Walter Scheel
Walter Scheel – Gründer des BMZ

Walter Scheel bei einer Rede vor dem deutschen Bundestag
Walter Scheel bei einer Rede vor dem deutschen Bundestag © ADL, Audiovisuelles Sammlungsgut, FD-93 Darchinger

Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) feiert sein 60-jähriges Jubiläum. Gegründet wurde es von dem liberalen Politiker Walter Scheel. Er war liberaler Vordenker und hat die Außenpolitik Deutschlands stark geprägt.

Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) feiert sein 60-jähriges Jubiläum. Am 14. November 1961 begann mit der Ernennung von dem liberalen Politiker Walter Scheel zum Minister die Geschichte des BMZ. Entwicklungszusammenarbeit war vor der Gründung des BMZ eher Privatsache. Basierend auf der Idee von „Entwicklungshilfe“ waren es vor allem Kirchen und Nicht-Regierungs-Organisationen, die sich außerhalb Deutschlands gemeinnützig engagierten. Das Verankern der Entwicklungszusammenarbeit in der Politik nannte der Vorstandsvorsitzende der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit Karl Heinz Paqué „die große Leistung von Walter Scheel“.

Der liberale Politiker musste sich dabei starkem Widerstand stellen. Sowohl das Auswärtige Amt als auch das Wirtschaftsministerium haben nur widerwillig Kompetenzen und Ressourcen abgegeben und so hatte das BMZ bis zu Beginn der 1970er Jahre vor allem eine koordinierende Rolle. Dennoch begann unter Scheel das neu geschaffene Ministerium – damals Bundesministerium nur für wirtschaftliche Zusammenarbeit – bald Kooperationen mit Ländern hautsächlich des globalen Südens. Der Schwerpunkt der Arbeit lag auf der Wirtschaftsförderung und der Eingliederung der Kooperationsländer in den Weltmarkt. Auch die Wahrung der Außenhandelsinteressen Deutschlands standen im Fokus. Scheel erwies sich mit Blick auf die weltweit fortschreitende Globalisierung und die wachsende Bedeutung von internationaler Entwicklungsarbeit als Pionier.

Durch Scheels Einsatz im BMZ bot sich der Bundesrepublik auch die Möglichkeit eines politischen und finanziellen multilateralen Engagements. Es wurden neue Strategien gesucht, um Demokratie und Wohlstand international voranzutreiben und Frieden zu sichern. Mit dem BMZ konnte auch Deutschland sich an diesem Vorhaben beteiligen. Durch die Arbeit in der Internationalen Entwicklungsorganisation, der Weltbank und den Vereinten Nationen stärkte Scheel somit auch die Gestaltungsspielräume deutscher Außenpolitik.