LGBT Rights
Zwischen Tel Aviv und Jerusalem: Das LGBT+ Leben in Israel

Pride Gay Parade 2012

© By David Azagury, U.S. Embassy Tel Aviv, CC BY-SA 2.0 <https://www.flickr.com/photos/46886434@N04/7179990585/licenses/by-sa/2.0>, via flickr.com

Im Jahr 2018 schrieb Benjamin Netanyahu, er sei stolz darauf, Premierminister eines Landes zu sein, das „konsequent die bürgerliche Gleichheit und die Bürgerrechte aller seiner Bürger unabhängig von Rasse, Religion, Geschlecht oder sexueller Orientierung hochhält“. Dies tat er in einem Brief an den Weltkongress für jüdische LGBT-Gruppen, nachdem der Kongress ihm zuvor vorgeworfen hatte, internationale Touristen mit dem Schein von Inklusivität und Fortschritt anzulocken, aber zugleich die eigenen Bürger aufgrund von sexueller Orientierung oder ihrer Geschlechtsidentität zu diskriminieren. In diesem Fall ging es um die Möglichkeit, für homosexuelle Paare Leihmutterschaft in Anspruch zu nehmen, was Netanyahu zuvor noch befürwortet hatte. Letzten Endes stimmten er und die Regierungsparteien aber dagegen.

 

In der Tat ist es so, dass Israel in der Vergangenheit in Diskussionen um den Nah-Ost Konflikt betont hat, dass das Land Menschenrechte achte und LGBT-freundlich und tolerant ist, vor allem im Vergleich zu dessen Nachbarländern. Tausende Touristen werden jedes Jahr von der Pride in Tel Aviv angezogen. Auch in deutschen Pride-Zügen ist oft die Flagge Israels, manchmal auch mit einem Regenbogen-Muster, schwer zu verfehlen. Doch wie gerechtfertigt ist die Darstellung als offenes und LGBT-freundliches Land wirklich, wenn LGBT+ Aktivisten noch im Jahr 2018 ihrer eigenen Regierung Scheinheiligkeit vorwarfen? Wie lebt es sich wirklich als Mitglied der LGBT+ Gemeinschaft in Israel, und welchen Unterschied machen dabei der Familienumkreis, der Ort des Lebens, und die religiösen Überzeugungen aus? Dieser Artikel soll einen differenzierteren Überblick über das LGBT+ Leben in Israel geben, der auf mehreren Gesprächen mit LGBT+ Organisationen und Experten in ganz Israel sowie auf zufällig befragten LGBT+ Personen aus Tel Aviv und Jerusalem beruht

 

Es ist unbestreitbar, dass Israel im Nahen Osten eine Vorreiterstellung bezüglich der LGBT Community und ihrer Rechte wahrnimmt. Ein lesbisches Paar in Tel Aviv betont, dass sie sich in Tel Aviv sicherer fühlen als zum Beispiel auf Reisen in Berlin oder London, Städte die eigentlich einen ähnlich guten Ruf haben: “In London fühlt man sich vielleicht im Zentrum oder auf einer Pride Parade sicher, aber im Bus zur Unterkunft und in mehreren Teilen der Stadt wurden wir schon unangenehm angeschaut oder grob angesprochen. In Tel Aviv hingegen sieht man wirklich in fast jeder Bar oder Restaurant eine Regenbogenfahne, und hat auch kein unwohles Gefühl selbst um vier Uhr morgens auf dem Weg nach Hause“.  Eine solche Wahrnehmung war nicht selten unter den Interviewten, von denen viele Tel Aviv nicht nur als Vorreiter in Sachen LGBT+ Rechte im Nahen Osten, sondern in der ganzen Welt beschreiben. Das ist nicht allzu überraschend, wenn man bedenkt, dass nach Schätzung von Behörden die LGBT+ Gemeinschaft in Tel Aviv mehr als 25% der Gesamtbevölkerung ausmacht. Dies führe sogar dazu, dass LGBT+ Lokale und Clubs zahlenmäßig abnehmen – der Bedarf für sogenannte „safe zones“ sei schlichtweg nicht mehr gegeben.

