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„Ich bin nicht geflohen, ich bin zurückgekehrt“

Deborah Feldman erzählt von ihrem Buch „Überbitten“ und der Suche nach Freiheit
Deborah Feldmann
Deborah Feldmann © picture alliance / SvenSimon

„Ich bin nicht geflohen, ich bin zurückgekehrt“ – mit diesem Blick auf die Welt setzt sich die nun in Berlin lebende Autorin Deborah Feldman mit ihrem spannenden Lebensweg auseinander.

Nach dem Bestseller „Unorthodox“ verarbeitet die Autorin in ihrem zweiten Buch „Überbitten“ ihre Vergangenheit in einer streng orthodoxen, chassidischen Gemeinde in Williamsburg, New York und ihr Leben nach dem Ausstieg.

Deborah Feldmans Leben, bestimmt von strikten Glaubensgrundsätzen, die rigoros befolgt werden mussten, änderte sich schlagartig, als die junge Frau den Entschluss fasste, mit ihrem kleinen Sohn das jüdisch-orthodoxe Leben hinter sich zu lassen.

Frau Feldman beschrieb während ihrer Buchvorstellung, organisiert vom Regionalbüro der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit Berlin-Brandenburg, wie sie nach ihrem Ausstieg endlich die Möglichkeit gehabt hat, selber Protagonistin ihrer eigenen Geschichte zu werden. Was sie vorher in weltlichen Büchern gelesen und beobachtet hatte, wollte Sie nun aktiv leben und gestalten. Nur, wie sollte das gehen, so schnell alles Weltliche zu erlernen? Wie sollte sie mit der neu erlangten Freiheit umgehen?

„Ich musste einfach eine neue Geschichte formulieren, selbst wenn es nur meine innere Leere war, die ich zum Ausdruck bringen konnte“, erzählt sie über ihre literarischen Anfänge und der Suche nach dem Umgang mit Freiheit. Auch nach der Veröffentlichung ihres Buches „Unorthodox“, der schnell zum Bestseller wurde, hatte sie allerdings Schwierigkeiten ihren Platz in der Welt zu finden.

Sie beschließt, mit ihrem Sohn nach Deutschland zu gehen. Sie sieht diesen Schritt nicht als Flucht vor ihrem vorherigen Leben, sondern als Rückkehr in eine alte Heimat an, wo sie endlich verstanden wird – auch in ihren schriftstellerischen Ambitionen.

Berlin ist der Ort, an dem sie Klarheit über ihre Vergangenheit gewinnen kann, hier überarbeitet und vollendet sie ihr zweites Buch. In „Überbitten“ rechnet sie nicht mit ihrem alten Leben ab, sondern erzählt, wie sie sich mit ihm wieder versöhnt. Der Begriff „Iberbetn‘ kommt aus dem Jiddischen und beschreibt eine Art Versöhnungsritual. Auch Deborah Feldman befolgt in ihrem Buch eine Versöhnung: Trotz all der Dinge, die ihr widerfahren sind, schließt sie Frieden und kommt der Suche nach Freiheit wohl endlich näher.