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Kamala Harris mag zwar die erste Vizepräsidentin der USA sein, aber sie wird nicht die letzte sein

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Vizepräsidentin Kamala Harris ist eines der bedeutendsten Mitglieder im Kabinett Joe Bidens – mehr noch als alle Vizepräsidenten vor ihr. Am 20. Januar 2021 wurde sie nicht nur die erste Frau, die erste Schwarze und die erste Amerikanerin mit südasiatischen Wurzeln, die dieses Amt bekleidet, sondern übernahm als Präsidentin des US-Senats auch die Rolle als entscheidende Stimme bei einem Patt von 50:50. Sowohl Präsident Biden als auch Vizepräsidentin Harris werden viel Aufmerksamkeit auf sich ziehen, während sie daran arbeiten, die Coronavirus-Pandemie in den Griff zu bekommen und die Wirtschaft wiederanzukurbeln. Doch Harris wird wegen ihrer geschichtsträchtigen Rolle im Weißen Haus in ein besonderes Rampenlicht rücken.

Allein die Symbolik von Harris im Weißen Haus ist bemerkenswert: Eine farbige Frau und Tochter von Einwanderern aus Indien und Jamaika wird als Vizepräsidentin über alle wichtigen politischen Fragen mitentscheiden. Als Harris am 20. Januar vereidigt wurde, hat sie eine der höchsten “glass ceilings” (Glasdecken) des Landes durchbrochen - ein Begriff, der oft verwendet wird, um die schwer überwindbaren Barrieren zu beschreiben, denen Frauen gegenüberstehen. Ihre historische Ernennung in das zweithöchste Amt der Vereinigten Staaten wird Generationen junger Mädchen dazu inspirieren, hohe Führungspositionen anzustreben. Das kollektive Bild der Amerikaner, wie ein Vizepräsident aussieht und klingt, wird sich erweitern und verändern.

Harris hofft, dass ihr Vermächtnis einen leichteren Weg für die Generation von Frauen nach ihr schaffen wird. Sie würdigte ihren historischen Sieg in einer Rede nach der Wahl im November: „Ich mag zwar die erste Frau in diesem Amt sein, aber ich werde nicht die letzte sein“, sagte sie in ihrer Siegesrede. „Denn jedes kleine Mädchen, das heute Abend zuschaut, sieht, dass dies ein Land der Möglichkeiten ist.“

Während ihrer eigenen Vorwahlkampagne für die Präsidentschaftskandidatur war Harris dafür bekannt, dass sie den Mädchen, die zu ihren Veranstaltungen kamen, besondere Aufmerksamkeit schenkte, indem sie ihnen Ratschläge zu Führungsqualitäten gab oder ihnen in ihren Ambitionen Mut machte. Jetzt, knapp zwei Monate nach ihrem Amtsantritt als Vizepräsidentin, hat Harris bereits bewiesen, dass sie einen starken Fokus auf die Stärkung von Frauen und deren Führungsrolle legt. Letzte Woche besuchte sie ein von Frauen geführtes Unternehmen in Alexandria, Virginia, um auf die Verabschiedung des Corona-Konjunkturpakets zu drängen, um Frauen und Familien, insbesondere weiblichen Kleinunternehmern, zu helfen. Sie rief auch führende Frauen im US-Kongress und in Interessenverbänden zu einem virtuellen Rundtischgespräch zusammen und schrieb letzten Monat einen Kommentar in der Washington Post, in dem sie die Abwanderung von Frauen aus der Arbeitswelt als "nationalen Notstand" bezeichnete.

Harris' Wahl markiert nicht nur einen Wendepunkt für Frauen in Führungspositionen und stellt die Weichen für den Abbau von Barrieren, sondern hat auch einen enormen symbolischen Wert für die Administration. Nach vier Jahren unter einem Präsidenten, der sich auf eine parteipolitische Strategie verlassen hat, die in erster Linie auf weiße Männer abzielt, repräsentiert die erste schwarze Frau im Amt, wie die Zukunft in den USA aussieht – weitaus vielfältiger als in der Trump-Welt. Harris wird nicht nur einen starken Kontrast zu den letzten vier Jahren bilden, sondern auch ein Symbol dafür sein, dass die Demokratische Partei sich mit einer Nation bewegt hat, die in den letzten Jahrzenten einen signifikanten demografischen Wandel erlebt hat.

Anders als in der Vergangenheit, in der sich einige Vizepräsidenten weitgehend aus der Öffentlichkeit heraushielten, hat Harris jetzt die Möglichkeit ihr öffentliches Profil zu verstärken, um sich weiter für eine zukünftige Präsidentschaftskandidatur zu positionieren. Biden, der der älteste Präsident in der Geschichte der Vereinigten Staaten ist, wird weithin als eine Übergangsfigur angesehen, und dies könnte Harris' Gelegenheit sein, sich als die Zukunft der Demokratischen Partei zu zeigen. Aber Harris muss gleichzeitig Spannungen mit Biden vermeiden, der noch nicht entschieden hat, ob er in vier Jahren wieder kandidieren wird.

Der historische Sieg der Vizepräsidentin wurde bereits zweimal in Washington, D.C. gewürdigt, zuerst in einer Installation aus zerbrochenem Glas, die vor dem Lincoln Memorial zu sehen war, und nun mit einer Häkelinstallation im Freien, die Harris anlässlich des Internationalen Frauentags ehrt.

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Helena von Hardenberg
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