Erinnerungskultur : Europäische Erinnerungskulturen

Erinnerung dient der Orientierung in Raum und Zeit wie der Selbstvergewisserung. Das gilt für Individuen, Gruppen oder ganze Nationen. Sie geht in der Regel mit schwierigen mentalen Prozessen einher, die um Fragen von Verantwortung, Schuld und Sühne kreisen. Sie kann ebenso eine befreiende Wirkung entfalten wie Hass schüren, Ressentiments am Leben halten wie überwinden, Zukunft ermöglichen wie verstellen.

​75 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges soll der Wandel der Erinnerungskulturen in Deutschland und Kroatien bis in die Gegenwart näher betrachtet, verglichen und diskutiert werden: Zwei europäische Länder mit spezifischen Gewalt-, Unterdrückungs- und Transformationserfahrungen. 

​Was waren und was sind heute die zentralen Elemente und Ausprägungen ihrer Erinnerungskulturen?  

​„Wenn der richtige Gebrauch von Erinnerung heilsam sein kann, dann kann der falsche vergiftend wirken“, schreibt die amerikanische Philosophin Susan Neiman.

​Was aber meint „richtige“ Erinnerung in aufklärerisch-selbstkritischer Absicht, die sowohl den Gefahren wohlfeiler Rituale wie leichter politischer Beute entgehen kann?

75 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges soll der Wandel der Erinnerungskulturen zweier europäischer Länder näher betrachtet und diskutiert werden: Deutschland und Kroatien. Unter der Moderation von Sabine Adler (Deutschlandfunk) diskutieren der Leiter der Stasi-Unterlagenbehörde, Roland Jahn, der Politikwissenschafter Prof. Helmut König (Berlin), die Politikwissenschaftlerin Ljiljana Radonić (Wien) sowie der Historiker Prof. Alexandar Jakir (Split).