Walther-Scheel-Preis
5. Walter-Scheel-Preis für Auma Obama

Die Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit, die Walter-Scheel-Stiftung und der Freundeskreis Walter Scheel verleihen den 5. Walter-Scheel-Preis an Frau Dr. Auma Obama, Gründerin und Vorsitzende der „Auma Obama Foundation – Sauti Kuu“ in Kenia.
Dr. Auma Obama
© Dr. Auma Obama

Als Dr. Auma Obama 1960 als Tochter eines kenianischen Regierungsbeamten in Nairobi geboren wurde, schien ihr ein selbstbestimmtes Leben verwehrt. Aufgewachsen in einer streng patriarchalischen Gesellschaft, geprägt vom Haushalt mit drei Brüdern, denen wesentlich mehr persönliche Freiheiten eingeräumt wurden, flüchtete sich Auma Obama in die Werke Brechts, Borcherts und Bölls. Die Lektüre weckte in ihr den Wunsch, im Heimatland der Schriftsteller zu studieren und zu leben. Ohne ihren Vater vorab über ihre Pläne zu informieren, studierte Auma Obama mit Hilfe eines DAAD-Stipendiums in Heidelberg und Saarbrücken Germanistik und Soziologie. Es folgten die Promotion an der Universität Bayreuth und ein Abschluss an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin. Nach und nach wurde Deutschland für Auma Obama eine neues Stück Heimat. Die Beziehung nach Kenia riss derweil nie ab – im Gegenteil: Bereits während des Studiums gab Dr. Obama Seminare zum Thema Afrika, mit dem Ziel, das häufig negativ belastete Bild der Deutschen über afrikanische Länder („Armut, Elend, wilde Tiere“) grundlegend zu revidieren. Stets kämpfte sie gegen das Klischee der mittel- und rechtlosen Afrikanerin an.

Nach beruflichen Stationen in Deutschland und Großbritannien kehrte Dr. Obama nach Kenia zurück, wo sie zunächst bei internationalen Hilfsorganisationen soziale Projekte für benachteiligte Kinder und Jugendliche initiierte. In ihrer Überzeugung, dass Menschen befähigt sein sollten, für ihre eigenen Träume kämpfen zu können, gründete Obama schließlich eine Stiftung für benachteiligte Kinder und Jugendliche. Die „Auma Obama Foundation – Sauti Kuu“ mit Sitz in Kenia und Deutschland bereitet seither benachteiligte afrikanische Kinder und Jugendliche auf ein selbstbestimmtes Leben vor. Die „Starken Stimmen“ (Sauti Kuu) der jungen Menschen sollen gehört, ihre Meinung respektiert werden. Ein positives Selbstbild wird dabei ebenso gefördert, wie die Befähigung zu Eigeninitiative und selbstverantwortlichem Handeln. Musste Auma Obama selbst aus Kenia flüchten, um Germanistik zu können, sollen afrikanische Kinder und Jugendliche mit Unterstützung der „Auma Obama Foundation – Sauti Kuu“ ihre Träume selbst wahr werden lassen. Ziel der Organisation ist es, dass die betreuten Kinder zu verantwortungsvollen Erwachsenen werden, die ihr Leben finanziell bestreiten können. So leistet die Auma Obama Foundation Entwicklungszusammenarbeit der anderen Art: Eigenverantwortung statt Fremdbestimmung, Wertschöpfung statt Almosen. Dafür verleihen ihr die Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit, die Walter-Scheel-Stiftung und der Freundeskreis Walter Scheel am 19. November den 5. Walter-Scheel-Preis.

Zum Preis: Der Walter-Scheel-Preis wurde 2011 anlässlich des 50. Jahrestages der Gründung des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung ins Leben gerufen, dessen erster Minister Walter Scheel war. Seither wird der Preis alle zwei Jahre für besonderes Engagement in der Entwicklungszusammenarbeit verliehen.

Die Verleihung des Walter-Scheel-Preises findet am Vorabend einer weiteren Veranstaltung mit Dr. Obama statt, bei der in Düsseldorf und in Kooperation mit dem Wirtschaftsministerium Nordrhein-Westfalens die Potenziale wirtschaftlicher Zusammenarbeit zwischen Afrika und Deutschland beleuchtet werden. Für weitere Informationen und eine Presseakkreditierung, wenden Sie sich bitte an presse@freiheit.org.

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Jordi Razum, Kommunikationsreferent
Jordi Razum
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