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Migration
Wirtschaftliche Integration neu denken

Lehren aus den Migrationswegen in Mexiko und der Türkei
The migrant transition from obteining id to entrepenuer, to prosper
© FNF Mexico

Wirtschaftliche Integration neu denken: Mexiko und Türkei fasst die Ergebnisse der internationalen Konferenz „De Migrar a Prosperar“ zusammen, die im Mai 2026 in Mexiko-Stadt stattfand, sowie begleitende Forschungsarbeiten zu Migrationswegen in Mexiko und der Türkei. Die zentrale These lautet, dass wirtschaftliche Integration nicht als Endstufe der Integration betrachtet werden sollte. Vielmehr können der Zugang zu Arbeit, Finanzdienstleistungen und unternehmerischer Tätigkeit als Grundlage für eine umfassendere soziale und politische Inklusion dienen.

Die Studie identifiziert die Legalisierung des Aufenthaltsstatus als Tor zu formeller Beschäftigung, finanzieller Inklusion und langfristiger wirtschaftlicher Teilhabe. Sie hebt zudem die Bedeutung geografischer Faktoren hervor: Durch Abschottungsmaßnahmen bleiben Migranten oft in wirtschaftlich benachteiligten Grenzregionen zurück, in denen die Chancen auf dem Arbeitsmarkt geringer sind. Der Zugang zu grundlegenden Finanzprodukten verbessert unterdessen sowohl die Ergebnisse bei der abhängigen Beschäftigung als auch bei der Selbstständigkeit.

Beispiele aus Nuevo León, Gaziantep und Nordrhein-Westfalen verdeutlichen den Wert lokal koordinierter Dienstleistungen, langfristiger öffentlicher Finanzierung, Fallmanagement und integrierter Beschäftigungsförderung. Das Papier betont zudem, dass das Unternehmertum von Migranten nicht in erster Linie ein Ausbildungsproblem ist, sondern eine Herausforderung für das Ökosystem, die Coaching, Marktzugang, Finanzierung, digitale Werkzeuge und nachhaltige Unterstützung erfordert.

Das Dokument schließt mit zehn politischen Vorschlägen, darunter frühzeitige Registrierung, stärkere lokale Verwaltung, zentrale Inklusionszentren, Fallmanagement, Zugang zu Finanzmitteln, Einbindung des Privatsektors, psychosoziale Unterstützung, inklusive digitale Infrastruktur und eine praxisorientiertere öffentliche Kommunikation zum Thema Migration. Die übergeordnete Botschaft lautet, dass Migranten nicht nur als Empfänger von Hilfe, sondern als wirtschaftliche Leistungsträger und Mitgestalter der Gesellschaften, in denen sie leben, anerkannt werden sollten.

Wirtschaftliche Integration neu denken: Mexiko und Türkei

Wirtschaftliche Integration neu denken: Mexiko und Türkei

Mexiko und die Türkei haben sich von klassischen Auswanderungs- und Transitländern zunehmend zu Zielländern regionaler und transregionaler Migration entwickelt. Dieses Policy Paper untersucht vergleichend, wie Migranten in beiden Ländern wirtschaftlich integriert werden und welche strukturellen Faktoren ihren Zugang zu Beschäftigung, Selbstständigkeit und Unternehmertum beeinflussen.

Die Analyse zeigt, dass rechtlicher Status, Geschlecht, Bildung, Nationalität, soziale Netzwerke und regionale Wirtschaftsstrukturen die beruflichen Möglichkeiten von Migranten maßgeblich bestimmen. Da die Arbeitsmärkte beider Länder von Informalität und sozioökonomischer Ungleichheit geprägt sind, bleibt der Zugang zu stabiler und formeller Beschäftigung häufig begrenzt. Selbstständigkeit und Unternehmertum werden dadurch zu wichtigen alternativen Wegen der Einkommenssicherung und können langfristig zur lokalen Wirtschaftsentwicklung beitragen.

Das Paper macht deutlich, dass wirtschaftliche Integration nicht allein von der Anpassungsbereitschaft der Migranten abhängt. Entscheidend sind politische und institutionelle Rahmenbedingungen, die Regularisierung ermöglichen, faire Arbeitsbedingungen fördern und den Zugang zu Finanzdienstleistungen, sozialer Absicherung und beruflicher Qualifizierung verbessern.

Die Autoren empfehlen unter anderem eine umfassende und lokal angepasste Migrationspolitik, bessere statistische Grundlagen, vereinfachte Finanzdienstleistungen, geschlechtersensible Förderprogramme sowie die Anerkennung ausländischer Qualifikationen. Weitere Vorschläge betreffen den Abbau von Mobilitäts- und Geschäftsbeschränkungen, die Vernetzung migrantischer Unternehmen mit lokalen Lieferketten und eine stärkere internationale Verantwortungsteilung. Migration wird dabei nicht grundsätzlich als Belastung oder Vorteil verstanden, sondern als Realität, deren gesellschaftliche und wirtschaftliche Auswirkungen wesentlich von ihrer politischen Gestaltung abhängen.

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