entrup (Hauptgeschäftsführer des Verbands der Chemischen Industrie e. V.), Dr.-Ing. Stefan Rinck( Vorstandsvorsitzender der SINGULUS TECHNOLOGIES AG, Mitglied des Senats der AiF) © Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit / photothek / Thomas Köhler

Innovationen beeinflussen uns alle – sei es privat oder für erfolgreiche Unternehmen. Sie tragen dazu bei, Ressourcen effizienter einzusetzen und die Umwelt zu schützen. Ohne technischen Fortschritt in Form innovativer Techniken und Produkte wären viele politischen Ziele nicht erreichbar und es würde uns allen schlechter gehen. Der 3. Innovationskongress 2019 der Friedrich-Naumann-Stiftung in Kooperation mit der Fraunhofer-Gesellschaft, der Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungseinrichtungen (AiF e. V.) und dem Verband der Chemischen Industrie (VCI e. V.) widmete sich daher der Frage, wie die Politik zu einem innovationsfreundlichen Klima beitragen kann.

Nach der einleitenden Keynote von  Prof. Dr. Uwe Cantner, dem Vorsitzenden der Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI) der Bundesregierung, stand die Frage im Mittelpunkt, wie innovationsfit Deutschland derzeit ist. Die aktuellen Entwicklungen zeigen, dass die Entwicklungszeiten innovativer Produkte und Technologien wichtiger werden, während sich zeitgleich die Marktzeiten verkürzen. Das erhöhe das Risiko für forschende Unternehmen. In der von Corinna Lampadius moderierten Diskussion zwischen Prof. Dr. Uwe Cantner (Vorsitzender Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI) der Bundesregierung), Prof. Dr.-Ing. Martin Neumann MdB (Sprecher für Energiepolitik der Fraktion der Freien Demokraten im Deutschen Bundestag), Dr. Wolfgang Große Entrup (Hauptgeschäftsführer des Verbands der Chemischen Industrie e. V.), Dr.-Ing. Stefan Rinck (Vorstandsvorsitzender der SINGULUS TECHNOLOGIES AG, Mitglied des Senats der AiF) um die deutsche Innovationstätigkeit landete die Diskussionsrunde thematisch automatisch bei der Energieversorgung, die vor weitreichenden Umbrüchen steht. Man müsse sich mehr national und international austauschen, wurde im Gespräch gefordert. Der Staat solle außerdem nur die Zielriechtung vorgeben, sodass weiterhin technologieoffen nach Lösungswegen geforscht werden kann.

Biologie und Ökonomie

Im Anschluss widmete sich das erste Panel der Tatsache, dass biotechnologische Forschung und Entwicklungen eine immer wichtigere Rolle einnehmen – beispielsweise bei Turnschuhen, die aus Spinnenseide hergestellt werden, wie Dr. Kathrin Rübberdt (Leiterin der Abteilung Biotechnologie er DECHEMA) berichtete. Ein großer Leuchtturm der Biotechnologie ist beispielsweise die Lebensmittelindustrie, besonders beim Fleischersatz. Prof. Dr.-Ing. Thomas Bauernhansl (Leiter des Fraunhofer-Instituts für Produktionstechnik und Automatisierung IPA) nannte einen Burger als Beispiel, der in den USA auf den Markt gekommen ist und dessen Fleischgeschmack mithilfe genmodifizierter Pilze erzeugt wird. Das Beispiel zeige ein Problem des deutschen Innovationsstandortes, da gentechnische Verfahren hier keine Akzeptanz fänden, selbst wenn sie Tierleid verhindern können. Rübberdt machte außerdem darauf aufmerksam, dass Chemie und Biotechnologie keine Gegensätze seien. Beide haben unterschiedliche Vorteile und können kombiniert werden, um durch Technologieoffenheit die besten Lösungen zu erreichen.

Zweite Talkrunde auf dem Innovationskongress 2019
Das erste Panel zum Thema "Biologisierung der Wirtschaft – Evolution oder Revolution der Industrie?" v. l. n. r.: Dr. Ricardo Gent (Geschäftsführer der Deutschen Industrievereinigung Biotechnologie im Verband der Chemischen Industrie e. V.), Prof. Dr.-Ing. Thomas Bauernhansl (Leiter des Fraunhofer-Instituts für Produktionstechnik und Automatisierung IPA), Moderatorin Corinna Lampadius, Dr. Marion Jung (General Management, ChromoTek GmbH), Dr. Kathrin Rübberdt (Leiterin der Abteilung Biotechnologie der DECHEMA) © Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit / photothek / Thomas Köhler

Innovationsstandort Deutschland

Im zweiten Panel ging es um Standort- und Innovationspolitik in Deutschland. Thomas Sattelberger MdB (Sprecher für Innovation, Bildung und Forschung der Bundestagsfraktion der Freien Demokraten) forderte, nicht immer reflexartig nach Europa zu blicken: „Innovationspolitik ist auch immer eine nationale Anstrengung.“ Deutschland befände sich auch im Wettbewerb mit anderen Regionen Europas – viel zu oft wäre mit dem Ruf nach Europa gemeint, dass wir es nicht alleine schaffen würden und die Verantwortung abgeben wollten. Raoul Klingner von der Fraunhofer-Gesellschaft betonte, dass auch die Marktmacht Europas ein entscheidender Vorteil sein kann, wenn man kluge regulatorische Rahmen setzt. Henning Banthien, der Generalsekretär der Plattform Industrie 4.0, stimmte dieser Einschätzung zu: "Die Europäische Union ist ein größerer Binnenmarkt als die USA." Klingner drängte außerdem darauf, schneller im Innovationsprozess zu werden und plädierte daher für Frei- und Experimentierräume und mehr politischen Mut bei der Erprobung neuer politischer Instrumente.

Am Ende steht fest: Es wäre noch genug Stoff für einen 4. Innovationskongress vorhanden, der im kommenden Jahr folgen wird.

Teilnehmer der dritten Talkrunde des Innovationskongresses 2019
Die Teilnehmer des zweiten Panels zum Thema "Standort- & Innovationspolitik – zwei Seiten der gleichen Medaille?" mit dem Leiter des Hauptstadtbüros der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit, Hilmar Sattler v. l. n. r.: Henning Banthien (Sprecher der Geschäftsführung der IFOK GmbH und Generalsekretär der Plattform Industrie 4.0), Dr. h.c. Thomas Sattelberger MdB ) Sprecher für Innovation, Bildung und Forschung der Fraktion der Freien Demokraten im Deutschen Bundestag), Prof. Dr.-Ing. habil. Reimund Neugebauer (Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft e. V.), Hilmar Sattler (Leiter des Hauptstadtbüros der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit) © Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit / photothek / Thomas Köhler

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Jordi Razum, Kommunikationsreferent
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