Besuchsprogramme
Frauen in der Politik - Politische Fähigkeiten für zukünftige weibliche Führungskräfte

IAF - BP Jordan

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Welchen Titel oder welches Amt wir auch immer innehaben mögen, es ist das, was wir tun, was uns ausmacht. Jeder von uns muss entscheiden, was für ein Mensch wir sein wollen - was für ein Vermächtnis wir weitergeben wollen.

IAF - Queen Rania
Königin Rania Al Abdullah von Jordanien

Das Streben nach Freiheit und Gleichberechtigung ist eine ständige globale Herausforderung für die Büros der Friedrich-Naumann-Stiftung, und die Unterstützung unserer Partner in diesen Fragen bleibt unsere oberste Priorität. Daher baten die Büros im Libanon und in Jordanien den European Dialogue in Brüssel und die Besuchsprogramme der Internationalen Akademie für Führungskräfte (IAF), einen Online-Workshop für ihre Partnerinnen zu organisieren. Wir hatten das große Vergnügen, das Programm "Women in Politics - Political Savvy Skills for Future Female Leaders" (Frauen in der Politik - Politische Fähigkeiten für zukünftige weibliche Führungskräfte) für 17 hoch motivierte und faszinierende weibliche Führungskräfte mit unterschiedlichem Hintergrund und Expertise durchzuführen.

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Tag 1

Die Auftaktveranstaltung mit Sana Afouaiz von der Womenpreneur Initiative in Brüssel war ein vielversprechender Start in ein lebendiges und interaktives Online-Programm. Aufgrund sozialer und wirtschaftlicher Schwierigkeiten in Jordanien und im Libanon sowie der Herausforderungen, die sich aus der globalen Pandemie ergeben, wurde die Gleichstellung der Geschlechter in der libanesischen und jordanischen Gesellschaft vernachlässigt, und Cyber-Mobbing gegen Frauen ist ein täglich wiederkehrendes Problem. Um letzteres zu bekämpfen, gab Sana praktische Ratschläge und Tipps, wie man negative Kommentare von Gegnern in positive Reden umwandeln kann. Die Teilnehmer wurden in Gruppen eingeteilt, und jede Gruppe wurde gebeten, eine Sprecherin zu wählen, die in ihrem Namen eine Rede hält und die Forderungen der Gruppe vorbringt. Anschließend mussten die Teilnehmer über die beste und überzeugendste politische Rede abstimmen und begründen, warum sie diese gewählt hatten. Diese Sitzung erwies sich als interessanter und interaktiver Einstieg in eine vielversprechende Woche.

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Tag 2

Am zweiten Tag hatten wir das große Vergnügen, zwei erfolgreiche junge Frauen in der Politik zu treffen, Abir al Sahlani, Mitglied des Europäischen Parlaments, und Gyde Jensen, Mitglied des Deutschen Bundestages. Beide gaben inspirierende und energiegeladene Tipps, gefolgt von einer interaktiven Fragerunde.

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Abir al-Sahlani, die mit dem kulturellen Hintergrund unserer Teilnehmerinnen vertraut ist, war eine Bereicherung für unser Programm zur Stärkung der Rolle der Frau, da sie sich gut in die Probleme und Herausforderungen der Frauen in Jordanien und im Libanon hineinversetzen konnte. Sie sprach verschiedene geschlechtsspezifische Themen an, schlug ein geschlechtersensibles Budget in der Politik vor und brachte starke Argumente vor, um Politiker von dieser Finanzierung zu überzeugen. Sie betonte, wie wichtig ein stabiles Netzwerk und vor allem ein erweitertes und breites Wissen über die eigenen Themen sind, um Kompetenz und Emotionen zu steigern. Sie riet unseren Teilnehmerinnen auch, mehr Männer zu ermutigen, sich aktiv am Kampf für eine starke weibliche politische Vertretung in Jordanien und Libanon zu beteiligen.

