Erstmals Genscher-, Lambsdorff- und Westerwelle-Stipendien vergeben

Einführungsveranstaltung der Stipendien der Freiheit

Nachricht08.11.2017
Sonderprogramme
Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit

Hans-Dietrich Genscher, Otto Graf Lambsdorff und Guido Westerwelle waren liberale Persönlichkeiten, deren politisches Vermächtnis noch heute aktuell ist und deren Lebenswerke die Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit mit der Vergabe von insgesamt sechs Stipendien in diesem Jahr erstmals würdigte.

Sozial-, Regional- und Wirtschaftswissenschaften sowie Jura sind die Fachbereiche der Promovierenden. Mit Unterstützung  langjähriger Wegbegleiter und Freunde sollte der Blick dieser Stipendiaten auf die Namensgeber geweitet werden. Um ein erstes Kennenlernen zwischen Zeitzeugen und Promovierenden zu ermöglichen, organisierte die Friedrich-Naumann-Stiftung vom 08.10.17 bis zum 09.10.17 eine Einführungsveranstaltung in Potsdam.

Stipendiaten erfuhren manch Unbekanntes aus dem Leben der Prominenten:

  • Für Guido Westerwelle war Martin Biesel angereist, der viele Jahre mit ihm zusammengearbeitet hatte, als sein Büroleiter und später auch als Staatssekretär im Auswärtigen Amt. Heute fungiert er als Generalsekretär der Westerwelle Foundation, der Stiftung, die von Guido Westerwelle nach dessen Ausscheiden aus der Politik gegründet worden war.
  • Der Genscher-Biograph Dr. Hans-Dieter Heumann erlebte Hans-Dietrich Genscher aus einer anderen Perspektive heraus und konnte Einblicke geben, wie sonst niemand. Er erzählt vom besonderen Charme Genschers, der es ihm ermöglichte, Menschen für sich zu gewinnen und der einen unorthodoxen Politikstil pflegte, welcher ihn unvergessen machte.
  • Der dritte Zeitzeuge ist Knut Brünjes, der viele Jahre mit Otto Graf Lambsdorff zusammengearbeitet hatte. Er kennt dessen politische Schwerpunkte und Überzeugungen.

Bei einem gemeinsamen Abendessen der Stipendiaten mit den Zeitzeugen am Sonntagabend entstand eine lebendige Debatte, in der die Wegbegleiter von ihren Erfahrungen mit Hans-Dietrich Genscher, Otto Graf Lambsdorff und Guido Westerwelle erzählten und verschiedene Blickwinkel auf deren Politikstile und Charakterzüge lenkten.

Am Montagmorgen stellten die Stipendiaten ihre Promotionsvorhaben vor und erhielten anschließend zahlreiche Anregungen der  Zeitzeugen und fachlich versierter Stiftungsmitarbeiter. Erwartungen und Wünsche aller Beteiligten wurden zum Schluss festgehalten. Damit werden die nächsten Maßnahmen geplant. Als kleines Dankeschön überreichte die Leiterin der Begabtenförderung, Eva-Maria Köhler-Renfordt, den drei Zeitzeugen Martin Biesel, Dr. Hans-Dieter Heumann und Knut Brünjes Exemplare des Buches „Qualitative Freiheit".

Der nächste Schritt ist eine mehrtägige Promotionswerkstatt im kommenden Jahr in Gummersbach. Dort stellen die Stipendiaten den aktuellen Stand ihrer Arbeiten vor, tauschen sich dazu fachlich mit Professoren und Zeitzeugen aus und lernen praktische Fertigkeiten für die Dissertation.