Bosnien
25 Jahre Dayton

Ein „unfertiges Land“ auf dem schwierigen Weg nach Europa
Dayton
© FNF

Vor gut 25 Jahren, am 14. Dezember 1995, wurde in Paris formell ein Friedensabkommen unterzeichnet, das dem ersten, äußerst blutigen Krieg in Europa nach Auflösung des Ost-West-Konflikts ein Ende setzte. Dieses Abkommen ist bis heute prägend für das politische System des Landes, weil es auch den Verfassungsrahmen für Bosnien-Herzegowina festgelegt hat.

Ein Vierteljahrhundert später ist es an der Zeit, Bilanz zu ziehen, denn von der damals großen Erleichterung und Euphorie über das Ende des Krieges und den nachfolgenden Wiederaufbau ist wenig übriggeblieben. Seit Jahren schon stehen sowohl die verfassungsmäßige Ordnung, die führenden politischen Akteure sowie das gesamte politische und wirtschaftliche System in der Kritik. Ineffizienz der Institutionen, mangelhafte Infrastruktur, endemische Korruption und „Brain Drain“ sind hier nur einige der oft zu hörenden Stichworte.

Land ohne Zukunft?

Die Gefahr, dass das Land inmitten seines sich schleppend hinziehenden Transitionsprozesses gänzlich stecken bleibt und das Gefühl von Unsicherheit immer mehr in Resignation umschlägt, zeigt auch eine aktuelle - von der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit in Auftrag gegebene - Umfrage auf so bedrückende wie alarmierende Weise unter dem Titel: “The Dayton Generation – The Future of Bosnia and Herzegovina in the Eyes of Young People“.

In der vorliegenden Dokumentation, die die beiden Hauptvorträge einer digitalen Veranstaltung der Stiftung in Sarajevo am 02. Dezember 2020 zu „25 Jahre Dayton – Ein ‚unfertiges Land‘ auf dem schwierigen Weg nach Europa“ vereint, werden die zentralen Ergebnisse dieser Umfrage vorgestellt und kommentiert.

Des Weiteren zieht die Historikerin Marie-Janine Calic in ihrem Beitrag eine ernüchternde Bilanz der bisherigen Entwicklung des Landes.

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