Worauf es 2017 ankommt

Im Gespräch mit unserem Vorstandsvorsitzenden Wolfgang Gerhardt

Nachricht15.03.2017Melanie Kögler
Wolfgang Gerhardt

Im Rahmen der bundesweiten Reihe "Wolfgang Gerhardt im Gespräch - Worauf es 2017 ankommt" spricht der Vorsitzender des Vorstandes der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit über die besonderen Herausforderungen des Jahres 2017.

Herr Gerhardt, wir leben innen- und außenpolitisch in unruhigen Zeiten. Wie muss die Politik reagieren – und was können die Bürger tun?

Wir müssen uns auf das besinnen, was Deutschland aus der großen Katastrophe seiner Geschichte wieder anerkannt und erfolgreich gemacht hat. Unsere freiheitliche Verfassung, eine unabhängige Justiz, der Wille zum Lernen und technische Höchstleistungsfähigkeit, die soziale Marktwirtschaft, Bündnisfähigkeit und europäische Orientierung.

Populistische Parteien sind europaweit, aber auch in Deutschland auf dem Vormarsch. Wie sieht eine liberale Antwort darauf aus?

Den Bürgern zuhören, ihnen aber auch sagen was sie wissen müssen, damit sie nicht Märchenerzähler wählen. Sie müssen mit Komplexität fertig werden und sollten besonders bei einfachen Lösungsvorschlägen vorsichtig sein. Die Welt ist nicht einfach und sie war es auch noch nie.

Welche Rolle spielt die Stiftung für die Freiheit in diesem Kontext? Reagieren Sie auf diese Entwicklungen in Ihrer Arbeit im In- und Ausland?

Ja. Vor allem auf totalitäre Tendenzen, auf Despoten und Autokraten, denen schon wieder zu viele weltweit hinterher laufen. Wenn Fakten keine Rolle mehr spielen und Argumente nicht mehr zählen, wird es gefährlich. Es gilt manche politischen Wirrköpfe auszunüchtern und Demokraten zu Verantwortung zu ermuntern.