 

Einen sehr großen Kontrast zu Tel Aviv findet man in Jerusalem, wo LGBT+ Leben nicht ansatzweise so offen zu sehen ist. Alle unsere Gesprächspartner betonen, dass Jerusalem als Ort besonderer religiöser Bedeutung und auch als ein Mittelpunkt des Nah-Ost Konflikts deutlich mehr Spannungen und Intoleranz gegenüber LGBT+ Menschen aufweist. Michael Ross, Gründer und Leiter der Organisation „Mother Has Arrived“, die den von der Friedrich Naumann Stiftung Jerusalem unterstützten englischsprachigen LGBT+ Podcast „Straight Friendly Global“ betreibt, erlebte dies mit eigenen Augen. Im Jahr 2015 wurden sechs Teilnehmer der Jerusalem Pride Parade vom ultra-Orthodoxem Yishai Schlissel niedergestochen. Eins der Opfer, die 16-jährige Shira Banki, erlag den Wunden drei Tage später.

Zwar schockiert von den Ereignissen, stellt Michael fest, dass auch er von vielen anderen Bekannten weiß, die von rechten Radikalen angegriffen oder beschimpft wurden. Auch hebt er hervor, dass die unwissenschaftlich und schädlich Konversiontherapie in Jerusalem aber auch in vielen anderen Teilen Israels sehr verbreitet ist: „Jedes Jahr werden etliche Jugendliche und Erwachsene aus Kanada und den USA für sogenannte „summer camps“ nach Israel geschickt. Dies könnte steigen, wenn die Praxis in vielen Ländern zurecht verboten wird“. Shay Bramson, Vorsitzender der Organisation Havruta, die den Kampf gegen Konversionstherapie schon seit Jahren koordiniert und die Interessen religiöser LGBT+ Juden vertritt, weist auf die langfristig schweren psychischen aber auch physischen Folgen der Praxis hin, die er selber am eigenen Leibe erfahren hat. Er merkt auch an, dass das israelische Gesundheitsministerium zwar im Jahr 2014 die Öffentlichkeit vor den Schäden von Konversionstherapie warnte, aber dann die Übernahme des Ministeriums durch Yaakov Litzman aus der ultra-orthodoxen Partei Agudat Yisrael de facto dazu geführt hat, dass Berichte und Anzeigen von Konversionstherapie vom Ministerium ignoriert wurden.

 

Stav Baruch, die für die LGBT+ Organisation „Jerusalem Open House“ arbeitet, spricht auch den manchmal schwierigen Umgang mit Behörden wie der Polizei an. Zwar gab es in den letzten Jahrzehnten deutliche Fortschritte – seit dem Mord 2015 ist der Polizeischutz bei der Pride Parade verstärkt worden - aber es gibt doch immer noch Sicherheitskräfte, die Meldungen von Hassverbrechen und Diskriminierung nicht ernst nehmen bzw. bei Beschimpfungen und Anfeindungen durch nationalreligiöse Juden nicht schnell genug einschreiten. Anfeindungen sind auch nicht selten, wie es sich erst letztens wieder zeigte: auf dem Weg zu einer Veranstaltung Tel Aviv wurden Jerusalem Open House Mitglieder von einer Gruppe Jugendlicher beschimpft, mit Steinen beworfen und auch physisch angegangen, bis vorbeilaufende Soldaten diese dann ermahnten und zum Verschwinden aufforderten.

 

Dieser Tag, so Stav, war für alle Betroffenen ein einziger Rückschlag und Schock. Wie auch dieser Fall zeigt, wäre es falsch zu behaupten, dass solche Taten nur von Mitgliedern der ultraorthodoxen, oder anderen sehr religiösen Gemeinschaften begangen werden. In Jerusalem sind wir mit ähnlichen Handlungen aus allen Teilen der Gesellschaft konfrontiert, unabhängig von ihrer ethnischen Zugehörigkeit, ihr0065m religiösen Hintergrund oder sogar ihrem Alter. Sie weist außerdem darauf hin, dass der Briefkasten und die Schilder des Jerusalem Open House mehrfach über Nacht mutwillig zerstört wurden und dass LGBT+ Personen manchmal bestimmte Stadtteile oder Gegenden meiden, die als sehr intolerant gelten.  In abgeschiedenen Gegenden wie Me’Shearim werden Fremde im Allgemeinen nicht sonderlich warm empfangen. Allerdings würde dort das offene Tragen von LGBT+ Symbolen wie der Regenbogenflagge, definitiv nicht helfen, akzeptiert zu werden.