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Unser nächster Gast, Gyde Jensen, wurde 2017 als jüngste weibliche Abgeordnete in den Deutschen Bundestag gewählt. Sie betonte die Notwendigkeit, dass Frauen den Kampf für Freiheit und Gleichberechtigung gemeinsam aufnehmen müssen, anstatt gegeneinander zu konkurrieren. Sie erläuterte, wie solche gesellschaftlichen Veränderungen in der Regel ablaufen, indem sie zunächst in der Gesellschaft und im persönlichen Umfeld umgesetzt und dann in das Parlament (z.B. durch Gesetzesänderungen) übertragen werden. Ihre interessanten Ausführungen und die aufschlussreichen Fragen im Anschluss führten zu einem informativen und lebendigen Informationsaustausch.

Tag 3

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Wir hatten die großartige Gelegenheit, mit Adam Vink, dem Projektleiter der EWA (Europäische Frauenakademie) der ALDE-Partei in Brüssel zu sprechen. Er stellte die EWA und die Zusammenarbeit mit der Friedrich-Naumann-Stiftung "Alliance of Her" vor. Deren Alumni-Netzwerk, Advocacy- und Führungstrainings konzentrieren sich auf die weiblichen Stimmen und ihre Forderungen im politischen Bereich. In Anbetracht der Tatsache, dass Frauen in der Politik nach wie vor ungleich vertreten sind und in öffentlichen und politischen Ämtern immer noch diskriminiert werden, hat es sich EWA zur Aufgabe gemacht, liberale Frauen zu vernetzen und sie bei ihren Zielen professionell zu unterstützen. Die Sitzung bot eine anregende Diskussion, und die Tatsache, dass ein männlicher Redner unsere weiblichen Teilnehmer unterstützt und ermutigt hat, war eine erfrischende und motivierende Sichtweise auf das Thema.

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Um in der Politik aktiv zu sein, müssen Frauen starke Verbündete haben und dürfen nicht miteinander konkurrieren, auch nicht über Parteigrenzen hinweg, empfahl Karen Melchior, Europaabgeordnete der Renew Europe Group. Sie betonte die Notwendigkeit einer offenen und ehrlichen Diskussion über die Hindernisse, mit denen Frauen konfrontiert sind, und die Belästigungen, denen sie am Arbeitsplatz und in der politischen Arena ausgesetzt sind. Sie warnte davor, dass das sich immer weiter ausbreitende Cyber-Mobbing keine Form der freien Meinungsäußerung sei und dass sich die Menschen immer mehr hinter der Anonymität des Internets versteckten. Sie forderte die Teilnehmer auf, so zu sein, wie sie sind, und nicht so, wie andere sie sehen wollen. Dies erhöht ihrer Meinung nach die Glaubwürdigkeit und Vertrauenswürdigkeit des Einzelnen; zwei Eigenschaften, die heutzutage immer seltener anzutreffen sind. Sie ermutigte unsere Teilnehmerinnen auch, auf ihre Fähigkeiten und ihr Wissen zu vertrauen und sich nicht selbst in Frage zu stellen, wie es Frauen oft tun. Dies wird ihnen helfen, das nötige Selbstvertrauen zu erlangen, um sich trotz der Herausforderungen, denen sie auf ihrem Weg begegnen könnten, nicht von der politischen Bühne zurückzuziehen.

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Unser letzter Tag endete mit der inspirierenden Anne Brasseur, einer besonderen Frau mit einer großen Geschichte in der Politik. Ihre erstaunliche politische Karriere als luxemburgische Kabinettsministerin, Bildungsministerin und Präsidentin der Parlamentarischen Versammlung des Europarats und ihre ruhige und charismatische Persönlichkeit haben uns sehr beeindruckt. Sie ermutigte unsere Teilnehmerinnen, ihr politisches Engagement fortzusetzen und sich zu engagieren, da nur 10 % aller Länder eine weibliche Führungskraft haben. Sie riet ihnen, auf andere Mitglieder der Arabischen Liga zuzugehen, um ihre Netzwerke und ihren Einfluss auszuweiten. Darüber hinaus motivierte sie unsere Teilnehmerinnen, niemals aufzugeben, auf ihre Fähigkeiten zu vertrauen und sich nicht von Kritik davon abhalten zu lassen, ihre Hoffnungen und Träume zu verwirklichen.

Dieses Programm hat uns deutlich vor Augen geführt, wie wichtig eine gerechte, gleichberechtigte und tolerantere Welt ist und dass mehr Menschen für ihre Rechte und eine bessere Zukunft kämpfen müssen - genau wie unsere weiblichen Führungskräfte.