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Landwirtschaft

Versorgungskrisen verhindern

Vor Beginn des Krieges in der Ukraine haben Russland und die Ukraine zwölf Prozent der international gehandelten Kalorien produziert. Durch den weitgehenden Wegfall dieser Exporte hat sich das Angebot an Nahrungsmitteln auf dem Weltmarkt deutlich verknappt.Das hat zu starken Preissteigerungen und Lieferausfällen geführt. In der Folge steht die Welt im Jahr 2022 vor einer Hungerkrise. Besonders den bevölkerungsreichen, aber finanzarmen Ländern in Nordafrika drohen Versorgungsengpässe. Beispielsweise Ägypten, Libanon und Eritrea bezogen in der Vergangenheit einen Großteil ihres Weizens aus Russland und der Ukraine – der weit entfernte Konflikt und die einseitige Abhängigkeit gefährden nun die Versorgung. Dabei produzieren Landwirte in aller Welt mehr als genug Nahrungsmittel um die gesamte Menschheit zu versorgen.

Update für die Zukunft

Krisen wie diese können nur als Weltgemeinschaft entschärft werden. Durch eine weltweite Öffnung der Agrarmärkte und internationale Kooperation können Warenaustausch und Nahrungsmittelproduktion gestärkt werden. Wo heute noch Barrieren den Austausch von Agrar-Gütern verhindern, sollten Waren zukünftig einfacher grenzüberschreitend gehandelt werden können. Im Falle einer kritischen Knappheit können dann Agrarprodukte aus der gesamten Welt das lokale Angebot stützen. Der Handel am Weltmarkt würde dann die Preise durch eine internationale Abgleichung von Angebot und Nachfrage bestimmen. Im Falle von regionalen Ernteausfällen würden die Nahrungsmittelpreise zwar überall geringfügig steigen. Die betroffenen Regionen müssten die horrenden Preissteigerungen jedoch nicht alleine tragen. Im Zusammenspiel von Aussaat- und Erntezyklen könnte das tatsächliche
Angebot auf dem Weltmarkt zwar nicht kurzfristig angepasst werden – aber lokale Spitzen geglättet und handfeste Krisen umgangen werden. Gleichzeitig kann ein effizienterer Umgang mit den vorhandenen Lebensmitteln die Situation verbessern. Weltweit wird rund ein Drittel der Nahrungsmittel vor dem Konsum entsorgt. Durch besser koordinierte Transporte, digitale Lebensmittelverwaltungssysteme und geschlossene Kühlketten könnten die Abfälle verringert und das Nahrungsangebot erweitert werden.

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© Eigene Darstellung; Quelle: Foreign Agricultural Service (US-Agrarministerium; 2022)
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© Quelle: WTO (2022)