 

Trotzdem zeigt auch Jerusalem nicht repräsentativ das ganze Bild vom LGBT+ Leben in Israel. Wie Michael Ross betont, sind Jerusalem und Tel Aviv gewissermaßen Extreme eines Spektrums. Es gibt tolerante Städte wie Haifa, aber auch Kommunen, in denen es durchaus ähnlich wie in Jerusalem zugehen kann – alles kann je nach Ort und auch religiöser Zugehörigkeit des Umfeldes sehr unterschiedlich sein. Er zeigt auch auf, dass in Israel der Diskurs über LGBT+ Rechte sehr oft die Interessen der hebräisch-sprachigen LGBT+ Personen priorisiert, die vor allem in Tel Aviv politisch gut vernetzt sind. Eine wichtige Facette des LGBT+ Lebens in Israel, die im internationalen Diskurs sehr kurz kommt, ist hingegen die Perspektive und Situation von arabischen LGBT+ Personen in der Region. Diese variiert je nach Ort ebenso stark. So beschreibt Michael Ross, wie arabische Israelis in Haifa sich deutlich mehr mit jüdischen LGBT+ Organisation austauschen und auch zusammenarbeiten, wohingegen bei Jerusalemer Palästinensern Misstrauen und Abweisung aufgrund des umstrittenen Status von Ost-Jerusalem und der Siedlungspolitik überwiegen.

 

Betty Ezri, ein Mitglied der „Israeli LGBT+ Task Force Aguda“ beschreibt, wie sich im Zuge der Polarisierung innerhalb der israelischen Gesellschaft und einem politischen Rechtsruck diese Spannungen in den letzten Jahren verstärkt haben. Sie hingegen habe in ihrer Jugend Jerusalems LGBT+ Community als deutlich durchmischter erlebt, als einen Ort wo zum Beispiel ultra-Orthodoxe und palästinensische LGBT+ Personen oft miteinander geredet und sich ausgetauscht haben. Betty betont jedoch, dass viele aus Tel Aviv unterschätzen, wie viel queeres Leben es in Jerusalem auch heute noch gibt, wenn man nur genauer hinschaut: "Es überrascht nicht, dass die allgemeine gesellschaftliche Spaltung über den israelisch-palästinensischen Konflikt in Jerusalem die LGBT+-Gemeinschaft nicht unberührt gelassen hat, aber Außenstehende, die an gemischte Städte wie Jerusalem nicht gewöhnt sind, könnten das LGBT+-Leben oft übersehen, selbst wenn sie direkt daran vorbeilaufen".

 

Spannungen in Jerusalem werden auch in Gesprächen mit mehreren LGBT+ Palästinensern erwähnt, die aus Sicherheitsgründen anonym bleiben wollen. Es wird das Dilemma angesprochen, dass viele Araber auf der Suche nach Akzeptanz in manchen Teilen Israels nur auf jüdische LGBT+ Organisationen und Aktivisten zurückgreifen können, mit denen sie eigentlich aufgrund des Nahost-Konflikts nicht immer zusammenarbeiten oder kooperieren wollen. Zwar erkennen sie an, dass sie innerhalb der arabischen Gesellschaft, sei es innerhalb Israels oder den besetzten Gebieten, starker Diskriminierung und oft sogar Verfolgung ausgesetzt sind. Allerdings fühle es sich für sie befremdlich an, mit Gruppen aus einem Staat zu arbeiten, der ihre Familien und Freunde aus ihren Häusern in Jerusalem und der West-Bank vertreibt. In solchen Fällen würden ihnen LGBT+ Rechte in Israel wenig bringen, vor allem, wenn sie selbst außerhalb des israelischen Staatsgebietes leben. Zugleich betonten auch LGBT+ Araber in Israel ihren Frust, nicht in der derzeitigen Regierung repräsentiert zu sein: die United Arab List, die einzige und historisch auch erste arabische Partei in israelischer Regierung, hatte sich in Koalitionsverhandlungen gegen Verbesserungen von LGBT+ Rechten gestellt, die sie schon während des Wahlkampfs stark kritisiert hatten.

