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Monika Zajkova
© Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit
Monika Zajkova
© Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit

„Liberale Ansichten in einer konservativen Gesellschaft zu vertreten ist sehr schwer, aber es ist auch sexy sich von den anderen zu unterscheiden“, sagt Monika Zajkova mit einem frechen Grinsen. Die 29-jährige Abgeordnete ist die zweitjüngste Abgeordnete im nordmazedonischen Parlament (Vlada) in Skopje und eine der beiden Vertreterinnen der liberalen Partei Nordmazedoniens - der Liberaldemokratischen Partei (LDP).

Zajkova quote

Trotz ihres Alters hat sie fast ein Jahrzehnt Erfahrung in der Politik - sie trat 2011 dem LDP-Jugendflügel bei und wurde 2017 dessen Vorsitzende. Zajkova, die einen Abschluss in Rechtswissenschaften hat, arbeitete bei vier Wahlkampagnen mit, bevor sie sich 2020 selbst als Abgeordnete zur Wahl stellte. Sie war Beraterin der parlamentarischen Fraktionsmehrheit im vorherigen nordmazedonischen Parlament und Kabinettschefin des Ministers für lokale Selbstverwaltung ihrer Partei in der vorherigen Regierung.

Eines der schwierigsten Dinge, mit denen man sowohl als Frau als auch als Liberale zu kämpfen hat, sind die vorherrschenden Stereotype. „Für Frauen ist es unheimlich schwer in der Politik anerkannt zu werden, insbesondere wenn man jung ist, denn die Wahrnehmung ist immer, dass dir jemand zum Aufstieg verholfen hat“, sagt Zajkova.

Wahrnehmungen über die Rolle der Frauen im politischen Leben des Landes sind in Nordmazedonien schon lange ein Problem. Tatsächlich errangen bei den ersten demokratischen Wahlen 1990 nur fünf Frauen einen Sitz in die Legislative. 1994 waren es gerade einmal vier. Dieses selbst für diese Region beispiellose Ausmaß an (Unter-)Repräsentation wurde mit einem konsequenten und gründlichen Vorstoß zur Beibehaltung und Erhöhung der Quoten bekämpft.

Zitat Monika Zajkova
© Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit

„Theoretisch haben wir die Quoten im Parlament, aber es ist immer noch ein Problem der Wahrnehmung - wir haben diese Frauen auf den Parteilisten nur wegen der Quoten, nicht weil die Gesellschaft glaubt, dass Frauen genauso gute Politiker wie Männer sein können. Es gibt also noch viel zu tun”, stellt Zajkova fest.

„Wir leben in einer patriarchal geprägten Gesellschaft mit stereotypen Rollenbildern. Frauen müssen sich vorrangig der Haus- und Familienarbeit widmen und Politik würde sie nichts angehen; viele Leute sagen, dass wir unfähig sind, wichtige Entscheidungen zu treffen”, fügt die LDP-Politikerin hinzu.

Während ihrer Zeit in der aktiven Politik hat sie gesehen, dass sich die Einstellung gegenüber Frauen zum Besseren wandelt, aber sie glaubt, dass noch viel mehr getan werden muss. Ein weiteres Problem ist das allgemeine Misstrauen der Menschen gegenüber der Politik. Aber jung und relativ neu in der Politik zu sein, hat manchmal auch Vorteile.

„Im Allgemeinen wird jeder Politiker sofort als korrupt abgestempelt, aber vielleicht nehmen sie uns jüngere Leute nicht als solche wahr, weil wir neue Gesichter sind. Vielleicht sehen sie in mich den Hoffnungsträger, der Dinge besser machen kann”, sagt der LDP-Politikerin.

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