NATO-Gipfel in Ankara
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NATO-Flagge zum NATO-Gipfel in Ankara
© picture alliance / Anadolu | Akin CeliktasNATO-Gipfel in Ankara: Europa vor mehr Eigenständigkeit?
Der NATO-Gipfel am 7. und 8. Juni in Ankara ist von zahlreichen Krisen geprägt: Während der russische Angriffskrieg auf die Ukraine in sein fünftes Jahr geht und die militärische Bedrohung an den Außengrenzen Europas wächst, schwindet zugleich die Gewissheit, dass die Vereinigten Staaten dauerhaft und uneingeschränkt für die Sicherheit des alten Kontinents garantieren werden. Ganz bewusst treten NATO und EU geschlossen auf: EU-Kommissionspräsidentin Urusla von der Leyen und NATO-Generalsekretär Mark Rutte forderten direkt vor dem Gipfel gemeinsam zu mehr Kooperationen zwischen den Regierungen, Konzernen und Armeen auf, um den Ausbau der Rüstungsindustrie in Europa zu beschleunigen.
Angesichts der Ankündigungen der US-Regierung unter Präsident Donald Trump die gesamte US-Truppenpräsenz in Europa zu überprüfen, tun die europäischen Partner alles dafür, um in einem guten Licht vor dem Gipfel in Ankara zu stehen und nicht in weitere Ungnade des amerikanischen Präsidenten zu fallen. Beispielhaft stehen dafür auch die angekündigte Militärunterstützung in Höhe von 140 Mrd. Euro für die Ukraine, die das europäische Engagement auf dem eigenen Kontinent hervorheben soll.
Es ist klar geworden, dass die USA als Garant für Europa nicht mehr in dem Maße eintreten wollen wie bisher. Europa ist daher mehr denn je gefragt, für seine eigene Sicherheit zu sorgen. Gleichzeitig können und wollen die europäischen Partner ihren transatlantischen Hauptpartner nicht verlieren, da sie weiterhin auf ihn gewesen sind.
Der NATO-Gipfel beim zweitstärksten Bündismitglied wird zeigen, in welche Richtung sich die Allianz entwickelt und ob die Europäer tatsächlich ihre Sicherheit langfristig in Eigenregie übernehmen werden. Die Türkei als herausfordernde Bündnispartnerin mit einer anderen sicherheitspolitischen Wahrnehmung und ihrem Autoritarismus nach innen, wird sich als Gastgeberland mit ihren Positionen gesondert ins Rampenlicht stellen.
Im Vorfeld des Gipfels veröffentlicht die Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit daher eine Umfrage in den acht stärksten NATO-Staaten Europas über eine mögliche Führungsrolle Deutschlands in Europa und eine Studie zur Rolle der Türkei in einer neuen Sicherheitsarchitektur Europas. Die Ergebnisse sowie weitere Analysen und Podcasts finden Sie unten: