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Taiwan: Stiller Sieg über Corona

Taiwan liefert Best Practice bei der Bekämpfung von Covid 19. Aber niemand soll davon erfahren.
Karl-Heinz Paqué
Karl-Heinz Paqué © Photothek / Thomas Imo

Die World Health Organisation (WHO) mit Sitz in Genf ist derzeit in aller Munde. Logisch, denn überall auf der Welt versuchen Regierungen, die Ausbreitung von Corona zu verhindern. Es gibt dabei erste Erfolgsmeldungen aus Asien. Genannt wird dabei vor allem Südkorea, und zu Recht. Aber eine Insel mit 23,6 Millionen Einwohnern, direkt vor den Toren der riesigen Volksrepublik China, der Geburtsstätte des Virus, war mindestens genauso erfolgreich: Taiwan. Aber die WHO verschweigt dies. Ein Skandal, humanitär und politisch. Unser Vorstandsvorsitzender Professor Paqué erläutert die Erfolgsgeschichte.

Erinnern wir uns: Die ersten Meldungen über das Auftauchen eines mysteriösen „Corona“-Virus in der chinesischen Provinz Wuhan gab es Ende Dezember 2019. Auf der Insel Taiwan wurde gleich danach ab dem 5. Januar 2020 damit begonnen, Reisende aus Wuhan ausnahmslos bei Ankunft in Taiwan medizinisch zu untersuchen und auf Corona zu testen. Fiel der Test positiv aus, folgte die Quarantäne. Sofort wurden auch Kontaktpersonen überprüft. Zwei Wochen später wurde das Central Epidemic Command Center (CECC) in Betrieb gesetzt, eine nach der SARS-Epidemie vor fast 20 Jahren eingerichtete Schaltstelle im staatlichen Gesundheitsamt mit weitreichenden Befugnissen. Das medizinische Personal der Armee wurde mobilisiert, die Herstellung von Desinfektionsmitteln hochgefahren, der Verkauf von Masken rationiert, aber deren Produktion vervielfacht. Praktisch alle Menschen trugen nun Gesichtsmasken – noch mehr als sonst im Fernen Osten üblich. Da viele Neuinfektionen von außerhalb der Insel kamen, wurden frühzeitig alle Einreisenden kontrolliert – und als die Zahl der Infektionen doch Anfang März nochmals in die Höhe schoss, erfolgten Nachkontrollen von Eingereisten, die ohnehin seit Januar ihre Mobilnummern bei den Grenzstellen hinterlassen mussten, damit sie jederzeit erreichbar sind. Von all dem berichtet anschaulich ein jüngst publizierter Reisebericht von einem häufigen deutschen Gast auf Taiwan, Georg Schnurer.

Das ist im Wesentlichen die Geschichte des Kampfs von Taiwan gegen den Covid 19-Virus. Dieser Kampf wurde ein riesiger Erfolg. Wer auf die Website des Taiwan Centers for Disease Control schaut, kann alle Zahlen von Tests, Infektionen und Quarantäne mühelos abrufen, übersichtlich gestaltet und clever präsentiert – ganz anders als bei der Homepage des Robert-Koch-Instituts, der man den mangelnden Kommunikationswillen deutscher Behörden schon von weitem ansieht. Nach einem Hochschnellen der Fälle im frühen März ist der Trend klar nach unten gerichtet. Aktuell letzte Zahl: 10 (!) neue Infektionen am gestrigen Tag. Bisher gab es erst fünf Tote.

 

Zahlen Taiwan

Ohne jede Frage ist dies eine Top-Erfolgsgeschichte der Infektionsbekämpfung. Die gerade wieder gewählte Präsidentin Taiwans Tsai Ing-Wen von der liberalen Democratic Progressive Party (DPP) und ihre Regierung sind stolz darauf. Deshalb natürlich auch die jüngste große Geste, insgesamt über 10 Millionen neue Schutzmasken in die hilfsbedürftige Welt zu schicken, über fünf Millionen davon an die Europäische Union. Eine Demokratie zeigt, wie es geht!

Eigentlich, so denkt man, müssten sich doch die Gesundheitsexperten und –politiker aller Welt neugierig auf dieses Beispiel stürzen – auf der Suche nach einem Vorbild, das man zumindest in wichtigen Einzelaspekten nachahmen könnte. Allen voran müsste die global tätige WHO sich um diesen Musterknaben der Covid-19-Bekämpfung kümmern. Weit gefehlt! Als Dr. Bruce Aylward, ein hoher Repräsentant der WHO, von einer Journalistin in einem Interview ergänzend zum sonstigen Gesprächsinhalt auf den Erfolg von Taiwan angesprochen wurde, beendete er das Interview abrupt und flüchtete sich nach Wiederaufnahme in die Ausrede, er habe doch schon über einzelne chinesische Regionen gesprochen. Das Wort „Taiwan“ fiel von seiner Seite nicht.

Das ist alles skandalös. Die Frage ist da doch: Geht es der WHO überhaupt um das gesundheitliche Wohl der gesamten Menschheit? Oder geht es ihr darum, dem großen China jede Peinlichkeit zu ersparen, als Volksrepublik mit Ein-Parteien-Diktatur in der Leistungsfähigkeit der Corona-Bekämpfung mit der Republik China auf Taiwan verglichen zu werden? Es lohnt die Erinnerung, dass China Ende des Jahres 2019 lange brauchte, um mit der Wahrheit des Covid-19-Ausbruchs herauszurücken und bis heute niemand wirklich sicher sein kann, dass Chinas gelieferte Statistiken überhaupt stimmen.

Das alles muss Konsequenzen haben. Wenn die Demokratien der Welt ihre humanitären Ziele ernstnehmen, dann müssen sie darauf bestehen, dass Taiwan beratendes Mitglied der WHO wird, mit vollen Informationsrechten. Die Vorsitzenden von Liberal International Hakima El Haité, der Alliance for Liberals and Democrats in Europe Hans van Baalen und der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit haben das jüngst gemeinsam gefordert. Auch die Bundesregierung ist da zum Handeln aufgerufen, genauso wie die demokratischen politischen Parteien in Deutschland. Die Freien Demokraten haben schon reagiert. Andere sollten schnell folgen.    

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