Von Senegal bis Südafrika

Die Stiftung für die Freiheit in Subsahara-Afrika

Nachricht15.08.2017
West Africa
Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit

Von Senegal  über Kenia bis Südafrika – das Team Subsahara-Afrika der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit setzt sich in insgesamt sieben Ländern der Region für Demokratie, Menschenrechte, Rechtsstaatlichkeit und soziale Marktwirtschaft ein. Die Stiftung fördert angewandte liberale Reformkonzepte, die die rechts- und wirtschaftspolitische Entwicklung der Länder voranbringen und unterstützt Mandats- und Funktionsträger bei der Entwicklung liberaler Lösungsansätze. Hinzu kommen länderübergreifende liberale Netzwerke, die im Rahmen der Regionalarbeit zur weiteren Einbindung  und Förderung der liberalen Partner dienen und nicht nur auf nationaler, sondern  auch auf regionaler Ebene Wirkung entfalten.

In Zusammenarbeit mit Think Tanks analysiert das Team die politische und wirtschaftliche Freiheit in Afrika und bringt liberale Perspektiven  in die Politikdiskussion ein. Dabei geht es besonders um liberale Lösungsansätze für politische und wirtschaftliche Probleme, die durch die ungenügende Durchsetzung rechtstaatlicher Prinzipien, mangelnde Demokratie, schlechte Bildungssysteme, Infrastrukturprobleme und Überregulierung verursacht werden.

Die Büros der Stiftung für die Freiheit arbeiten eng mit zivilgesellschaftlichen und politischen Netzwerken zusammen. Der wichtigste regionale Partner ist das Africa Liberal Network (ALN). ALN ist ein Netzwerk der liberalen Parteien Afrikas und hat das Ziel, diese Parteien zu stärken, zu unterstützen und zu vernetzen. Die Stiftung arbeitet darüber hinaus mit zivilgesellschaftlichen Organisationen im Bereich Menschenrechte im südlichen Afrika zusammen. 

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Hauptsitz in Johannesburg, Südafrika

Die Stiftung ist seit über 40 Jahren in Subsahara-Afrika vertreten. Im Jahr 1980 wurden Büros in Senegal und Simbabwe eröffnet. Heute hat die Stiftung auch Büros in Côte d’Ivoire und Tansania. Seit 1991 wird das Programm der Stiftung südlich der Sahara vom Regionalbüro in Johannesburg, Südafrika, geleitet. Insgesamt setzen sich drei entsandte Mitarbeiter und 48 Ortskräfte unter Leitung des Regionalbüroleiters, Jules Maaten, für liberale Reformkonzepte in der Region ein.  

Subsahara-Afrika hat großes Wachstumspotential und viele Länder entwickeln sich sowohl in wirtschaftlicher als auch sozioökonomischer Hinsicht schnell. Die Zusammenarbeit der Stiftung mit liberalen Partnern schafft bessere Bedingungen für Freiheit und Demokratie in Subsahara-Afrika. Die Stiftung für die Freiheit knüpft daher bei ihrer Arbeit an die drei Säulen der Stiftungsarbeit an: Menschenrechte, Demokratie und soziale Marktwirtschaft.

Innovation in Westafrika

Westafrika ist jung: Gut zwei Drittel der Bevölkerung sind jünger als 35 Jahre. Angesichts hoher Arbeitslosenzahlen (bis zu 50% Jugendarbeitslosigkeit) gilt es, Unternehmertum, Kreativität und Innovation zu fördern und Perspektiven aufzuzeigen.

