Stiftung
Feierliche Verabschiedung von Karl-Heinz Paqué, Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, Anne Brasseur
Karl-Heinz Paqué, Anne Brasseur, Ludwig Theodor Heuss und Sabine Leutheusser-Schnarrenberger.
© Frank NürnbergerMit einer feierlichen Veranstaltung am 26. März 2026 in der Truman-Villa am Griebnitzsee, dem Hauptsitz der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit, würdigte die Stiftung Professor Karl-Heinz Paqué, Sabine Leutheusser-Schnarrenberger und Anne Brasseur, die aus dem Vorstand der Stiftung ausschieden. Der Abend stand im Zeichen des Dankes für prägende Jahre liberaler Stiftungsarbeit – und eines bewussten Übergangs: Verantwortung wird weitergegeben, der Auftrag bleibt.
Liberal führen: Klarheit, Maß und internationale Weite
In den Beiträgen des Abends wurde deutlich, wie stark die Arbeit der Stiftung von einer Haltung lebt, die nicht bei Begriffen stehen bleibt: Freiheit, Rechtsstaat und Demokratie sind Handlungsauftrag – in der politischen Bildung in Deutschland ebenso wie in der internationalen Projektarbeit. Gerade angesichts wachsender Polarisierung, autoritärer Versuchungen und der Erosion demokratischer Selbstverständlichkeiten sind politische Stiftungen wichtiger denn je: als Orte der Debatte, der Einordnung und der Ermutigung zum staatsbürgerlichen Engagement.
Feierlicher Abschied in der Truman-Villa
v.l.n.r. Ludwig Theodor Heuss, Maren Jasper-Winter, Anne Brasseur, Annett Witte, Sabine Leutheusser-Schnarrenberger und Karl-Heinz Paqué.
© Frank Nürnberger
Karl-Heinz Paqué und Annett Witte.
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Annett Witte und Steffen Saebisch.
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Karl-Heinz Paqué
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Hermann Otto Solms und Sabine Leutheusser-Schnarrenberger.
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v.l.n.r. Claudia Groß, Karl-Heinz Paqué, Dilara Gökdemir, Annett Witte, Ludwig Theodor Heuss und Kathrin Gärtner.
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Ludwig Theodor Heuss und Karl-Heinz Paqué.
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v.l.n.r. Anne Brasseur, Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, Karl-Heinz Paqué, Maren Jasper-Winter und Florian Rentsch.
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Anne Brasseur und Ludwig Theodor Heuss.
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Sabine Leutheusser-Schnarrenberger umarmt Ludwig Theodor Heuss.
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Hermann Otto Solms im Gespräch mit Thomas Ilka.
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Anne Brasseur verfolgt die Abschiedszeremonie.
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Sabine Leutheusser-Schnarrenberger im Gespräch mit Maren Jasper-Winter und Dilara Gökdemir.
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Karl-Heinz Paqué, Anne Brasseur , Ludwig Theodor Heuss und Sabine Leutheusser-Schnarrenberger.
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Bettina Stark-Watzinger und Sabine Leutheusser-Schnarrenberger im Gespräch.
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Annett Witte und Ludwig Theodor Heuss.
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Michael Georg Link im Gespräch mit Roland Werner.
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Bettina Stark-Watzinger und Christian Dürr im Gespräch.
