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Mexikos Moment: Nicht nur Autos
Mexiko ist für deutsche Unternehmen längst mehr als ein Standort für die Automobilindustrie. Während sich die Handelsbeziehungen zwischen den USA und China zunehmend entkoppeln, baut das Land seine Rolle als industrielle Drehscheibe Nordamerikas aus. Für die deutsche Wirtschaft entsteht damit ein strategisches Chancenfenster.
Die Verschiebung lässt sich an den Importdaten der Vereinigten Staaten ablesen: Zwischen 2018 und 2024 sank Chinas Anteil an den US-Importen von 21,2 auf 13,4 Prozent. Mexiko steigerte seinen Anteil im gleichen Zeitraum von 13,6 auf 15,5 Prozent. Im November 2025 lag Mexiko mit 17 Prozent sogar vor China und Kanada. In 22 von 32 untersuchten Industriesektoren konnte das Land zwischen 2018 und 2025 Marktanteile gewinnen.
Der Vorteil Mexikos besteht nicht allein in vergleichsweise niedrigen Kosten. Das Land verfügt über eine diversifizierte industrielle Basis, eine etablierte Zulieferstruktur und einen präferenziellen Zugang zum US-Markt im Rahmen des USMCA. Hinzu kommt die geografische Nähe: 72,5 Prozent des Handels zwischen Mexiko und den USA wurden 2024 auf dem Landweg abgewickelt. Das bedeutet kürzere Lieferzeiten, niedrigere Logistikkosten und mehr Flexibilität als bei Lieferketten aus Asien.
Besonders dynamisch entwickelt sich der Bereich Computer und Elektronik. Mexikos Exporte in die USA stiegen zwischen 2024 und 2025 um 47,2 Prozent. Gleichzeitig arbeitet die Branche bereits nahe ihrer Kapazitätsgrenze: Bei Computergeräten lag die Auslastung bei 97,4 Prozent, bei Halbleitern bei 94,9 Prozent. Genau hier könnten deutsche Unternehmen mit Know-how in Sensorik, Messtechnik, Automatisierung und Industrie-4.0-Anwendungen ansetzen.
Auch der Maschinenbau bietet Chancen. Mexikos Exporte von Industriemaschinen legten 2025 um 5,8 Prozent zu. In der Klima- und Kältetechnik, die für Fabriken, Lebensmittelproduktion, Pharmaindustrie und Rechenzentren relevant ist, lag die Kapazitätsauslastung bei 93,6 Prozent. Die Nachfrage ist da – nun fehlen vielerorts Produktionskapazitäten.
Mexiko ersetzt China nicht vollständig. Doch das Land wird zu einem zentralen Baustein einer resilienteren nordamerikanischen Lieferkette. Für deutsche Unternehmen lautet die Frage deshalb nicht mehr nur, ob Mexiko ein Automobilstandort ist. Sie lautet: Wie lange können sie es sich leisten, dort nicht auch Elektronik, Maschinen und industrielle Komponenten zu produzieren?
Quelle: Studie „Mexiko als strategische Alternative zu China? Investitionsmöglichkeiten für deutsche Unternehmen in Nordamerika“, IMCO/Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit, September 2026.
*Dieser Text wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz verfasst.