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Innovation for Democracy
Beispiele Für Die Zusammenarbeit zwischen Civic Tech Communities Und Regierungen

Explore Examples of Collaboration between Civic Tech Communities and Governments Around the World
© FNF Global Innovation Hub

Der FNF Global Innovation Hub hat die deutsche Version der Publikation „ Beispiele Für Die Zusammenarbeit zwischen Civic Tech Communities Und Regierungen“ veröffentlicht. Die Publikation steht zum Download bereit und bietet einen Streifzug durch internationale Fallstudien: Sie zeigen, wo und wie staatliche Institutionen und Civic‑Tech‑Communities bereits heute gemeinsam digitale Lösungen entwickeln – pragmatisch, datenbasiert und mit spürbarem Effekt auf Transparenz, Beteiligung und die Leistungsfähigkeit öffentlicher Dienste.

Jeden Tag nutzen Menschen digitale Dienstleistungen, die von Regierungen bereitgestellt werden. An einem normalen Tag verwenden sie möglicherweise Online-Systeme der Verwaltung, um Steuern zu zahlen oder ihre Meinung zu öffentlichen Politiken zu äußern; zu besonderen Anlässen – etwa beim Ausbruch von Covid‑19 – kann es sich um eine von Regierungen entwickelte App handeln, mit der man einen Impftermin bucht oder die neuesten Hinweise zur Pandemievorsorge erhält. Manchmal schätzen Menschen die Digitalisierung dieser staatlichen Dienste – manchmal aber auch nicht. Ein Beispiel: Ein System zur Steuererklärung, das nur mit Internet Explorer oder einem bestimmten Browser funktioniert, wird kaum für Zufriedenheit sorgen. Darüber hinaus können Menschen in autoritären Ländern auf etwas noch Ernsteres stoßen als auf ein schlecht gestaltetes Behördensystem: In einer staatlichen App kann ein Überwachungswerkzeug installiert sein, und alle Menschen im Land werden verpflichtet, die App auf ihren Mobiltelefonen zu installieren. Und selbstverständlich darf niemand den Quellcode der App einsehen.

Wie so oft bei der Digitalisierung von Dienstleistungen gibt es ein allgemeines Bewusstsein für die Risiken. Und auch wenn Wachsamkeit zweifellos gut und angemessen ist, ist es ebenso wichtig, die Chancen der Digitalisierung nicht zu ignorieren. Deshalb haben wir die Publikation „Beispiele Für Die Zusammenarbeit zwischen Civic Tech Communities Und Regierungen “ initiiert: um weitere Ideen zu erkunden, die Regierungen weltweit ermutigen, gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern digitale Dienste  zu entwickeln. Durch die Einbindung von Bürgerinnen und Bürgern können Regierungen sicherstellen, dass Gestaltung und Betrieb öffentlicher digitaler Dienste den Bedürfnissen der Menschen entsprechen. Die Öffentlichkeit kann diese digitalen Dienste prüfen – etwa daraufhin, ob sie einem idealen Standard in Bezug auf Qualität, Cybersicherheit, Privatsphäre/Datenschutz, Barrierefreiheit und Transparenz genügen. Staat und Gesellschaft können sich außerdem gegenseitig zu neuen Ansätzen der digitalen Leistungserbringung inspirieren und so bestehende Dienste verbessern.

Beispiele für Zusammenarbeit aus aller Welt

Wir haben Expertinnen und Experten aus verschiedenen Regionen eingeladen, ihre Erfahrungen und Beobachtungen zu dieser Publikation beizutragen: Daniela Ramirez und David Bates aus Mexiko, Henriette Litta aus Deutschland, Kes Tuturoong und Wana Alamsyah aus Indonesien, Matt Stempeck aus den Vereinigten Staaten, Meichun Lee aus Taiwan, Nourhane Ben Thabet aus Tunesien sowie Oussama Abdelah Benhmida aus Marokko.

Die von ihnen vorgestellten Beispiele decken ein breites Themenspektrum ab: Korruptionsbekämpfung, mehr Transparenz in der öffentlichen Beschaffung, Landmanagement, Pandemieprävention, die Verbesserung digitaler Kompetenzen in Verwaltung und Communities, lokale Demokratie, Bürgerbeteiligung sowie die Frage, wie Städte für Menschen mit körperlichen Einschränkungen besser zugänglich gemacht werden können. Wir haben die Beispiele in einer Karte zusammengefasst und ermutigen dazu, die Fallstudien zu lesen, um die inspirierenden Geschichten hinter diesen Beispielen zu entdecken – und zu sehen, wie Bürgerinnen und Bürger und Regierungen dabei zusammenarbeiten können.

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© FNF Global Innovation Hub

Was muss getan werden, um solche Zusammenarbeit zu erleichtern?

Nach der Vorstellung von Beispielen aus aller Welt haben unsere Expertinnen und Experten zudem eine Reihe wichtiger und praxisnaher politischer Handlungsempfehlungen vorgelegt, wie sich die Zusammenarbeit zwischen Civic-Tech-Communities und Regierungen besser ermöglichen lässt. Wir haben ihre Empfehlungen in die folgenden fünf Punkte verdichtet:

  1. Regierungen sollten Civic Tech stärker unterstützen, etwa durch Finanzierung, bessere Regulierung, institutionelle Unterstützung sowie flexible politische Initiativen (z. B. Sandboxes), die Innovationen im Civic-Tech-Bereich fördern.
  2. Regierungen sollten die digitale Kompetenz von Beschäftigten im öffentlichen Dienst stärken und jene besonders unterstützen, die aktiv den Austausch mit Civic-Tech-Communities suchen.
  3. Regierungen sollten das Konzept und die Standards von Open Data konsequent auf öffentliche Daten anwenden – in verschiedenen Politikfeldern –, da Open Data als eine Art Infrastruktur gilt, die mehr Zusammenarbeit ermöglicht.
  4. Die Zusammenarbeit zwischen Civic-Tech-Communities, Bürgerinnen und Bürgern sowie Regierungen sollte auf Offenheit, Vertrauen, Beteiligung und Gleichheit beruhen.
  5. Regierungen sollten relevante Gesetze und Vorschriften verbessern, indem sie unnötige bürokratische Verfahren abbauen und aktiv einen unterstützenden, klaren Rechtsrahmen schaffen, der Civic-Tech-Communities zu Innovation und Kooperation mit staatlichen Stellen ermutigt.

Hier finden Sie die Publikation zum Download: