Europa
Exiljournalisten stellen #jetztschreibenwir vor

Launch-Party der neuen Beilage von Exiljournalisten
Beilage
© Freiheit.org

„Ich wünsche mir, dass Europa fest zusammensteht und sich weiter offen für Geflüchtete zeigt, die ihre Heimat verlassen müssen“, sagt Hend Taher bei der Launch-Party der Beilage „Wir in Europa“, die am Freitagabend im Tagesspiegel-Haus vorgestellt wurde.

Die aus Ägypten stammende Hend Taher ist eine der neun Autoren der Beilage, in der Exiljournalisten unter dem Titel „Wir in Europa“ zwei Tage vor der Europawahl im Berliner Tagesspiegel ihre Sicht auf Europa vorgestellt haben. Hareth Almukdad aus Syrien ist immer noch fasziniert von der Reisefreiheit in der EU, die auch für anerkannte Flüchtlinge gilt: „Mit meinem Flüchtlingspass kann ich 28 Länder bereisen, ohne Kontrolle, ohne Fragen, ohne Bürokratie - in der arabischen Welt muss ich mühsam ein Visum für jedes arabische `Bruderland` beantragen.“ Wie er den Grenzübertritt von Deutschland nach Tschechien im Bus verschlafen hat und es nicht fassen konnte, dass er plötzlich im Nachbarland aufwacht, beschreibt Hareth Almukdad im Aufmacherartikel der Beilage, die am Freitag (24. Mai) im Tagesspiegel erschienen ist.

Weltoffene Gesellschaft

Dieses mehrfach preisgekrönte Kooperationsprojekt der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit, des Tagesspiegel und der Robert Bosch Stiftung soll die Perspektiven der Geflüchteten in die deutsche Debatte einbringen. Seit Herbst 2016 sind im Rahmen des Projektes eine von Exiljournalisten gestaltete Tagesspiegel-Ausgabe #jetztschreibenwir sowie die Beilagen „Wir wählen Freiheit“ vor der Bundestagswahl 2017 und „Heimaten“ im vergangenen Jahr erschienen. Die Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit setzt sich für eine weltoffene Gesellschaft ein und sieht es als Chance, wenn neue Mitglieder der Gesellschaft ihre Erfahrungen, Perspektiven und Fähigkeiten einbringen.

Der Blick von außen führt den Gästen im vollen Tagesspiegel-Saal manchmal auch nur vor Augen, welchen Wert vermeintlich selbstverständliche Dinge haben: Der Geflüchtete Ahmad Kaliji rief in seinem Video die Deutschen auf, bei der Wahl zum EU-Parlament ihre Stimme abzugeben: Denn in seinem Heimatland kämpfen die Menschen für freie Wahlen und er selbst darf in Deutschland nicht mitwählen.

Als „special guest“ hat der syrische Youtuber und Buchautor Firas Alshater seiner Wahlheimat Deutschland dann den Spiegel vorgehalten - auf gewohnt humorvolle Art: Es ging um „German Angst“, von der er fürchtet, dass sie ihn mittlerweile auch schon ergriffen hat. Und um Freiheit. Nachzulesen in seinem Buch „Versteht einer die Deutschen. Firas erkundet ein merkwürdiges Land“ (Ullstein 2018).