In Zusammenarbeit mit der Falling Walls Foundation in Berlin und lokalen Partnern wie Wirtschaftshochschulen, Inkubatoren und Wirtschaftsförderungsagenturen organisiert die Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit seit 2014 in Dakar und seit 2017 in Abidjan das sogenannte „Falling Walls Lab“. Bei diesem Innovations- und Ideenwettbewerb stellen 20 Gründer ihre Projekte jeweils in drei Minuten vor. Die Gewinner der Labs werden nach Berlin eingeladen, wo sich jeden November 100 Projekte aus aller Welt vorstellen. Der viel beachtete Wettbewerb ist ein Sprungbrett für Start Ups: Die Gewinnerin des „Falling Walls Lab Dakar 2015“, die inzwischen 22 jährige Yaye Souadou Fall, ist infolge des Wettbewerbs zu der internationalen Umweltkonferenz COP 21 in Marrakesch eingeladen worden, um ihr Recycling- Projekt E-Cover zu präsentieren. Ein Jahr später gewann sie den mit 15.000 USD dotierten 2. Platz des südafrikanischen, von dem Unternehmen Master Card gesponserten Anzisha Preis. Inzwischen hat E-Cover sechs  Angestellte und investiert in Maschinen, die aus alten Reifen Fliesen für Fußbodenbeläge herstellen.

Mit Veranstaltungen wie dem „Falling Walls Lab“ und anderen Formaten, wie beispielsweise den „Fuck up nights“, bei denen Jungunternehmer über ihr Scheitern und die daraus gezogenen Lehren sprechen, hat sich die Stiftung in Westafrika als Plattform für junge Unternehmer etabliert.  Mit politischen Partnern werden bessere Rahmenbedingungen für Unternehmer diskutiert, damit mehr Arbeitsplätze im formellen Sektor entstehen können. Denn auch  die Regierungen vieler westafrikanischer Länder haben erkannt, dass Anstrengungen zur Verbesserung des Geschäftsklimas erforderlich sind, um nachhaltig Investitionen in der Region anzuziehen und zu ermöglichen.

Eigentumsrechte in Ostafrika

Als stärkste Wirtschaftsmacht in Ostafrika spielt Kenia eine Schlüsselrolle in der Region. Die FNF leistet mit ihrem kenianischen Partner IREN klassische Think Tank-Arbeit. Ziel ist es, marktwirtschaftliche Reformvorschläge in den politischen Entscheidungsprozess einzubringen. Das Motto des Partners, „ein freier menschlicher Geist ist das höchste Gut“, dient als Ansporn zur Identifizierung alternativer Entwicklungsmodelle, bei denen das Individuum im Fokus steht. Parallel dazu gibt es seit 2015 gemeinsame Projekte im Rahmen der BMZ-Sonderinitiative „Eine Welt ohne Hunger“. Die FNF hat sich zum Ziel gesetzt,  das „schlafende Kapital’ in den ländlichen Gebieten zu wecken. Bisher haben die Bauern keine gesicherten Eigentums- und Landrechte und können nicht in die  Landwirtschaft investieren. Mit der Unterstützung von IREN hat die FNF Seminare und Schulungen zu Landrechten und deren Durchsetzung durchgeführt. Bei diesen Seminaren geht es darum, Ansätze zu identifizieren und  Ideen zu entwickeln, wie man gesellschaftlichen Fortschritt im Agrarbereich erreichen kann. Das Ziel ist es, unter anderem innovative Apps zu entwickeln und zu nutzen, um auf diese Weise zur Ernährungssicherheit im Land beizutragen.

 

Liberale Stimmen in Südafrika

Die Think Tanks, mit denen die Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit zusammenarbeitet, sind in der Zivilgesellschaft Südafrikas fast die einzigen liberalen Stimmen und daher wichtige Stiftungspartner. Zudem sind sie sehr einflussreich im Hinblick auf die öffentliche Meinung im Land.

Die Stiftung arbeitet seit mehreren Jahren unter anderem eng mit der Helen Suzman Foundation (HSF) zusammen, die die Verfassungsdemokratie des Landes durch richtungsweisende Musterprozesse  zum Erhalt wichtiger demokratischer Institutionen und Rechte unterstützt. Regelmäßig macht die HSF dadurch Schlagzeilen in den führenden Medien des Landes. So hat die HSF, um nur ein prominentes Beispiel zu nennen, mit Unterstützung der FNF einen Prozess gewonnen, bei dem es darum ging, die Zensurbestrebungen der öffentlichen Rundfunkanstalt im Vorfeld der Kommunalwahlen 2016, die die Regierungspartei ANC begünstigt hätten, zu unterbinden.