Women's Month
Für Olayi war Aktivismus immer der Antrieb
Photo of a young woman with her fist raised in solidarity at a march.
© ShutterstockDer Community zu dienen, war für Zintle Olayi schon immer eine Herzensangelegenheit. Als eines der jüngsten Ratsmitglieder des Landes wechselte Olayi vor Kurzem in den Rat der Cape Winelands Bezirkskommune, nach einem Jahr im Stadtrat von Stellenbosch. Doch schon lange, bevor aus Olayi ein Ratsmitglied wurde, stand der Aktivismus im Mittelpunkt. Anlässlich des Women's Month in Südafrika haben wir Olayi im neuen Büro besucht.
„Mein politisches Engagement begann schon 2016, allerdings nicht in einem klassischen politischen Rahmen; es war reiner Aktivismus. Ich war in vielen NGOs und Non-Profit-Organisationen aktiv, etwa im Triangle Project und im Victory Institute. Das war mein Raum, in dem ich Politik gemacht habe. Doch dort habe ich gemerkt, dass man im Aktivismus keine wirklich starke Stimme hat. Deshalb entschied ich: Die Antwort liegt in der klassischen Politik", sagt Olayi.
Kurz darauf folgte der Eintritt in die Kommunalpolitik im Raum Stellenbosch. Nach Prüfung verschiedener Parteien und ihrer Programme fiel die Entscheidung zugunsten der Democratic Alliance (DA), des politischen Partners der FNF in Südafrika. Damit begann die politische Laufbahn der queeren, Schwarzen Olayi, und das nach mehr als acht Jahren Aktivismus. Im Jahr 2024 schloss Olayi das DA Young Leaders Programme ab, ein von der FNF unterstütztes Programm für junge, liberale Politikerinnen und Politiker.
„Nach dem Young-Leaders-Programm fügte sich nach und nach alles zusammen. Erst die Arbeit in der Verwaltung eines Wahlbezirks, dann, ein Jahr später, der Schritt zum Ratsmitglied in der Kommune. Und das nicht nur wegen Young Leaders, sondern auch, weil ich mich dafür einsetze, für die Menschen da zu sein."
Nun, ein weiteres Jahr später, ist Olayi als Ratsmitglied in einer größeren Kommune vereidigt worden, der Cape Winelands Bezirkskommune, die einen größeren Zuständigkeitsbereich hat und mehr Gemeinden in der Region betreut. Den Grundstein für diese politische Laufbahn legte die Zeit im Stadtrat von Stellenbosch.
„Ich habe viel darüber gelernt, was es bedeutet, ein Ratsmitglied zu sein. Das war überwältigend, denn jetzt saß ich selbst mit am Tisch. Ich hatte eine Stimme. Ich konnte für Menschen sprechen, die nicht für sich selbst sprechen konnten, und das war mir sehr wichtig. Es war eine Verantwortung, die ich nicht auf die leichte Schulter genommen habe, denn es geht um das Leben von Menschen, und ich gehöre selbst zu ihnen. Ich wollte etwas Gutes bewirken. Ich möchte, dass es Menschen besser geht und sich ihre Lebenssituation verbessert. Und wenn ich die Möglichkeit habe, daran etwas zu ändern, dann soll es so sein. Genau das habe ich in den vergangenen Jahren getan."
Olayi at an end Gender Based Violance campaign event.
© SuppliedDoch so sehr es Olayi um die Menschen geht, hat die Politik auch ihre einschüchternden Seiten. Ein leichtes Spiel war es nie. „In der Politik ist nicht immer alles rosig, und manchmal sind die Menschen, die man für Freunde hält, gar nicht unbedingt Freunde. Manche sehen dich und deinen Aufstieg als Bedrohung. Das habe ich selbst erlebt." Und doch liegt das Erfolgsrezept für Olayi darin, weiterzumachen und die Community im Blick zu behalten.
Im Juni dieses Jahres legte Olayi das Mandat im Stadtrat von Stellenbosch nieder, um in die Bezirkskommune Cape Winelands zu wechseln. Es ist eine deutlich größere Kommune, die mehrere Städte umfasst, darunter Stellenbosch, Drakenstein, Witzenberg, Breede Valley und Langeberg. Für Olayi ist das eine ziemliche Umstellung, der Antrieb aber bleibt derselbe.
„Das ist neu für mich. Ich glaube, ich bin die jüngste Person in diesem neuen Rat, mit deutlich älteren Kolleginnen und Kollegen. Aber im Stadtrat von Stellenbosch habe ich gelernt, dass ich noch nicht alles weiß, und die Reise geht ja weiter. Das hier ist natürlich eine deutlich größere Nummer. Ich muss jetzt auch mehr reisen, weil es eine viel größere Kommune mit Büros in der ganzen Region ist. Es geht gemächlicher zu, aber mir wurde gesagt, dass es ein guter Ort sei, um zu wachsen."
Der Weg in die klassische Politik heißt für Olayi nicht, den Aktivismus aufzugeben. „Ich will sehen, wohin mich diese Reise führt. Ich möchte nicht aufhören, aktivistisch zu sein, denn das bin ich zuallererst, noch bevor ich ein Ratsmitglied bin. Aktivismus heißt, sich für etwas oder für jemanden einzusetzen, und genau das will ich mit meinem Leben tun. Ich habe das Gefühl, dass ich für diese Aufgabe geboren bin. Ich bin sehr zufrieden und sehr glücklich mit dem, was ich tue. Und ich kann mir nicht vorstellen, jemals etwas anderes zu machen."
Mit Blick auf die Kommunalwahlen im November dieses Jahres appelliert Olayi an junge Menschen, ihre Zukunft ernster zu nehmen. „Politik ist wichtig. Politik bestimmt, wo du wohnst, was du isst, was du anziehst, mit wem du sprichst und welche Arbeit du hast. Niemand kann sagen, Wählen oder Politik sei nichts für einen. Politik ist für dich da. Politik bist du. Wir können die politische Landschaft in Südafrika verändern, so wichtig ist deine Stimme."