 

Reut Naggar, eine bekannte LGBT+-Aktivistin und Feministin aus Tel Aviv, weist darauf hin, dass selbst LGBT+-Palästinenser, die nach Israel einreisen dürfen, um der Verfolgung zu entgehen, nicht unbedingt ein einfaches Leben führen. Das liegt daran, dass der israelische Staat diese Palästinenser nicht als Asylbewerber anerkennt, sondern ihnen eine befristete Aufenthaltsgenehmigung erteilt, die alle sechs Monate verlängert werden kann oder eben auch nicht. Diese Genehmigungen erlauben es ihnen ausdrücklich nicht, eine Arbeit aufzunehmen oder Zugang zur Gesundheitsversorgung oder zu sozialen Diensten zu erhalten. Dies führt laut Reut dazu, dass diese Palästinenser oft keine andere Möglichkeit sehen, als sich zu prostituieren oder anderweitig illegal zu arbeiten, ohne jegliche soziale Absicherung und mit der zusätzlichen Unsicherheit ihres Aufenthaltsstatus. 

 

Betty Ezri widerum merkt an, dass in Jerusalem aber auch Tel Aviv insbesondere die Trans-Community nicht genug Beachtung findet. So sind selbst in Tel Aviv Transpersonen einem deutlich höherem Gewaltpotenzial ausgesetzt und oft Opfer von Hassverbrechen und Anfeindungen: „Die Probleme, die von der von Männern dominierten LGBT+ Gemeinschaft in Israel angesprochen werden, sind meistens die Öffnung der Ehe, Adoptionsrechte und das Thema der Leihmutterschaft. Obwohl dies an sich wichtige Themen sind, haben viele Trans-Personen nicht den Luxus über diese Probleme überhaupt nachzudenken: viele haben Probleme eine Arbeitsstelle zu finden, adäquate Gesundheitsversorgung, oder ganz banal zum Supermarkt zu gehen ohne sich Gewalt oder Beschimpfungen auszusetzen.”

 

Für Reut ist auch dies Zeichen einer fragmentierten und heterogenen LGBT+ Community in Israel. Sie stimmt zwar der Aussage, dass LGBT+ Menschen in Israel ein vergleichsweise gutes Leben führen können zu, aber unter dem Vorbehalt das dies nicht gleichwertig für Frauen, für Transpersonen und auch für Araber gilt. Sie ist in diesem Zusammenhang nicht sonderlich überrascht von der Meinung, dass die israelische Regierung die LGBT+ Gemeinschaft oft instrumentalisiert, um von der Besetzung palästinensischer Gebiete abzulenken: „Das frustrierende bei der ganzen Sache ist, dass die Regierung sich ständig Erfolge und Fortschritte bei LGBT+ Rechten zuschreibt, obwohl es eigentlich unterfinanzierte Aktivisten und andere Einzelpersonen sind, die sich durch Demonstrationen, politische Arbeit und vor allem auch durch Gerichtsklagen ihre Rechte erkämpfen mussten.“

 

