#JetztMutMachen
Kultur trotz Corona: We stream together…

Künstler und Kreative haben sich zu einem gemeinsamen Kulturstreaming zusammengeschlossen
Streaming

©

Kultur ins Netz tragen, Künstlern eine Bühne bieten, das wollen auch Oliver Rothstein und sein Team mit dem Onlinesender ONE München. Ihre Vision: In Quarantänezeiten mit Geschichten von Münchnern für Münchner gute Laune in die Wohnzimmer der Stadt bringen. Ein Beispiel aus Bayerns Hauptstadt.

We stream together…

…right now. Wohl kein Berufsfeld hat sich so schnell, so einfach und so kompromisslos in der Quarantäne arrangiert wie die Künstler in ganz Deutschland. Kaum verkündete die Regierung die weitgehenden Ausgangsbeschränkungen, da schlossen sich im ganzen Land schon Künstler und Kreative zusammen. Das Motto: Die Kultur darf nicht sterben.

Kultur ins Netz tragen, Künstlern eine Bühne bieten, das wollen auch Oliver Rothstein und sein Team mit dem Onlinesender ONE München. Ihre Vision: In Quarantänezeiten mit Geschichten von Münchnern für Münchner gute Laune in die Wohnzimmer der Stadt bringen. Ein Beispiel aus Bayerns Hauptstadt.

Es lebe die Kultur

Rothstein kennt sich in der Münchner Eventszene bestens aus. Mit seiner Werbeagentur Wundermedia verantwortet er unter anderem die Seite „Geheimtipp München“, auf der täglich neue Geschichten aus der Stadt und über die Stadt erzählt werden. „Wir wollten das, was an kulturellem Leben weggebrochen ist, wieder sichtbar machen“, erklärt Rothstein. Insgesamt 35 Leute arbeiten derzeit gemeinsam an dem Projekt – unbezahlt. „Uns geht es darum, die kulturelle Vielfalt der Stadt auch in Zeiten von Corona aufrechtzuerhalten, nicht ums Geldverdienen.“

Ein kompletter Onlinesender

Das Ziel: eine Social-TV-Plattform mit Münchner Videocontent. ONE München streamt nicht nur Konzerte oder Lesungen, vielmehr entsteht hier ein kompletter Onlinesender. Magazinsendungen, Polittalks, Ratgeber – alles kommt vor. Alle sollen sich präsentiert fühlen, alle dürfen und können mitmachen. Was zählt, ist die Gemeinschaft. „Zusammenhalt ist in dieser Stunde das Wichtigste“, wirbt Rothstein.

Welle der Solidarisierung

Sein Team habe eine Welle der Solidarisierung erlebt. Nahezu alle, die angesprochen wurden, konnten und wollten mitmachen – von Sportgrößen wie dem ehemaligen Basketballprofi Jan Jagla bis hin zu Spitzenpolitikern. Auch in Corona-Zeiten hat ganz München Lust auf Kultur. Deshalb wird viel gedreht, und gemessen an der großen Nachfrage dürfte es sogar noch mehr sein. Doch für die Produktion ist das aktuell noch eine riesige Herausforderung.

Chaos und Herzblut

Vieles muss improvisiert werden, einen normalen Tag gibt es nicht, jeder macht alles. Was chaotisch klingt, ist es auch: Realität für alle die, die gerade mitarbeiten. Aber genau das ist es, was Spaß macht. Alle haben den Grund des Projekts im Hinterkopf. Es geht darum, einander zu unterstützen, einander zu helfen, füreinander dazusein. Künstler bekommen eine Plattform, und es finden Helfer und Unterstützer zusammen, die sich sonst vielleicht nie begegnet wären. Das ist in Zeiten von Social Distancing vielleicht sogar das Wichtigste.

 

Weltweit zeigen Menschen, dass sie in der Krise zusammenhalten und sich um den anderen kümmern. Wir wollen die nächsten Tage und Wochen nutzen, um Mut zu machen, Denkanstöße zu liefern und Diskussionen anzuregen. In dieser Reihe geben wir Einblick, wie gegenseitige Unterstützung ohne Fatalismus aussehen kann und geben der Freiheit eine Stimme – weil Freiheit ohne Zusammenhalt keine ist.