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EU/Sahel: Eine entgleiste Lokomotive?

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Bruxelles, Belgique. 14 mai 2019. Vue intérieure du Conseil de l'UE lors de la réunion des ministres des Affaires étrangères et de la Défense de l'UE et du G5 Sahel à Bruxelles, en Belgique

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Die Sahelregion und insbesondere die Mitgliedstaaten der Allianz der Sahelstaaten (AES) sind weiterhin von anhaltender Instabilität geprägt. Menschenrechtsverletzungen, der Abbau demokratischer Strukturen und des politischen Pluralismus, der Verlust staatlicher Kontrolle über ganze Provinzen, Hungersnöte sowie die Vertreibung großer Bevölkerungsgruppen verschärfen das Chaos und gefährden die Stabilität der Nachbarstaaten ebenso wie Europas.

Burkina Faso hat vergangene Woche die diplomatischen Beziehungen zu Frankreich beendet. In Mali ist und bleibt die Sicherheitslage äußerst angespannt: Tuareg-Separatisten (FLA) und islamistische Terroristen (JNIM) gehen seit knapp 3 Monaten gemeinsam gegen die malische Armee und deren Verbündete vom russischen Africa Corps vor, die immer mehr Terrainverlust verzeichnen.

Regierungen der Nachbarstaaten, Think Tanks und zivilgesellschaftliche Organisationen – darunter auch die deutschen Politischen Stiftungen – warnen seit Langem vor den Risiken und Folgen dieser Entwicklung. Laut dem Global Terrorism Index (GTI) verzeichnete die Sahelregion im vergangenen Jahr weltweit die höchste Zahl an Todesopfern infolge terroristischer Gewalt.

Mit Blick auf die Lage im Sahel gleicht Europa „einem Zug, dessen Lokomotive entgleist ist und dessen Waggons orientierungslos auseinanderdriften“. Mit diesem eindringlichen Bild warnt Dr. Bakary Samb, Direktor des Timbuktu Instituts, im Rahmen eines Liberal Talk in der Friedrich Naumann Stiftung in Dakar: Der Sahel geht uns alle an!

Am Beispiel Malis zeigt Samb auf, wie sich Terrorismus, religiöser Extremismus und Fluchtbewegungen rasant ausbreiten. Entsteht ein Machtvakuum, das von dschihadistischen Gruppen und ausländischen Söldnern gefüllt wird, begünstigt dies die Ausbreitung gewaltbereiten Islamismus, untergräbt demokratische und liberale Werte und verstärkt die Migrationsbewegungen in die Küstenstaaten Westafrikas sowie nach Europa.

Um diesen Herausforderungen zu begegnen, bedarf es gemeinsamer Strategien der Europäischen Union und der Sahelstaaten. Grundlage hierfür sollten eine partnerschaftliche und respektvolle Zusammenarbeit, die Stärkung guter Regierungsführung und resilienter Institutionen sowie eine konsequente Einbindung der Zivilgesellschaft sein.

Avis d'Experts avec Bakary Sambe

© FNF Western Africa