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Migration
Talentmobilität als Chance für Städte

Was Mexiko und Europa vom Innovationsökosystem Barcelonas lernen können
Participantes de México, Turquía, España Italia, y Malta conocieron las iniciativas de movilidad de Barcelona

Participantes de México, Turquía, España Italia, y Malta conocieron las iniciativas de movilidad de Barcelona

© FNF Mexico

Wie können Städte wettbewerbsfähig und inklusiv bleiben, wenn ihre Bevölkerung altert, Unternehmen unter Fachkräftemangel leiden und der weltweite Wettbewerb um qualifizierte Arbeitskräfte zunimmt? Diese Frage stand im Mittelpunkt unserer jüngsten Zusammenarbeit mit unserem Büro in der Türkei und dem Institute for Futures in Barcelona.

Vier Tage lang erhielten Vertreterinnen und Vertreter aus Mexiko, der Türkei, Spanien, Italien und Malta Einblicke in Initiativen, die Barcelona zu einem der dynamischsten Innovationsökosysteme Europas gemacht haben. Die enge Zusammenarbeit zwischen Regierungen, Unternehmen, Universitäten und zivilgesellschaftlichen Organisationen hat dort die Gewinnung und Entwicklung von Talenten zu einer zentralen Strategie für wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit gemacht.

Eine demografische Herausforderung, die die Volkswirtschaften bereits verändert

Unser Besuch in Barcelona basierte auf einer klaren Realität: Europa befindet sich in einem tiefgreifenden demografischen Wandel. Die Nachfrage nach Talenten wächst, während Länder mit einer Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter zunehmend auf die Entwicklungen des Arbeitsmarktes reagieren. Nach den neuesten Daten von Eurostat liegt das Durchschnittsalter der Bevölkerung in Europa bei 43 Jahren, und 22 % der Bevölkerung der Europäischen Union sind älter als 65 Jahre. Prognosen zeigen, dass sich dieser Trend in den kommenden Jahrzehnten fortsetzen wird. Bis zum Ende des Jahrhunderts wird der Anteil der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter weiter sinken, während der Druck auf Pflege- und Rentensysteme zunimmt.

Vor diesem Hintergrund ist internationale Talentmobilität längst nicht mehr nur eine Frage der Migration, sondern ein zentrales Element der Wirtschaftspolitik geworden. Dies zeigt sich bereits daran, dass in mehreren Ländern gezielt Fachkräfte für bestimmte Berufe gesucht werden, insbesondere im Gesundheitswesen.

particpantes del evento conocieron de primera mano las iniciativas de movilidad de Barcelona
© FNF Mexico  

Barcelona: Ein Labor für Innovation und Zusammenarbeit

Das Programm des Forums wurde gezielt entwickelt, um erfolgreiche Praxisbeispiele kennenzulernen. Der Innovationsdistrikt 22@ Barcelona zeigt, wie Unternehmensgründungen gefördert und Arbeitsplätze geschaffen werden können. Barcelona Activa, die städtische Agentur für Unternehmertum und Wirtschaftsförderung, spielt ebenfalls eine wichtige Rolle, da viele ihrer Teilnehmenden Menschen mit internationalem Hintergrund sind, die Barcelona zu ihrer neuen Heimat gemacht haben. Factoría F5, eine Organisation für inklusive Technologieausbildung, leistet einen wichtigen Beitrag zur Arbeitsmarktintegration im Technologiesektor, während Suara den steigenden Bedarf an Fachkräften im Pflegebereich verdeutlicht. Gemeinsam zeigen diese Organisationen, wie die Stadt ein Ökosystem aufbaut, das die Arbeitsmarktintegration von Menschen in den Mittelpunkt stellt – sowohl durch formale Beschäftigung als auch durch die Förderung eigener Unternehmensgründungen – und dabei den Menschen stärker in den Fokus rückt als rein wirtschaftliche Ziele.

Mehr als Talente gewinnen: Ökosysteme aufbauen

Die wettbewerbsfähigsten Städte sind jene, die Ökosysteme schaffen, in denen Kommunen, Unternehmen, Universitäten, Acceleratoren, zivilgesellschaftliche Organisationen und Innovationszentren eng zusammenarbeiten. Während unseres Besuchs wurde deutlich, dass es für Mexiko sinnvoll wäre, die bereits im Bereich Arbeitsmarktintegration, Qualifizierung und Talentmobilität tätigen Organisationen systematisch zu analysieren, um eine nationale Strategie zur Gewinnung und Förderung von Talenten zu entwickeln.

In einer Zeit, in der viele Volkswirtschaften versuchen, sich stärker in globale Wertschöpfungsketten zu integrieren und internationale Investitionen anzuziehen, ist die Verfügbarkeit von Talenten zu einem entscheidenden Wettbewerbsfaktor geworden. Die Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit ist überzeugt, dass der Austausch von Erfahrungen eine unverzichtbare Grundlage für die Entwicklung von Politikansätzen ist, die Innovation, Wohlstand und nachhaltiges Wachstum fördern