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Wird Wohneigentum unerreichbar?

In kaum einem anderen Land ist die Diskrepanz zwischen Traum und Realität bei der Bildung von Wohneigentum größer als in Deutschland. Neun von zehn Jugendlichen wollen bereits mit 30 Jahren in den „eigenen vier Wänden“ wohnen. Die Wahrheit: Nur die allerwenigsten können sich den Traum vom eigenen Haus verwirklichen. Steigende Zinsen könnten den Eigentumserwerb jetzt sogar noch schwieriger machen. Unser Policy Paper zeigt, warum Wohneigentum so wichtig ist und zeigt Wege auf, wie Wohneigentum auch in Zukunft erreichbar bleibt.

Dies ist ein Auszug aus unserer Publikation, die Sie hier in unserem Shop herunterladen können.

Der Ukraine-Krieg: Neuer Wohnraum wird dringender denn je benötigt

Der Krieg in der Ukraine hat zu einer massiven Fluchtbewegung geführt. Nach offiziellen Angaben wurden zwischen Ende Februar und dem 16. Juli 2022 909.740 Personen aus der Ukraine im deutschen Ausländerzentralregister (AZR) registriert. Die gesamte Dimension der Fluchtbewegung nach Deutschland sowie in andere europäische Länder ist noch nicht absehbar und wird stark vom weiteren Fortgang der Kriegshandlungen abhängen. Neben Lösungen zur kurzfristigen Bereitstellung von Übernachtungsunterkünften braucht es auch langfristige Lösungen. Denn noch ist völlig unklar, ob und wann die Menschen aus der Ukraine in ihre Heimat zurückkehren können. Ein Ende des grausamen Krieges ist zumindest derzeit nicht in Sicht. Es stellt sich also die Frage, ob und wie viele zusätzliche Wohnungen auf dem deutschen Wohnungsmarkt benötigt werden.

Viele ukrainische Geflüchtete verfügen über ein hohes Bildungsniveau

Erfahrungen aus der Vergangenheit zeigen, dass es die meisten Geflüchteten schwer haben, auf dem Wohnungsmarkt Fuß zu fassen. Immer wieder ist von Erfahrungsberichten zu hören, in denen geflüchtete Familien jahrelang auf der Suche sind – teilweise ohne Erfolg. Für die Ukrainerinnen und Ukrainer könnten die Chancen besser stehen. Für sie existieren keine rechtlichen Hürden bei der Arbeitsaufnahme, viele Geflüchtete verfügen über ein hohes Bildungsniveau, und gleichzeitig existiert ein nahezu flächendeckender Arbeitskräftemangel in Deutschland. Die Voraussetzungen sind also sehr gut, damit die Integration auf dem Arbeitsmarkt schnell gelingen könnte.

Eine Studie des Forschungsinstituts Empirica hat die Auswirkungen dieser Fluchtbewegung auf den Wohnungsmarkt wissenschaftlich untersucht. Maximal gehen die Forscher von bis zu 1,29 Millionen Geflüchteten aus der Ukraine in Deutschland aus, wodurch ein kurzfristiger Bedarf von 500.000 Wohnungen entstehen würde. Bei einem Szenario mit 800.000 Geflüchteten läge der Bedarf bei 310.000 Wohnungen. Bei 300.000 Geflüchteten würden 120.000 Wohnungen benötigt

Genügend Wohnungen in Deutschland vorhanden

Aufgrund des existierenden Leerstands von 1,6 Millionen Wohnungen müssten nicht alle Wohnungen neu gebaut werden – rein rechnerisch wären in Deutschland sogar schon heute genügend Wohnungen vorhanden. Allerdings ist davon auszugehen, dass es viele Geflüchtete in die Städte zieht, so dass nur ein Teil des vorhandenen Leerstands genutzt werden kann. Für den Fall von 1,29 Millionen Geflüchteten ergäbe sich demnach ein rechnerischer Neubaubedarf von 230.000Wohnungen. Bei 800.000 Geflüchteten läge der Neubaubedarf bei 140.000 Wohnungen. Bei 300.000 Geflüchteten wäre ein Neubau von 50.000 Wohnungen notwendig.

Die Autoren der Studie sehen diese Aufgabe in Anbetracht des ohnehin ehrgeizigen Neubauziels der Bundesregierung von 400.000 Wohnungen pro Jahr durchaus machbar. Die Schaffung neuer Wohnungen ist also dringender denn je. Bereits jetzt ist klar, dass aufgrund des Zuzugs auch in Zukunft mit keiner Entspannung der Wohnungsnachfrage in den Großstädten zu rechnen ist. Ohne neue Wohnungen wird man die zusätzliche Nachfrage nicht decken können und es bestünde die Gefahr eines Verdrängungswettbewerbs um erschwingliche Wohnungen.

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Helena von Hardenberg, Presse und Digitale Kommunikation
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