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Walter Scheel
Walter Scheel: Freiheit braucht Haltung – national und global

Zum 10. Todestag des liberalen Staatsmannes am 24. August 2026
Walter Scheel

Walter Scheel

© Jupp Darchinger

Walter Scheel prägte die Bundesrepublik als Außenminister, Vizekanzler und Bundespräsident. Über Jahrzehnte engagierte er sich zudem im Kuratorium der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit und blieb ihr als Kuratoriumsvorsitzender und Ehrenvorsitzender eng verbunden.

Sein politisches Wirken steht für Verständigung ohne Preisgabe der eigenen Werte, für Europa und für die Überzeugung, dass Demokratie immer wieder aktiv verteidigt werden muss. Zehn Jahre nach seinem Tod stellt sich die Frage, was sein politischer Kompass in einer Zeit nationaler und globaler Herausforderungen bedeutet.

Freiheit und Stärke im Inneren

Als FDP-Vorsitzender bereitete Walter Scheel den Weg für die sozialliberale Koalition von 1969 und machte einen demokratischen Machtwechsel möglich. Sein Beispiel zeigt: Demokratie lebt vom Wettbewerb der Ideen, von politischer Offenheit und von der Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen – auch wenn Entscheidungen Risiken bergen.

Heute muss Deutschland Vertrauen in seine Demokratie und ihre Institutionen erneuern. Polarisierung, Desinformation und autoritäre Angebote setzen die offene Gesellschaft unter Druck. Ebenso wichtig ist die wirtschaftliche Stärke Deutschlands. Wohlstand, soziale Sicherheit und politischer Gestaltungsspielraum beruhen auf Innovation, Unternehmertum, guter Bildung und verlässlichen Rahmenbedingungen. Deutschland muss seine Wettbewerbsfähigkeit sichern, Abhängigkeiten verringern und technologische Entwicklungen aktiv mitgestalten. Dafür braucht es weniger Bürokratie, leistungsfähige Infrastruktur und den Mut zu Reformen. Wirtschaftliche Stärke ist kein Selbstzweck: Sie schafft die Grundlage dafür, in Sicherheit zu investieren, Aufstiegschancen zu eröffnen und international Verantwortung zu übernehmen.

Als erster Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit verband Scheel wirtschaftliche Sachkenntnis mit globaler Verantwortung. Damit erkannte er früh, dass Deutschlands Wohlstand und Sicherheit in internationale Zusammenhänge eingebettet sind.

Globale Herausforderungen: Verständigung und Wehrhaftigkeit

Als Außenminister unter Willy Brandt wirkte Scheel maßgeblich an der neuen Ostpolitik mit. Die Verträge von Moskau und Warschau, das Viermächteabkommen über Berlin und der deutsch-deutsche Grundlagenvertrag waren Teil eines langen und umstrittenen Prozesses. Scheel setzte auf Verständigung, ohne Freiheit, Menschenrechte und demokratische Selbstbestimmung preiszugeben.

Diese Verbindung ist auch heute entscheidend. Die internationale Politik ist von Machtkonkurrenz, militärischen Bedrohungen und autoritären Dynamiken geprägt. Die regelbasierte Zusammenarbeit steht unter Druck, die transatlantischen Beziehungen müssen neu bestimmt werden, und Europa muss sicherheitspolitisch handlungsfähiger werden. Deutschland und seine europäischen Partner brauchen deshalb beides: die Fähigkeit zur Verteidigung und die Bereitschaft, Gesprächskanäle offenzuhalten sowie verlässliche Partnerschaften zu pflegen.

Scheels entschiedenes Europäertum bietet Orientierung. Europa war für ihn ein politischer Raum, in dem Freiheit, Rechtsstaatlichkeit und Zusammenarbeit gesichert werden. Heute muss die Europäische Union ihre Interessen und Werte selbstbewusster vertreten – bei Sicherheit und Verteidigung, Energie und Technologie, Handel und dem Schutz demokratischer Institutionen. Globale Verantwortung bedeutet zugleich, Entwicklungs- und Wirtschaftspartnerschaften zu stärken. Bildung, Rechtsstaatlichkeit, wirtschaftliche Chancen und eine starke Zivilgesellschaft fördern Freiheit und Stabilität.

Was von Walter Scheel bleibt

Walter Scheel verband klare Überzeugungen mit der Fähigkeit zum Ausgleich, strategische Geduld mit politischem Wagnis und internationale Verantwortung mit Nähe zu den Menschen. Sein Vermächtnis ist eine Aufgabe für die Gegenwart: Deutschland muss seine Demokratie schützen und seine wirtschaftliche Stärke erneuern. Zugleich muss es gemeinsam mit Europa für Frieden, Freiheit und verlässliche internationale Zusammenarbeit eintreten.

Wir gedenken Walter Scheel in Dankbarkeit und Respekt – als einem liberalen Staatsmann, der Freiheit, Demokratie, Europa und Verständigung zu Leitlinien seines politischen Wirkens machte.

Dieser Text wurde mit Unterstützung einer KI erstellt.