Stipendiaten
Berchtesgadener Land: Rohstoffrepublik Deutschland: Tag 3
Der Tag startete um 8 Uhr mit einem leckeren Frühstück. Neben Brötchen, Laugenecken und Croissants gab es ebenfalls eine Auswahl regionaler Käsesorten. Gut gestärkt ging es dann um 9:30 Uhr mit dem ersten Programmpunkt des Tages los.
Alle Stips versammelten sich in unserem Seminarraum für einen Online-Vortrag von Dr. Melanie Müller, Wissenschaftliche Mitarbeiterin der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP), zum Thema Rohstoffkooperationen mit afrikanischen Staaten. Der Vortrag reihte sich thematisch optimal in die bisherigen Inhalte der Akademie ein und beleuchtete das aktuelle Spannungsfeld rund um kritische Rohstoffe wie Kobalt, Kupfer und Lithium. Dabei lag ein besonderer Fokus auf ausgewählten afrikanischen Staaten, darunter Simbabwe.
Am Beispiel Simbabwes wurde deutlich, wie rohstoffreiche Länder in den letzten Jahren versuchen, mehr Wertschöpfung im eigenen Land zu generieren. So verfolgt das Land seit 2022 eine neue Strategie und hat einen Exportstopp für unverarbeitetes Lithium eingeführt. Dies soll den Ausbau von Weiterverarbeitungstechnologien vor Ort fördern und die Abhängigkeit vom reinen Rohstoffexport verringern.
Darüber hinaus zeigte der Vortrag noch einmal anschaulich, wie gut sich China im Laufe der vergangenen Jahre auf dem Rohstoffmarkt etabliert hat und wie unterschiedlich die Strategien Chinas und der Europäischen Union zur Sicherung kritischer Rohstoffe sind. Während China bereits früh damit begonnen hat, physische und politische Verbindungen aufzubauen, beispielsweise durch die Schaffung von Transportkorridoren, verfolgt die EU diesen Ansatz erst seit einigen Jahren verstärkt. Dies hat dazu geführt, dass China heute eine Schlüsselrolle in der globalen Rohstoffindustrie einnimmt und einen Großteil der Weiterverarbeitung kritischer Rohstoffe übernimmt. Den Abschluss des Online-Vortrags bildete eine rege Fragerunde der Stips.
Nach einer kurzen Kaffeepause ging es um 11:30 Uhr direkt mit dem nächsten Programmpunkt weiter. In Vorbereitung auf das Planspiel am Freitag wurden wir mit der Thematik, dem Ablauf sowie der Rollenverteilung des Spiels vertraut gemacht. Im Mittelpunkt steht dabei der imaginäre Staat Aurina, der kürzlich wertvolle Rohstoffvorkommen entdeckt hat. Im Anschluss erhielten die Stips ihre jeweiligen Rollenkarten und wurden für die kommenden Debatten und Verhandlungen am Freitag gebrieft.
Während sich einige der Stips in ihre wohlverdiente Mittagspause begaben, machte sich das heutige Mittagessens-Team an die Arbeit. Begleitet von spanischer Musik und kleinen Salsa-Tanzeinlagen zauberte das fünfköpfige Team köstliche Wraps für alle Teilnehmenden.
Um 15:30 Uhr stand dann der letzte offizielle Programmpunkt des Tages an: die Auseinandersetzung mit zwei Dokumentationen zum Thema kritische Rohstoffe. Dafür teilte sich unsere Gruppe auf. Während sich die eine Gruppe mit dem Vorkommen und Abbau kritischer Rohstoffe in Chile beschäftigte, schaute die andere Gruppe eine Dokumentation über Chinas Vorsprung im globalen Wettlauf um die Rohstoffe der Zukunft. Im Anschluss kamen wir wieder zusammen und tauschten uns in einer gemeinsamen Diskussionsrunde über die Inhalte der Dokumentationen aus. Dabei reflektierten wir die unterschiedlichen Perspektiven und diskutierten die politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Herausforderungen, die mit dem Thema kritische Rohstoffe verbunden sind.
Anschließend ging es in den inoffiziellen Teil des Tages über. Am Abend wurden, atmosphärisch wunderbar zu den Inzeller Bergen passend, Käsespätzle mit Röstzwiebeln genossen. Danach machten sich alle, die Lust hatten, auf den Weg zum Brauchtumsabend im Vereinsheim Inzell. Dort wurde die Lokale Tracht erklärt (inklusive farblicher Abgrenzung zu den Nachbargemeinden) und die Jugendgruppe des Trachtenvereins “D` Falkastoaner Inzell” führte Schuhplattler auf. Einige Stips versuchten sich im Anschluss selbst an den traditionellen Tanzschritten, mit mal mehr, mal weniger Erfolg. Auf dem Rückweg vom Dorffest wurden dann noch Kälber gefüttert, bevor ein weiterer produktiver aber auch spaßiger Tag der Inlandsakademie zu Ende ging