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NATO Drohnenkrieg
Die NATO braucht ukrainische Hilfe im Drohnenkrieg

Erkenntnisse vom Drone Summit 2026
Lead Panel Drone Summit 2026 in Riga

Drone Summit 2026 in Riga

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Während die Staats- und Regierungschefs auf dem NATO-Gipfel über die Zukunft der europäischen Sicherheit beraten, wird eine Erkenntnis immer deutlicher: Die Ukraine ist zum weltweit wichtigsten Labor für moderne Drohnenkriegsführung geworden. Auf dem Drone Summit 2026 in Riga räumten Militärs und politische Entscheidungsträger ein, dass die NATO deutlich schneller lernen und sich anpassen muss, um mit der Geschwindigkeit der Innovationen auf dem Schlachtfeld Schritt zu halten. Die Allianz unterstützt die Ukraine nicht mehr nur – sie lernt zunehmend von ihren Erfahrungen in der Drohnenkriegsführung, der Verteidigungsinnovation und der militärischen Beschaffung.

Drone Summit 2026 in Riga

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Warum die NATO von der Ukraine lernen muss

Auf dem Drone Summit 2026 schienen Vertreter der NATO-Mitgliedstaaten endlich die Dringlichkeit zu erkennen, von ukrainischen Drohneninnovationen zu lernen. Auf die Frage von Julius von Freytag-Loringhoven, Stiftungsleiter für die Baltischen Staaten, nach der dringlichsten Erkenntnis aus dem sich rasch wandelnden Kriegsgeschehen in der Ukraine antwortete General Carsten Breuer, Generalinspekteur der Bundeswehr: „Schnelle und flexible Entwicklung sowie Lösungen mit den verfügbaren Ressourcen.“

Die Ukraine hat Europas innovativstes Drohnen-Ökosystem aufgebaut

In den letzten Jahren begegneten viele Führungskräfte aus NATO-Ländern den ukrainischen Innovationen auf dem Schlachtfeld mit großer Ignoranz und Arroganz. Man sah in der Ukraine lediglich ein Land, das unter Druck improvisierte. „Das sind ukrainische Hausfrauen …“ wurde zum in der Ukraine weithin verspotteten Zitat von Rheinmetall-Vorstandsvorsitzendem Armin Papperger. Inzwischen hat die Ukraine das anpassungsfähigste, kosteneffizienteste und kampferprobte Ökosystem für Drohnenkriegsführung und Innovation in Europa aufgestellt. Auf dem zweiten Drone Summit in Riga konnte diese Realität nicht länger ignoriert werden.

Die Entschlossenheit, Anpassungsfähigkeit und der Innovationsgeist der ukrainischen Armee sind beispiellos.

Dilan Yesilgöz-Zegerius
Dilan Yesilgöz-Zegerius

Vier Lehren der Ukraine für die NATO

Wie Generalmajor Kaspars Pudāns, Kommandeur der lettischen Streitkräfte, es formulierte, erfordert erfolgreiche Drohnenkriegsführung vier „Genug“-Kriterien: „gut genug, schnell genug, günstig genug und einfach nur genug.“ Diese Formel fasst eine Lektion zusammen, die die Ukraine aus der Not heraus gelernt hat: Der Vorteil auf dem Schlachtfeld hängt zunehmend nicht von perfekten Systemen ab, sondern von der Fähigkeit, effektive Technologien in großem Maßstab und mit hoher Geschwindigkeit einzusetzen.

Die liberale niederländische Verteidigungsministerin Dilan Yesilgöz-Zegerius (VVD, mit der FDP Mitglied der europäischen liberalen ALDE Partei) erklärte: „Die Entschlossenheit, Anpassungsfähigkeit und der Innovationsgeist der ukrainischen Armee sind beispiellos.“

Es geht bei der modernen Drohnenkriegsführung nicht nur um die Beschaffung, sondern um die Integration in unser Verteidigungssystem. Es geht um die Streitkräfte, die Logistik, die Infrastruktur und um die Konzepte, wie man sie einsetzt.

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Tara Jaakkola

Moderne Drohnenkriegsführung ist mehr als Technologie

Doch die Lehren aus der Ukraine gehen über die Technologie selbst hinaus. Wie Tara Jaakkola, stellvertretende Generalsekretärin für Verteidigungsindustrie, Innovation und Rüstung bei der NATO, betonte, hat sich die Unterstützung für die Ukraine „von der Spende von Lagerbeständen über die Einbindung der eigenen Industrie hin zu Gesprächen über den gemeinsamen Aufbau mit und in der Ukraine“ weiterentwickelt. Wie sie hervorhob, sind die Verbündeten zutiefst dankbar, dass die Ukraine das in diesem schrecklichen Krieg gewonnene Wissen mit ihren Partnern teilt.

