China
Studie: Deutschlands Importabhängigkeit von China steigt
China Shipping Line Schiff
© picture alliance / Geisler-Fotopress | Dwi Anoraganingrum/Geisler-Fotopress26. Mai 2026 - Kurz vor der China-Reise von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche zeigt eine Studie die zunehmende Abhängigkeit Deutschlands von Importen strategisch wichtiger Güter aus der Volksrepublik. Entgegen den Zielen der China-Strategie der Bundesregierung von 2023 ist Chinas Importanteil bei mehreren Produkten und Rohstoffen gestiegen, die in der Strategie als kritisch eingestuft werden. Das ist das Ergebnis einer Analyse der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit.
Bei wiederaufladbaren Lithium-Batterien stieg Chinas Anteil an der gesamten Importmenge von 49,7 Prozent im Jahr 2023 auf 66,5 Prozent im Jahr 2025. Auch bei Antibiotika nahm der Anteil chinesischer Lieferungen zu: von 65,3 Prozent auf 72,9 Prozent. Bei Vitaminen und Provitaminen stieg der Anteil von 71,3 Prozent auf 81,6 Prozent. Zudem erreichte der chinesische Anteil bei Solarpanels einen neuen Höchstwert. Mittlerweile beträgt er 92,6 Prozent des Gesamtimportgewichts.
Weiterhin ist China praktisch der einzige Lieferant für die Seltenen Erden Praseodym, Neodym und Samarium, die für die Produktion leistungsstarker Permanentmagnete etwa in E-Motoren wichtig sind. Zugleich sei die Importmenge dieser Warengruppe von 3,1 Tonnen im Jahr 2023 auf 13,0 Tonnen im Jahr 2025 gestiegen.
„Ausgerechnet in kritischen Bereichen diversifiziert Deutschland nicht, sondern wird noch abhängiger und damit noch verletzlicher“, sagt Studienautor Frederic Spohr, der die Büros der Naumann-Stiftung in Taiwan und Korea leitet. „Künftig könnte das De-Risking für Unternehmen noch komplizierter werden, da die chinesische Regierung mittlerweile aktiv dagegen steuert."
Die China-Strategie war von der Ampel-Regierung im Juli 2023 veröffentlicht worden und wird von der schwarz-roten Bundesregierung weiterhin als Bezugsrahmen genutzt. In der Strategie wird unter anderem das Ziel formuliert, kritische Abhängigkeiten von China zu verringern und wirtschaftliche Risiken zu reduzieren. Genannt werden Metalle und Seltene Erden, Lithiumbatterien, Photovoltaik sowie pharmazeutische Wirkstoffe einschließlich Antibiotika.
Die Analyse berücksichtigt direkte deutsche Importe aus China. Einfuhren über Drittstaaten sind nicht erfasst. Die Daten stammen vom Statistischen Bundesamt; die Werte für 2025 sind vorläufig.
Die Studie ist hier abrufbar: https://shop.freiheit.org/#!/Publikation/2103