Holocaust-Gedenktag
"Seid Menschen." - Der Aufruf Margot Friedländers muss uns jeden Tag Mahnung sein.
Denkmal für die ermordeten Juden Europas
© picture alliance/dpa | Fabian SommerAm 27. Januar 2026 jährt sich die Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz zum 81. Mal. Je länger die Befreiung der dort unter unvorstellbaren unmenschlichen Bedingungen eingesperrten Menschen, die gefoltert, brutal misshandelt und ermordet wurden, zurückliegt, desto geringer werden die Möglichkeiten, Zeitzeugen aktiv in die Erinnerungsarbeit einzubeziehen.
Für viele junge Menschen ist es zweifellos schwierig, sich das ungeheure Geschehen und die Gräueltaten des Nationalsozialismus vorzustellen. Zeitzeugen vermitteln nachdrücklich und emotional ansprechend, wie Menschen des NS - Unrechtsregimes aufgrund ihrer Rassenideologie andere Menschen wegen ihrer Religion, Herkunft oder sexuellen Orientierung systematisch ausgegrenzt und als nicht lebenswert behandelt haben. Deshalb muss die Erinnerungsarbeit das Zeugnis der Zeitzeugen lebendig halten, was der Verein Zweitzeugen beeindruckend leistet. den ich in NRW unterstütze.
Es ist unerlässlich, Schülerinnen und Schülern zu vermitteln, dass das Menschheitsverbrechen der Schoa mehr ist als Zahlen, Daten und Fakten. Es sind Millionen Einzelschicksale. Familien erlitten unendliches Leid und wurden teilweise ganz zerstört. Das darf nie vergessen werden. Das darf nie verharmlost werden. Das darf nicht zu einem Geschichtsereignis unter vielen anderen werden.
Jüdinnen und Juden werden auch heute zu Feindbildern und Sündenböcken gemacht, der Antisemitismus nimmt seit Jahren zu. Und er nimmt zu nach dem Terrorübergriff der Hamas am 7. Oktober 2023 mit über tausend israelischen jüdischen Opfern und mehreren hunderten Geiseln, die erst nach 2 Jahren freikamen, soweit sie die Tortur überlebt haben.
Der Aufruf Margot Friedländers, die im vergangenen Jahr nach einem bewegten Leben verstarb, muss uns jeden Tag Mahnung sein:
„Seid Menschen! Es gibt kein christliches, kein jüdisches, kein muslimisches Blut. Es gibt nur menschliches Blut. Wir sind alle gleich. Was war, können wir nicht mehr ändern. Aber es darf nie wieder geschehen. Ich sage nochmals: Seid Menschen.“
Es wäre gut, wenn sich die Gesprächspartner bei den Verhandlungen zur Zukunft des Lebens im Gazastreifen von dieser Mission von Margot Friedländer leiten ließen.