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Künstliche Intelligenz
Genf als Hauptstadt der KI Governance

FNF at AI for Good 2026

FNF at AI for Good 2026.

© FNF

Drei internationale Konferenzen zu Digitalen Technologien, AI und Internet Governance haben Genf im Juli 2026 erneut zur Welthauptstadt Künstlicher Intelligenz gemacht.

12.000 Teilnehmer diskutierten in über 300 Sessions mit 1.000 Rednern aus Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Politik. Staatsoberhäupter und Digitalminister und -ministerinnen aus 177 Ländern haben im weltweit ersten UN Global Dialogue on AI Governance Risiken, Chancen und Regulierungsfragen diskutiert.

Microsoft, Google, Amazon, Meta, Apple, Alibaba, Linkedin, Sony, TikTok und andere Unternehmen waren hochrangig vertreten und trafen auf Repräsentanten aus Think Tanks, Zivilgesellschaft und Medien. Aktiv war der Human Rights Hub der FNF vertreten, ein Erfahrungsbericht:

Gemeinsam mit dem UN-Hochkommissariat für Menschenrechte und unserer Partnerorganisation GHRH organisierten wir ein Side-Event zu KI im Monitoring. Unser Gast, Daniel Kuhagen, Generalsekretär der FDP Bayern, war drei Tage lang im Austausch mit AI-Experten und Unternehmern. Fünf FNF-Stipendiat:innen zu AI, Tech und Ethik aus der Schweiz unterstützten unseren Stand auf der KI- und Robotik-Messe. Ein guter Ort für den Launch unserer Pulikation zu KI und Justiz. Alle Besucher konnten einen Einblick in die kürzlich veröffentlichten Publikationen aller FNF-Büros weltweit zu KI gewinnen.

Einige interessante Beobachtungen haben wir während des AI for good summits mitgenommen:

Eines der dominierenden Themen waren die Sorgen der Gen Z vor dem Berufseinstieg und der Karriere. Die Rolle und individuelle Verantwortlichkeit des denkenden und handelnden Menschen wurde unabhängig vom Sektor – in der Privatwirtschaft wie im Öffentlichen Dienst – immer wieder betont und war ein Kernthema der vier Tage.

Die Statements der anwesenden Digitalminister und -ministerinnen drehten sich um Zukunftsszenarien und neueste KI-Strategien und deren Umsetzung. Die geringe Präsenz deutscher Unternehmen und Vertretern aus Politik und Think Tanks hat nur verdeutlicht, dass Deutschland in der weltweiten AI-Governance derzeit nur eine Randfigur einnimmt. Bereits seit letztem Jahr zeichnet sich klar ab, dass China nicht nur als großer Global AI Player, sondern auch als Finanzier und „Empowerer“ von Staaten aus dem Globalen Süden auftritt. KI-Politik ersetzt in der Rhetorik Chinas immer mehr den früheren entwicklungspolitischen Ansatz. Das Ziel ist dasselbe: Länder aus dem Globalen Süden sollen in einer engen Abhängigkeit von China bleiben.

Kasachstan hatte als einziges Land neben Japan, China, den USA und der Schweiz, beziehungsweise dem Kanton Genf, einen riesigen Stand. Das Land präsentierte sich als offener KI-Brückenbauer: innovativ, klimafreundlich, mit einem beeindruckenden KI-Bildungsansatz in Schulen und einer fortgeschrittenen Umsetzung von KI in den verschiedenen Politikfeldern.

Am Ende der Woche hatten rund 550 Teilnehmer den Stand aufgesucht und Einzelgespräche mit uns zu KI und Menschenrechten geführt. Die FNF war als einzige der politischen Stiftungen vor Ort.