9 ziemlich ungewöhnliche Tipps für Reisen abseits des Mainstream

Die Geheimtipps unserer Länderexperten

Nachricht19.09.2017Julia Kranz
on the road, Reisen
iStock / swissmediavision

Urlaub vorbei? Der nächste kommt bestimmt. Wer sich jetzt schon einmal inspirieren lassen möchte und zumindest in Gedanken in die Ferne streifen, sollte weiterlesen. Denn wir lieben die Freiheit, das Reisen und politische Bildung. Da sich diese Leidenschaften on the road und außerhalb der eigenen Komfortzone am besten verbinden lassen, haben wir unsere Länderexperten nach ihren Geheimtipps gefragt. Vor Ort im Einsatz für Menschenrechte beschäftigen sie sich ganz intensiv mit Land und Leuten. Und haben ziemlich ungewöhnliche Reisetipps auf Lager. Kein Land, das man nicht selbst erlebt, mit eigenen Augen gesehen und dessen Bewohner man nicht kennengelernt hat, kann man begreifen. Also, nix wie los!

1. Ukraine

Stadtbild von Kiew
CC0 Public Domain

Was, Ukraine? Ja, das Land, aus dem in den vergangenen Jahren so viel über Krieg und Krisen berichtet wurde, lohnt sich tatsächlich als Reiseland, sagt unsere Projektleiterin Miriam Kosmehl. Besonders für Menschen, die Gegensätze nicht schrecken. Nur gut 2 Flugstunden entfernt wartet die einzigartige Metropole Kiew darauf, entdeckt zu werden. Mit dynamischen Kunstprojekten, Plattenbauten, schöner Natur, in die Besucher mit dem Kajak aus der Hauptstadt in kurzer Zeit paddeln können, coolen Bars und Schaschlik und Bier überall. Mehr

2. Pakistan

Der Nanga Parbat im Himalaya ist mit 8126 m neunthöchster Berg weltweit und gilt als sehr schwierig zu besteigen.
Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit

Pakistan als Reiseziel haben Touristen nicht wirklich auf dem Schirm. Wohl auch wegen seines schlechten Rufs: Armut, Bomben, Terroristen, politisch nicht unbedingt stabil. Almut Besold, die mit ihrer Familie in Islamabad lebt, erklärt, warum das ein Fehler ist. Denn die Mutigen, die eine Reise nach Pakistan wagen, werden mit kulturellen Schätzen und Gastfreundschaft belohnt. Und majestätischen Bergen, wie den Achttausender Nanga Parbat im Himalaya. Fakten, die (nicht) überraschen: in Pakistan haben Pfefferstreuer fünf Löcher und Salzstreuer nur einen. Mehr

3. Südafrika

Junge Joburgerinnen in der Innenstadt.
Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit

Okay, Reisen nach Südafrika gehören mit zu den beliebtesten Zielen der Deutschen. Malerische Strände, wilde Tiere und nicht zuletzt ein für Europäer günstiger Wechselkurs üben ihren Reiz aus. Aber von Johannesburg sehen die meisten Touristen nur OR Tambo, den internationalen Flughafen. Die Stadt gilt nicht als „Must-See“. Zu gefährlich, zu schmutzig, heißt es. Dabei hat „Joburg“ als pulsierendes Herz des Landes und Stadt im Wandel mehr als Hipster, Kunst und kulinarische Feinheiten zu bieten, wie Michelle Gramlich und Ekaterini Georgousaki zeigen. Und versprechen: Bei einem Besuch der Main Street in Joburg kommt ihr aus dem Stauen nicht mehr heraus. Mehr

4. Russland

Der Moskauer Kreml von der Bolshoy Kameniy Brücke über die Moskwa.
Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit

Russland ist ein schönes Land: von Kultur- und Städtereisen bis hin zu sagenhaften Naturerlebnissen hat das Riesenreich einiges an Wundern und Überraschungen zu bieten, weiß der Leiter unseres Büros in Moskau, Julius von Freytag-Loringhoven. Und ist überzeugt: „Wer in unseren schwierigen Zeiten Russland verstehen will, sollte es erleben.“ Ob das prächtige Sankt Petersburg, den Muezzin und die Kirchenglocken im Kreml der tatarischen Hauptstadt Kasan oder einen Kamatschatka-Krabben-Wrap an einem der Hipster-Stände des Danilwski-Markts in Moskau. Eine Russland-Reise ist ein Genuss mit allen Sinnen. Mehr