© Frank NürnbergerLaudatio: Ludwig Theodor Heuss würdigt Karl-Heinz Paqué, Sabine Leutheusser-Schnarrenberger und Anne Brasseur
Höhepunkt des Abends war die Laudatio von Ludwig Theodor Heuss auf die ausscheidenden Vorstandsmitglieder. In einer ebenso persönlichen wie politischen Würdigung zeichnete Heuss mit Blick auf Professor Karl-Heinz Paqué das Bild eines Liberalen, der sich weder mit leichten Antworten zufriedengibt noch mit bequemen Mehrheiten begnügt. Heuss betonte: „Du hast die Stiftung geführt in Jahren, in denen „Freiheit“ zugleich Orientierung und Streitbegriff war. Du hast Liberalismus vorgelebt – nicht als Etikett, sondern als Haltung: als Vertrauen in die Fähigkeiten des Einzelnen, als Respekt vor Leistung, als Bekenntnis zu Eigenverantwortung, als Schutz vor staatlicher Übergriffigkeit und als Überzeugung, dass Wohlstand, Innovation und gesellschaftlicher Fortschritt nur dort entstehen, wo Freiheit Raum bekommt.“
Dank und Respekt für Leutheusser-Schnarrenberger
Die Stiftung verabschiedete auch die stellvertretende Vorstandsvorsitzende und ehemalige Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger mit großem Dank und Respekt. Heuss würdigte insbesondere ihr Eintreten für den Rechtsstaat, für Bürgerrechte und für eine freiheitliche Demokratie, die Sicherheit nicht gegen Freiheit ausspielt. Ihr Engagement gab der Stiftung – intern wie öffentlich – Orientierung: prinzipientreu, wachsam und stets an der Seite des Individuums. „Du warst verlässliche Orientierung, klare Stimme und gelebte Haltung – und dabei immer du selbst. Dein Kompass waren die großen freiheitlichen Werte: Freiheit, Rechtsstaatlichkeit, Menschenrechte, Meinungsfreiheit. Bei dir klangen sie nie wie Sonntagsrhetorik. Du hast ihnen Gewicht gegeben – als Grundlage, als Maßstab, als Verpflichtung. Du hast Freiheit nie abstrakt verhandelt, sondern immer gefragt: Was bedeutet sie konkret – für Menschen, für Institutionen, für die offene Gesellschaft? Diese Erdung hat unsere Arbeit gestärkt.“, betonte Heuss.
Eine überzeugte Europäerin: Anne Brasseur
Mit Anne Brasseur würdigte die Stiftung eine überzeugte Europäerin, die für Dialog, demokratische Standards und internationale Vernetzung steht. Ihre Perspektive öffnete die Arbeit der Stiftung über nationale Debatten hinaus und unterstrich die Bedeutung europäischer Zusammenarbeit in Zeiten geopolitischer Spannungen. Ludwig Theodor Heuss betonte: „Seit deinem Eintritt in unseren Vorstand hast du unsere Arbeit mit Erfahrung, Weitblick und großer Glaubwürdigkeit bereichert: mit internationaler Perspektive, liberaler Überzeugung und feinem politischen Instinkt. Was aber ebenso bleibt, ist das sehr Menschliche: deine Zugewandtheit, deine Herzlichkeit, dein echtes Interesse an anderen. Du bist eine, die zuhört. Eine, die ermutigt. Eine, die Orientierung gibt, ohne sich in den Vordergrund zu drängen. Du gehst aus dem Amt – und bleibst Vorbild: als Liberale, als Europäerin, als Mensch.“
Die gesamte Laudatio finden Sie hier.
Karl-Heinz Paqué bedankte sich im Namen des Vorstands für die stets mit Leidenschaft und konstruktivem Geist gestaltete Zusammenarbeit mit dem Kuratorium.
Übergang als Signal: Der Auftrag bleibt
Die Stiftung steht vor großen Aufgaben und großen Möglichkeiten. Politische Bildung muss heute mehr denn je Orientierung bieten, ohne zu vereinfachen; sie muss Debatte ermöglichen, ohne zu spalten; und sie muss Menschen ermutigen, Verantwortung zu übernehmen – in Parteien, Institutionen, Initiativen und im Alltag. Die Abschiedsveranstaltung in der Truman-Villa war damit zugleich Rückblick und Ausblick: eine würdige Verneigung vor geleisteter Arbeit – und ein klares Bekenntnis, den liberalen Auftrag der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit mit neuer Kraft fortzuschreiben.