Jaakkola betonte zudem, dass es bei der modernen Drohnenkriegsführung „nicht nur um die Beschaffung geht, sondern um die Integration in unser Verteidigungssystem. Es geht um die Streitkräfte, die Logistik, die Infrastruktur und um die Konzepte, wie man sie einsetzt.“ Die Erfahrungen der Ukraine zeigen, dass militärische Innovation nur dann erfolgreich ist, wenn sich Technologie, Doktrin, Logistik und Organisationsstrukturen gemeinsam weiterentwickeln.

Geschwindigkeit ist der neue militärische Vorteil

Davyd Aloian, stellvertretender Sekretär des Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrates der Ukraine, hob eine weitere entscheidende Erkenntnis hervor: Geschwindigkeit. „Eine der wichtigsten Erkenntnisse ist, dass Geschwindigkeit in der modernen Kriegsführung unerlässlich ist.“ Laut Aloian entwickelt sich das Schlachtfeld viel schneller als traditionelle Verteidigungsplanungs- und Beschaffungszyklen. „Wenn wir eine bestimmte Anzahl von Monaten abwarten, sind die Technologien bereits veraltet.“ Die Intensität der Anpassungen an vorderster Front erfordert, dass die Industrie flexibel bleibt und die Regierungen Rahmenbedingungen schaffen, die schnelle Innovationen ermöglichen.

Die NATO muss ihre Verteidigungsbeschaffung reformieren

Die Ukraine hat darauf mit einer Kombination aus zentralisierten und dezentralisierten Beschaffungsmechanismen reagiert. Zwar verläuft die zentralisierte Beschaffung nach wie vor vergleichsweise langsamer, doch, so Aloian, werde sie kontinuierlich verbessert. Gleichzeitig ermöglichen dezentrale Modelle den Endnutzern, neue Lösungen innerhalb weniger Tage zu beschaffen und umzusetzen, wodurch ein Maß an Reaktionsfähigkeit entsteht, das viele NATO-Länder noch immer nur schwer erreichen können.

Die Ukraine wird zum Lehrmeister der NATO

Die unbequeme Wahrheit, die sich in Riga abzeichnet: Die Ukraine verteidigt nicht mehr nur Europa. Sie ist der wichtigste Lehrmeister für Europa, wenn es darum geht, sich selbst zu verteidigen. Die Herausforderung für die NATO besteht nicht einfach darin, die Ukraine zu unterstützen, sondern von ihr zu lernen und ihre eigenen Institutionen an die Realitäten der modernen Kriegsführung anzupassen.

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Die strategischen Folgen für Europas Sicherheit

Alistair Carns, Parlamentarischer Staatssekretär für die Streitkräfte im Vereinigten Königreich (bis zum 11. Juni 2026), warnte, dass ein Versäumnis in dieser Hinsicht strategische Risiken über das Schlachtfeld hinaus mit sich bringe. Wie er argumentierte: „Putin sieht eine Streitmacht, die nicht an die Lehren aus der Ukraine angepasst ist. Er wird dies nicht als Mangel an Abschreckung auffassen, sondern als Chance betrachten.“ Carns warnte ferner, dass der Kreml, sollte der innenpolitische Druck in Russland zunehmen, eine Eskalation im Ausland als Mittel betrachten könnte, um die Aufmerksamkeit von den Problemen im eigenen Land abzulenken.

Dies ist unser Chamberlain- oder Churchill-Moment: Beschwichtigung oder Kampf für die Freiheit.

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Don Bacon

Fazit: Die NATO muss die Lehren der Ukraine umsetzen

Diese weiterreichende Bedeutung brachte der republikanische US-Kongressabgeordnete Don Bacon auf den Punkt, der warnte: „Dies ist unser Chamberlain- oder Churchill-Moment: Beschwichtigung oder Kampf für die Freiheit.“ Seine Bemerkung unterstrich, dass es bei der Debatte nicht mehr nur um militärische Hilfe geht, sondern darum, ob demokratische Gesellschaften bereit sind, entschlossen auf die Sicherheitsherausforderungen zu reagieren, denen Europa gegenübersteht.

Der Drone Summit in Riga hat eines unmissverständlich gezeigt: Das Verhältnis zwischen der NATO und der Ukraine verändert sich grundlegend. Die Ukraine bittet die Allianz nicht mehr nur um Unterstützung, sondern ist zu ihrer wichtigsten Quelle praktischer Erfahrungen in moderner Drohnenkriegsführung und militärischer Innovation geworden. Ob es der NATO gelingt, diese Erkenntnisse in schnellere Beschaffungsprozesse, flexiblere Institutionen und neue Einsatzkonzepte zu übersetzen, könnte die Sicherheit Europas auf Jahre hinaus prägen.

Besonderer Dank gilt Artis Pabriks, dem ehemaligen lettischen Verteidigungs- und Außenminister, langjährigen Partner und liberalen Freund, sowie Sandis Šrāders, dem Direktor für Verteidigungstechnologie-Innovation an der Technischen Universität Riga, Fēlikss Neimanis und dem gesamten wunderbaren Team, das diese bahnbrechende Veranstaltung auf die Beine gestellt hat!