5. Rumänien

Hipster, Bukarest, Rumänien
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Wer kennt nicht den blutrünstigen, aus Siebenbürgen stammenden Vampir Dracula? Dass sich Rumänien als Land aber immer mehr zu einem alternativen Reiseziel für Kultur-, Natur- und Wandertourismus entwickelt, berichtet Raimar Wagner. Die rumänische Schwarzmeerküste hat das Rennen gegen den bulgarischen Nachbarn verloren. Bukarest mausert sich vom „Klein-Paris“ über den Kommunismus zur modernen Hipster-Stadt, in der an jeder Ecke vegane, vegetarische und raw-vegane Läden mit jungen „Coffe-to-go“-Konsumenten aus der IT-Branche sprießen. Mehr

6. Tunesien

FNF Tunisia

Nur wenige Länder haben so viel Sonne, so lange Strände, so gut erhaltene Stätten des Weltkulturerbes und eine so ungewöhnliche junge Demokratie zu bieten wie das Land am nördlichsten Punkt Afrikas. Aber auch so schwer zu kämpfen mit den Nachwirkungen der Anschläge auf Touristen. Ralf Erbel zeigt, dass man als Tourist auch Hoffnungsstifter für ein auf wirtschaftlichen Erfolg so angewiesenes Nachbarland Europas ist. Und warum man deshalb „All-inclusive“ Angebote getrost ignorieren sollte. Mehr

7. Tschechien

Orte der Freiheit Prag
istock / miodrag ignjatovic

Prag ist weltoffen und die Prager lieben ihre Freiheit. Dafür haben sie viel eingesetzt. Wo man diese Geschichte in der Stadt noch nachspüren kann, zeigt Detmar Doering. Zum Beispiel auf dem Jan Palach-Platz. Hier verbrannte sich 1969 der damals 20-jährige Student, um gegen die gewaltsame Beendigung des Prager Frühlings zu protestieren. Das Mahnmal der Opfer des Kommunismus am Fuße des Petřinberges (Tramstation Újezd) lädt zum Nachdenken ein. Wie auch die bewegende Geschichte der 1950 hingerichteten Frauenrechtlerin Milada Horáková, um nur einige von vielen historisch Spannenden Orten der tschechischen Hauptstadt zu nennen. Mehr

8. Marokko

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„Mafi muschkil“ heißt es in Marokko an jeder Ecke. Was arabisch umgangssprachlich so viel wie „Kein Problem!“ bedeutet. Für Länderexperte Olaf Kellerhoff ein Zauberwort, das Türen öffnet. In maximal vier Flugstunden Entfernung locken Kiefernwälder, der hohe Atlas zum Skifahren, Wüstentouren durch die Sahara oder einfach die tausendundeinen Geschmäcker der marokkanischen Küche. Und die Königstädte Marrakesch, Fès, Meknès und Rabat. Der Literaturkenner kommt in Tangers Medina auf seine Kosten, in der er die Eindrücke William S. Bourroughs „Naked Lunch“, einem der Hauptwerke der Beat Generation, nachspüren kann. Cineasten zieht es vielleicht eher nach Quarzazate. In der Wüstenstadt wurden Alfred Hitchcocks „Der Mann, der zu viel wusste“ und „Lawrence von Arabien“ gedreht.  Mehr

9. Senegal

Das Stiftungsteam aus dem Senegal sendet beste Grüße.
Das Stiftungsteam aus dem Senegal sendet beste Grüße.Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit

Senegal ist für Touristen noch ein Geheimtipp – doch das Land hat viel zu bieten, weiß Inge Herbert. Nicht nur, dass in Senegal die Temperaturen nie unter 18 Grad Celsius rutschen. Es gilt auch als eines der sichersten Reiseländer in Afrika und ist ideal, um dem europäischen Winter zu entfliehen. Von „terranga“, der legendären Gastfreundschaft ganz zu Schweigen. Besonders sind aber die Einblicke der historischen Stätten Gorèes. Hier wurden bis zum Verbot der Sklaverei im Jahr 1848 Slaven verschifft. Wer nicht die Fähre zur Insel nehmen will, kann  versuchen, die ca 3,8 km schwimmend zu überqueren. Jedes Jahr im Oktober findet ein organisiertes Wettschwimmen statt. Mehr