Vertrauensdozent Prof. Neumann MdB: Nationales Stipendienprogramm stärkt die Arbeit der Begabtenförderungswerke

20.07.2010

Gastbeitrag von Prof. Martin Neumann MdB

Mit dem Stipendienprogramm-Gesetz setzt die schwarz-gelbe Bundesregierung einen wichtigen Baustein auf dem Weg Deutschlands zur Bildungsrepublik. Gemeinsam bringen FDP und Union nun wie versprochen – auch ohne die vorgesehene finanzielle Beteiligung der Länder – eine umfassende Studienförderung auf den Weg.

Das nationale Stipendienprogramm ermöglicht es bereits ab dem kommenden Wintersemester bis zu acht Prozent der leistungsstärksten Studierenden monatlich mit 300 EUR zu unterstützen. Dieses Stipendium wird zudem einkommensunabhängig und BAföG-anrechnungsfrei nach Leistungsgesichtspunkten von den jeweiligen Hochschulen vermittelt.

Mit dem Gesetz wird die Bundesregierung eine Vielzahl von positiven Effekten erreichen: Langfristig werden bis zu 200.000 Studierende eine finanzielle Unterstützung für ihr Studium erhalten, ohne – im Gegensatz zu Studienkrediten und BAföG – eine Rückzahlungsverpflichtung eingehen zu müssen. Außerdem setzen wir den Grundstein für den Auf- und Ausbau einer Stipendien- und Alumnikultur in Deutschland. Privatpersonen, Unternehmen und Vereine erhalten die Möglichkeit, sich für mehr Bildung in Deutschland zu engagieren und damit dem drohenden Fachkräftemangel mit vereinten Kräften zu begegnen.

Und auch für die Begabtenförderungswerke der politischen Stiftungen bringt das nationale Stipendienprogramm Verbesserungen mit sich. So soll nach Willen der Koalition das sogenannte Büchergeld von bislang monatlich 80 EUR auf ebenfalls 300 EUR angehoben werden. Erstmals seit fast 30 Jahren soll somit eine Anhebung des Büchergeldes erfolgen. Das kommt allen Stipendiaten in der Grundförderung zugute, die aufgrund des Einkommens ihrer Eltern keinen Anspruch auf Leistungen nach dem BAföG haben. Dieser Schritt wäre folgerrichtig, damit Begabtenförderungswerke weiterhin für Studierende, die keinen BAföG-Anspruch haben, als Stipendiengeber attraktiv bleiben.

Professor Dr.-Ing. Martin Neumann MdB ist Forschungspolitischer Sprecher und hochschulpolitischer Berichterstatter der FDP-Bundestagsfraktion und Vertrauensdozent der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit. Seit 2009 vertritt er die Brandenburger FDP im Deutschen Bundestag.

http://www.martin-neumann.net/