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Stipendiaten
Berchtesgadener Land: Rohstoffrepublik Deutschland: Tag 4

Tag 4

Unser vierter Tag der Inlandsakademie startete für uns Stipendiat:innen ab 08:00 Uhr mit einem ausgiebigen Frühstück, bei dem unser Küchenteam heute frisch zubereitete Pfannkuchen zauberte – auch in veganer Form.

Gut gestärkt ging es um 09:30 Uhr mit einem politikwissenschaftlichen Input weiter: In einem kompakten, aber intensiven und hochspanenden Vortrag mit dem Titel „Rohstoffstrategie der EU – Versorgungssicherheit vs. Nachhaltigkeit“ beleuchtete Dr. Jakob Kullik dieses interessante Spannungsfeld. Dr. Kullik verdeutlichte, wie stark die EU bei zivilen Zukunftstechnologien und der Verteidigungsfähigkeit von Chinas Rohstoffmonopol abhängt und wie Pekings Exportrestriktionen bereits zu Engpässen führen. Er zeigte uns beispielhaft an den verschiedenen Strategien der USA, der EU und Japans, wie versucht wird, mit Chinas Monopol umzugehen. Weiterhin sprachen wir über die Gründe von Chinas Aufstieg und welche Möglichkeiten die Europäische Union und ihre Partner haben, Chinas Monopol zu schwächen. Des Weiteren lernten wir verschiedene Sichtweisen auf Rohstoffmärkte kennen: die marktliberale, die sozio-ökologische, die geoökologische und die geopolitische Sichtweise. Während die marktliberale Sichtweise – Rohstoffe sind normale Handelsgüter – die Politik der vergangenen Jahrzehnte dominierte, nimmt die Wichtigkeit der geoökologischen – Rohstoffe sind strategische Markt- und Machtgüter – und der geopolitischen – Rohstoffe und Lieferketten sind (kriegs-) strategische Machtinstrumente im geopolitischen Ringen – Sichtweisen durch das aktuelle weltpolitische Geschehen immer weiter zu. Am Ende nahm sich Dr. Kullik ausgiebig Zeit für unsere Fragen. 

Um 11:30 Uhr starteten wir erneut mit unserer „PKW-Flotte“ zum Startpunkt unseres Tagesausfluges in die bayerische Natur. Bei einer gemeinsamen Wanderung zur Bichleralm wurde das am Dienstag von Dr. Baier Gelernte aktiv besprochen und reflektiert. Die am Dienstag gehörten Konzepte des Nationalparks Berchtesgaden zu Wald, Bäumen, Forstwirtschaft und Naturverjüngung wurden angesichts der umgebenden Landschaft noch einmal lebendig diskutiert – ganz im Sinne des Ansatzes, „die Natur, Natur sein zu lassen“. Bei der Alm angekommen, belohnten wir uns mit einer kleinen Stärkung – bei vielen ein traditioneller Kaiserschmarrn.

Das offizielle Tagesprogramm war damit beendet und wir Stips nutzten den Abend, um im wunderschönen Thumsee schwimmen zu gehen. Der Sprung in das klare Wasser bot nach den sportlichen und geistigen Anstrengungen des Tages die perfekte Erfrischung. Im Anschluss endete dieser ereignisreiche Tag mit einem gemeinsamen Grillen am Abend. Ein stimmungsvoller Ausklang. In entspannter Atmosphäre und bei hervorragendem Essen wurden die Diskussionen über Geopolitik, Rohstoffökonomie und Naturschutz bis in die späten Stunden fortgesetzt