Die veränderten Rahmenbedingungen der Außenpolitik und die neue globale Realität wurden nicht erst mit dem Krieg Russlands gegen die Ukraine sichtbar. Schon länger stand die relative Stabilität nach der europäischen Zeitenwende 1989/90 mit ihren Annahmen einer fortschreitenden Demokratisierung, offenen Märkten und verlässlichen internationalen Allianzen in Frage. Der Abschied von der werte- und regelbasierten Weltordnung scheint in vollem Gang.
Dies lenkt den Blick auf die Fundamente liberaler Außenpolitik und deren konkreter Ausgestaltung. Wie haben liberale Ideen die internationale Ordnung geprägt – und welche Rolle können diese für eine künftige Außenpolitik spielen? Deren Grundsätze orientieren sich – so die generelle Auffassung – an den Werten der Freiheit, Menschenrechten, Rechtsstaatlichkeit und internationalen Kooperation: das Recht auf Selbstbestimmung der Staaten und Völker bei gleichzeitiger Priorität ziviler Konfliktlösungen gegenüber militärischen Mitteln, die Achtung der Menschenrechte, die Förderung von Freihandel und offenen Märkten sowie die auf der Akzeptanz multilateraler Verflechtung basierende Zusammenarbeit von Gemeinschaften in internationalen Institutionen.
Wie dieses normative Fundament auswärtiger Politik historisch konkretisiert bzw. transformiert und unterschiedlich gewichtet wurde, ist Gegenstand der Konferenz. Die Tagung beleuchtet die Geschichte liberaler Außenpolitik vom Zeitalter der Revolutionen bis zur Gegenwart. Sie verbindet ideengeschichtliche, biographische und strukturelle Perspektiven und fragt nach der Kontinuität bzw. den Brüchen in der politischen Umsetzung in den internationalen Beziehungen.
Konferenz / Conference Liberalismus Kolloquium 2026
Liberale Außenpolitik und internationale Beziehungen in transatlantischer Perspektive vom 19. bis 21. Jahrhundert
Veranstalter:
Archiv des Liberalismus
Programm
-
Begrüßung durch die Veranstalter
-
Sektion I – Außenpolitik und Liberalismus seit dem RevolutionszeitalterMit Beiträgen von:
Alexander Schwitteck
Prof. Dr. Volker Depkat
Prof. Dr. Karsten Ruppert -
Erfrischungspause
-
Sektion II – Liberale Politik und internationale Beziehungen im langen 19. JahrhundertMit Beiträgen von:
PD Dr. Christoph Jahr
Prof. Dr. Christoph Nonn
Dr. Sabine Bartsch & Dr. Detlef Mares
Prof. Dr. Manfred Berg -
Abendessen
-
Impulsvortrag und Gespräch – Liberale Außenpolitik und die „Zeitenwende“: Historische Perspektiven und die Zukunft transatlantischer Partnerschaft
-
Dr. Hans-Dieter Heumann Botschafter a.D.
anschließend Verleihung des Wolf-Erich-Kellner-Preises 2026 -
Dr. Hans-Dieter Heumann Botschafter a.D.
-
Sektion III – Liberalismus und internationale Ordnung in der ZwischenkriegszeitMit Beiträgen von:
Prof. Dr. Marcus M. Payk
PD Dr. Jonathan Voges
Prof. Dr. Ewald Grothe
Prof. Dr. Heike Knortz -
Erfrischungspause
-
Sektion IV – Kalter Krieg als Herausforderung liberalen OrdnungsdenkensMit Beiträgen von:
Dr. Volker Stalmann
Dr. Wolther v. Kieseritzky
Prof. Dr. Hermann Wentker
Svenja Schnepel M.Ed. -
Mittagessen
-
Sektion V – Völkerrecht, liberale Werteordnung und transatlantische BeziehungenMit Beiträgen von:
Prof. Dr. Ursula Lehmkuhl
Dr. Stephan Kieninger
Alexandra Kemmerer LLM. eur. -
Aussprache, Schlusswort
-
Ende der Tagung / AbreiseAusführliche Informationen zu den Beiträgen finden Sie unter: https://www.hsozkult.de/event/id/event-165037?recno=1&q=Liberalismus-Kolloquium&sort=newestPublished&fq=&total=1
-
Kooperationspartner