China-Strategie
Studie: Deutschlands Importabhängigkeit von China steigt
Containerschiffe im Hafen
© smartschwarz via PixabayEntgegen den Zielen der China-Strategie hat Deutschlands Abhängigkeit von wichtigen Gütern und Rohstoffen aus der Volksrepublik laut einer Analyse der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit zugenommen. Der Anteil chinesischer Importe stieg seit 2023 in mehreren Bereichen, die die damalige Bundesregierung in ihrer China-Strategie als kritisch einstufte. Das betrifft beispielsweise Batterien, Solarpanels sowie Antibiotika und wichtige Rohstoffe.
Zentrale Ergebnisse der Analyse
- Bei wiederaufladbaren Lithium-Batterien stieg Chinas Anteil am deutschen Importgewicht von 49,7 Prozent im Jahr 2023 auf 66,5 Prozent im Jahr 2025.
- Bei Solarpanels konnte China seine marktbeherrschende Stellung weiter ausbauen. Der chinesische Anteil am Importgewicht stieg 2025 auf mehr als 90 Prozent.
- Bei Antibiotika stieg der chinesische Anteil am Importgewicht von 65,3 Prozent auf 72,9 Prozent. Bei Vitaminen und Provitaminen nahm der chinesische Anteil an der Importmenge von 71,3 Prozent auf 81,6 Prozent zu.
- Bei strategisch wichtigen Seltenen Erden wie Praseodym, Neodym und Samarium bleibt China praktisch der einzige Lieferant. Zugleich stieg die Importmenge dieser Warengruppe von 3,1 Tonnen im Jahr 2023 auf 13,0 Tonnen im Jahr 2025.
Ausgerechnet in kritischen Bereichen diversifiziert Deutschland nicht, sondern wird noch abhängiger und damit noch verletzlicher. Künftig könnte das De-Risking für Unternehmen noch komplizierter werden, da die chinesische Regierung mittlerweile aktiv dagegen steuert. Erst in diesem Frühling erließ der chinesische Staatsrat zwei Dekrete, mit denen Unternehmen, welche Produktion aus China herausverlagern, unter Druck gesetzt werden können.
Die China-Strategie der Bundesregierung wurde im Juli 2023 veröffentlicht. Darin wird unter anderem das Ziel formuliert, kritische Abhängigkeiten von China zu verringern und wirtschaftliche Risiken im Verhältnis zur Volksrepublik zu reduzieren. Genannt werden Metalle und Seltene Erden, Lithiumbatterien, Photovoltaik sowie pharmazeutische Wirkstoffe einschließlich Antibiotika.
Die Analyse betrachtet direkte deutsche Importe aus China nach Menge und Wert. Indirekte Abhängigkeiten über Drittstaaten sind nicht erfasst. Die Daten stammen vom Statistischen Bundesamt. Für 2025 sind diese noch vorläufig und können noch leicht revidiert werden.
Frederic Spohr leitet die Büros der Stiftung in Taipeh und Seoul.