Bei dem eingangs erwähnten Thema der Leihmutterschaft konnte ein Erfolg für die LGBT+ Community erzielt werden. Allerdings eben durch eine Gerichtsklage und nicht auf dem politischen Weg. Das Urteil vom obersten Gerichtshof war deswegen notwendig geworden, weil im israelischen Parlament sich keine Mehrheit für eine gesetzliche Änderung gefunden hatte, und sich konservative, ultra-orthodoxe und arabische Parlamentarier trotz eines früheren Gerichtsurteils dagegen wehrten. Es fühlt sich vor diesem Hintergrund dann befremdlich an, so Naggar, wenn die aktivistische Arbeit, die sich sehr oft gegen stark religiöse und konservative Einflüsse in der Gesellschaft stellen muss, auf einmal im Zusammenhang des Nahost-Konflikts verwendet werden. Dennoch gibt es auch etwas Anlass für Optimismus in der Zukunft. Die neue Regierung Israels ist deutlich zugänglicher und aktiver bei dem Thema, und nicht auf die Stimmen der ultra-orthodoxen und konservativen Parteien angewiesen. So sind schon LGBT-Programme im Bildungssektor wie auch in anderen Bereichen geplant, und auch auf das Thema der aufgenommen LGBT- Palästinenser und ihrer Aufenthaltsrechte wurde erst am 16. Januar von der Abgeordneten Ibtisam Mara‘ana in der Knesset aufmerksam gemacht, deren Partei auch Teil der neuen Regierung ist. Zusätzlich wurden erst vor kurzem vom israelischen Gesundheitsministerium Konversiontherapie-Angebote von medizinischen Fachkräften untersagt – ein erster Schritt in Richtung eines vollen Verbotes. 

 

An sich ist diese deutlich komplexer als wahrgenommene Lage für LGBT+ Personen in Israel nicht per se etwas einzigartiges. Auch in europäischen Ländern ist die Wahrnehmung eines Landes bezüglich LGBT+ Rechten oft von einer Bubble wie London oder Berlin stark geprägt, und auch dort werden unterrepräsentierte Minderheiten und Gesellschaftsgruppen oft nicht berücksichtigt Was dieses Phänomen in Bezug auf Israel jedoch besonders relevant macht, ist die Tatsache, dass diese international verzerrte Wahrnehmung von vielen als ein wichtiger Faktor für die Unterstützung der israelischen Regierung oder Israels im Allgemeinen angesehen wird Aber genauso wie es in der Gesamtgesellschaft in Israel unterschiedlichste ethnische Gruppen, politische Ausrichtungen und Standpunkte gibt, ist auch die LGBT+ Gemeinschaft dort kein homogener Monolith, der nur in Tel Aviv existiert. Vielmehr gibt es auch in Israel für LGBT+ Menschen sowohl Schattenseiten wie auch Fortschritt, die je nach Standort, Bevölkerungsgruppe, religiöser Ausrichtung und dem familiären und sozialen Umfeld mehr oder weniger stark ausgeprägt sind.  

 

Die Unterstützung des Existenzrechts Israels, aber auch die Solidarität und das Mitgefühl für das Leiden der Palästinenser können und müssen unabhängig von einer allzu vereinfachten internationalen Wahrnehmung Israels als LGBT+-Paradies gerechtfertigt werden. Man kann Israels Fortschritte bei den LGBT+ Rechten im Vergleich zu seinen arabischen Nachbarn - und auch zu einigen europäischen Ländern - unterstützen und loben, ohne dies zum Ausgangspunkt für die Bewertung wichtiger Fragen des internationalen Rechts, der Konfliktlösung und des Verhaltens der an dem anhaltenden Konflikt beteiligten Akteure zu machen. Auch kann man diese Vorreiterrolle anerkennen, ohne dabei die harte Arbeit der Aktivisten vor Ort, sowie die Erfahrungen und Perspektiven unterrepräsentierter Gruppen wie Frauen, Transpersonen und den Arabern sowohl in Israel wie auch den besetzten Gebieten außen vor zu lassen. Nur auf die Tel Aviv Pride zu schauen, wird den zahlreichen Facetten des LGBT+ Lebens in Israel auf jeden Fall nicht gerecht.

Autor Richard Wagenlander:

Richard Wagenlander studiert momentan Rechtswissenschaften an der University of Oxford. Er ist Stipendiat der Friedrich Naumann Stiftung und Mitglied des Beratungsgremiums der Vizepräsidentin der Liberal Democrats. Zusätzlich arbeitet er von Großbritannien aus mit dem liberalen Paddy Ashdown Forum an der Stärkung deutsch-britischer Beziehungen.