USA
Umfrage: Wenig Vertrauen in die USA, skeptischer Blick auf die Zukunft Deutschlands
Great American State Fair anlässlich des 250. Jahrestags der Unabhängigkeit der USA
© picture alliance / Sipa USA | Nexpher ImagesAus Anlass des 250. Jahrestages der Unabhängigkeit der USA hat das Umfrageinstitut dimap im Auftrag des Büros Washington der Friedrich-Naumann-Stiftung eine repräsentative Umfrage in Deutschland durchgeführt. Zwischen dem 3. und dem 15. Juni wurden insgesamt 1005 nach Zufallsstichprobe ausgewählte Wahlberechtigte in Deutschland befragt.
Die Ergebnisse sind deutlich. Sie zeigen, dass das USA-Bild der Deutschen unter der Präsidentschaft von Donald Trump stark gelitten hat. Gleichzeitig zeigt sich, dass die Deutschen mehrheitlich den USA bei wichtigen Zukunftsthemen mehr zutrauen als dem eigenen Land.
Die WELT berichtete zur Umfrage ausführlich.
Trump bewirkt negatives USA-Bild
Präsident Trump sorgt für ein negatives USA-Bild bei den Deutschen: 67% der Befragten haben aktuell ein negatives Bild von den USA. Von diesen sagen 55%, dass Präsident Trump dafür der Grund sei. Auch bei den Anhängern von CDU und FDP hat eine Mehrheit ein negatives USA-Bild. Damit ist das negative USA Bild in der Mitte der Gesellschaft angekommen.
Da Linke, BSW und AFD ohnehin traditionell eher antiamerikanische Narrative vertreten, belastet ein durchgängig negatives USA-Bild die transatlantischen Beziehungen, die für die Sicherheit und die Wirtschaft Deutschlands von großer Bedeutung bleiben.
Beim politischen System insgesamt und der sozialen Sicherheit liegt Deutschland jedoch in der Bewertung der Deutschen weit vor den USA. Die USA werden nicht mehr als das Land der Freiheit gesehen. Rund 80 Prozent sehen eine Gefährdung der amerikanischen Demokratie durch Präsident Trump.
Das aktuelle USA-Bild der Deutschen
© dimap im Auftrag der FNF
Das aktuelle USA-Bild der Deutschen
© dimap im Auftrag der FNFDeutsche blicken bei Innovation und Wirtschaft skeptisch auf das eigene Land
Gleichzeitig halten die Befragten diese zuvor negativ bewerteten USA mehrheitlich für besser aufgestellt für die Zukunft als das eigene Land. Beim Zukunftsthema Künstliche Intelligenz sehen 55 Prozent die USA vorne, hingegen nur 7 Prozent Deutschland. Und auch bei der Wirtschaftskraft sind die USA mit 46 Prozent vorne gegenüber nur 16 Prozent der Befragten, die Deutschland nennen.
Das aktuelle USA-Bild der Deutschen
© dimap im Auftrag der FNFSicherheit: Mehr eigene Anstrengungen für die Sicherheit, doch die USA sind unverzichtbar
Bei der Sicherheitspolitik gibt es inzwischen eine sehr große Mehrheit von 74%, die sich für mehr Rüstungsanstrengungen ausspricht. Immerhin über 40% wären sogar für eigene Atomwaffen.
Das hat auch mit dem geringen Vertrauen in die USA unter Trump zu tun: nur 26% bezeichnen die USA als verlässlichen Partner. Gleichzeitig sehen 60% der Befragten die USA auch in Zukunft als unverzichtbaren Bündnispartner in der NATO. Die USA werden kritisch bewertet, aber sicherheitspolitisch weiterhin gebraucht.
Hierzu passt die Einstellung der Deutschen zu den zukünftigen Supermächten: Europa rangiert hier knapp vor Indien abgeschlagen auf dem vierten Platz, während China von 86 Prozent in der Zukunft als Supermacht angesehen wird. Dahinter folgen die USA (76 Prozent). Und auch Russland wird von 57 Prozent in Zukunft noch vor Europa als Supermacht angesehen.
Das aktuelle USA-Bild der Deutschen
© dimap im Auftrag der FNF
Das aktuelle USA-Bild der Deutschen
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