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Kommunalpolitik
Zum 50. Geburtstag von Dr. Anita Maaß

Eine Würdigung ihres kommunalpolitischen Wirkens in Lommatzsch.
Anita Maaß

Anita Maaß

© picture alliance/dpa | Robert Michael  

Auf eine Bürgermeisterin prasselt heute mehr ein als Sitzungspläne und Grußworte: Haushaltsdruck und demographischer Wandel, Erwartungen und Krisen, die plötzlich vor der eigenen Tür stehen - und dies in einem polarisierten gesellschaftlichen Klima, in dem sich Debatten schneller verhärten, als Lösungen wachsen können. Kommunalpolitik ist längst nicht mehr „Politik im Kleinen“, sondern der Ort, an dem sich entscheidet, ob Staat als handlungsfähig, fair und zugewandt erlebt wird.

Dr. Anita Maaß wurde 2005 Bürgermeisterin von Lommatzsch - damals mit 29 Jahren - jüngste hauptamtliche Bürgermeisterin einer Stadt in Sachsen. Sie hat ihre Stadt über Jahre geprägt, durch schwierige Entscheidungen geführt und Vertrauen aufgebaut: ihre eindrucksvollen Ergebnisse bei ihrer bislang zweimaligen Wiederwahl, zuletzt 2019 mit 93 % der Stimmen, sind ein klares Zeichen, dass auch in diesen turbulenten Zeiten Politik aus der Mitte heraus Vertrauen schaffen kann.

Ihr Wirken steht für das, was Liberalismus im besten Sinne meint: Verantwortung übernehmen, auch wenn es schwierig ist: gleich zu Beginn ihrer Amtszeit mit der Bewältigung der hohen kommunalen Verschuldung und die damit einhergehenden, strengen Konsolidierungskurse, und gleichzeitig Investitionen in die Zukunft zu ermöglichen.

Diese Haltung bringt sie auch in die Arbeit der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit ein: Als Mitglied des Kuratoriums seit 2013 trägt sie dazu bei, die Stiftung in ihrer Aufgabe zu stärken, politische Bildung zu ermöglichen und liberale Orientierung gerade dort zu geben, wo sie besonders gebraucht wird, mitten in den konkreten Herausforderungen unserer Demokratie. Und dies mit einer Vor-Ort-Erfahrung, die nicht jeder mitbringt.

Dass sie sich wissenschaftlich mit dem Zerfall von Demokratie und dem kommunalen Parlamentarismus in der Weimarer Republik beschäftigt hat, macht ihren Blick besonders klar: Demokratie geht selten mit einem Knall verloren - häufiger in vielen kleinen Schritten, wenn Respekt und Fairness verschwinden. Umso wichtiger ist, dass Anita Maaß zuletzt entschieden hat, noch einmal zu kandidieren. Für mich ist das ein starkes Signal: Sie lässt sich die Handlungsfähigkeit der Kommune und die Idee einer offenen, freiheitlichen Gesellschaft nicht aus der Hand nehmen.

Liebe Frau Dr. Maaß, zu Ihrem 50. Geburtstag danke ich Ihnen herzlich für Ihr Wirken, für unsere Demokratie als Bürgermeisterin von Lommatzsch, für Ihr Engagement in unserer Stiftung und für Ihren Einsatz für den Liberalismus in Sachsen - auch durch die Übernahme des Landesvorsitzes in schwierigen Zeiten. Ich wünsche Ihnen Gesundheit, Kraft, gute Verbündete - und den Rückenwind, den Menschen verdienen, die mit geradem Rücken unsere Demokratie vor Ort tragen und nicht nur darüber sprechen.