App aus Myanmar verknüpft alt und neu

Wenn virtuelle Realität und Geschichte aufeinandertreffen

Meinung07.11.2017
Rangun
Die App von Khin Sandar Win verbindet historisch bedeutsame Gebäude in Myanmar mit Virtual Reality Elementen.iStock/ SAHACHAT

Bereits zum zweiten Mal richtete die Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit in Myanmar ein Falling Walls Lab in Rangun aus. Die Sieger der weltweiten Labs reisen zum Falling Walls Lab Finale am 8. November in Berlin, wo sie ihre Projekte einem internationalen Publikum vorstellen. Das Falling Walls Lab ist ein Ableger der Falling Walls Konferenz, die erstmals 2009 aus Anlass des 20. Jahrestags des Mauerfalls stattfand. Der Falling Walls Labs Wettbewerb versteht sich als Plattform für Innovation und Austausch zwischen wissenschaftlichem Nachwuchs und Young Professionals aus aller Welt: innerhalb eines Jahres finden Falling Walls Labs an über 30 Standorten weltweit statt; dort präsentieren junge Wissenschaftler und Unternehmer in drei Minuten ihre neuen Erkenntnisse beziehungsweise ihre Idee. Die Sieger der weltweiten Labs werden jedes Jahr zum Finale am 8. November eingeladen, wo dann der “Falling Walls Young Innovator of the Year” gekürt wird.

Die diesjährige Siegerin des Myanmar Labs heißt Khin Sandar Win. Sie entwickelt eine App, in der sie Altes - historisch bedeutsame Gebäude in Myanmar - mit Neuem - Virtual Reality Elemente - verbindet. Im Gespräch mit freiheit.org erklärt sie, wie sie zu dieser Entwicklung kam.

Was hat Sie dazu inspiriert, diese App zu entwickeln?

Mir ist klar geworden, wie viele historische Gebäude wir in Rangun haben. Ich kannte die meisten davon nicht und als ich nachfragte, ging es den meisten meiner Freunde genauso. Und das war nur auf Rangun bezogen! In Myanmar gibt es noch so viele andere historische Gebäude, von denen kaum jemand etwas weiß. Das wollte ich ändern. Ich arbeite beruflich als Entwicklerin von mobilen Apps, das ist etwas, was ich gut kann. Und dann habe ich einfach einmal angefangen. Gerade arbeite ich erst an den Gebäuden in Rangun, ich sammle Daten und 360° Bilder, um ein Virtual Reality Erlebnis zu kreieren. Später möchte ich aber alle Gebäude der UNESCO Kulturgüterliste in Myanmar aufnehmen.

Was hat Sie dazu bewegt am Falling Walls Wettbewerb teilzunehmen? Wie denken Sie, dass dieser Wettbewerb Ihren weiteren Weg beeinflussen wird?

Ich arbeite seit 2016 an dieser App und ich habe schon viel Zeit, Energie und Herzblut in die Entwicklung gesteckt. Irgendwann hat einer meiner engsten Freunde mich auf den Falling Walls Wettbewerb aufmerksam gemacht. Ich hatte das Gefühl, dass dieser Wettbewerb ein wichtiges Sprungbrett für mich und mein Projekt sein könnte.

Wenn ich gewinne, dann erhalte ich mediale Aufmerksamkeit und Unterstützung und meine Familie, mein Land und mein Team können stolz auf mich sein. Wenn ich verliere, dann mache ich eine wertvolle Erfahrung und kann im Rahmen des Wettbewerbs vielleicht dennoch wichtige Kontakte knüpfen. Also habe ich mich dazu entschlossen, am Wettbewerb teilzunehmen.

Welche Unterstützung haben Sie von der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit erhalten und wie hat Ihnen das bei der Weiterentwicklung Ihrer App geholfen?

Nach meinem Sieg beim nationalen Falling Walls Wettbewerb in Rangun, brachte mich die Stiftung für die Freiheit mit einem Trainer zusammen, mit dem ich mich noch einmal speziell auf das Falling Walls Finale in Berlin vorbereitete habe. Durch den Wettbewerb und das Training durch die Stiftung für die Freiheit haben sich meine „Pitching Skills“ sehr verbessert und ich fühle mich selbstbewusster, was mir in Zukunft zugutekommen wird, wenn ich dieses oder andere Projekte irgendwo vorstelle.