Veranstaltung
Ein Update für die Arbeitswelt

WirtschaftsDialog zur Zukunft der Arbeit in der digitalen Transformation
Podiumsdiskussion auf dem WirtschaftsDialog
Podiumsdiskussion auf dem WirtschaftsDialog © Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit

In vielen Regionen Deutschlands verändert sich die wirtschaftliche Struktur: Traditionelle Wirtschaftsstandorte werden durch ein sich eintrübendes Wirtschaftsklima vor neue Herausforderungen gestellt. Die von großen Industriesektoren abhängige Zuliefererindustrie und vorgelagerten Wirtschaftsakteure sind maßgeblich davon betroffen. Gleichzeitig geht damit eine sich verändernde Arbeitskultur einher. Arbeitnehmer stellen andere Ansprüche an ihren Arbeitsplatz, an ihre Aufgaben und ihr Arbeitsumfeld. Die Art zu arbeiten ist maßgeblich beeinflusst von neuen Medien, von der Digitalisierung, aber auch von einem veränderten Work-life-Anspruch. Traditionelle Formen der Zusammenarbeit, sowohl disziplinarisch als auch im Hinblick auf die Repräsentation von Interessen verändern sich. 

Wie gehen Wirtschaftsstandorte mit diesen Veränderungen um, wie kann produktive Wertschöpfung unter diesen Bedingungen weiter gewährleistet und Arbeitsplätze erhalten werden? Wie wird sich die Arbeitskultur verändern, wie gelingt gute Arbeit?Diese Fragen standen im Zentrum des WirtschaftsDialogs der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit, der Landesvereinigung der Arbeitgeberverbände und Südwestmetall. Zunächst in Form eines moderierten interaktiven Workshops mit einer Gruppe von Stakeholdern erarbeitet und mittels Graphic Recordings festgehalten und später bei einer Podiumsdiskussion mit vielen Interessierten diskutiert, drehte sich an diesem Tag alles um die Zukunftswelt der Arbeit.

Johannes Vogel MdBist Sprecher für Arbeitsmarkt- und Rentenpolitik der Bundestagsfraktion der Freien Demokraten
Johannes Vogel MdBist Sprecher für Arbeitsmarkt- und Rentenpolitik der Bundestagsfraktion der Freien Demokraten © Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit

Modernisierung der Arbeitswelt

Dabei geht es nicht nur um Automatisierung von Arbeitsprozessen - vor allem wird die Digitalisierung in Zukunft benötigt werden, um die Menschen in ihrer Arbeit zu unterstützen und neue Formen der Arbeit zu schaffen. Auch körperlich anstrengende Tätigkeiten können so erleichtert werden. Diese mit der Digitalisierung einhergehenden Möglichkeiten gilt es zu nutzen. In der abendlichen Expertendiskussion wurde deutlich, dass es sich dabei um einen fortlaufenden Prozess handelt, der auch schneller wird.

Johannes Vogel MdB machte deutlich, dass angesichts der digitalen Transformation die Regeln der Arbeitswelt veraltet sind und es einer Modernisierung bedarf: „Auch unser Sozialstaat und das Rentensystem passen nicht mehr zur Arbeitsrealität. Es gibt in der Gesetzgebung jedoch noch keinen großen Wurf zur Modernisierung der Arbeitswelt.“ Flexiblere Rahmenbedingungen können den Arbeitnehmern die Chance geben, selbst zu bestimmen. „Mein Wunsch ist, dass mehr Menschen in der Arbeitswelt erfahren, dass ihre Arbeit sinnstiftend ist und sie sich selbst verwirklichen können. Die Digitalisierung bietet die Chance, das Arbeitsleben dahingehend zu gestalten und das besser zu gewährleisten“, so Vogel.

Albrecht Kruse, Geschäftsführer der SATA GmbH und Präsident der Industrie- und Handelskammer Ludwigsburg, betonte: „Es braucht Arbeitszeitgesetze, die nicht völlig anachronistisch sind, sondern flexible Lösungen erlauben.“ Nicht zu vernachlässigen ist auch der Faktor Weiterbildung: „Im Rahmen der Transformation wird es zu einem Mismatch von Qualifikationen und Anforderungen kommen. Man muss sich davon verabschieden, dass aus jedem Werker ein IT-Fachmann wird. Nichtsdestotrotz kann man mit Weiterbildung viel machen – das ist einerseits Aufgabe des Staates, dem Bildungsauftrag nachzukommen, aber auch die Verantwortung jedes Einzelnen“, hielt Kruse fest.

Prof. Dr. Anette Weisbecker, stv. Institutsleiterin am Fraunhofer IAO und außerplanmäßige Professorin an der Universität Stuttgart
Prof. Dr. Anette Weisbecker, stv. Institutsleiterin am Fraunhofer IAO und außerplanmäßige Professorin an der Universität Stuttgart © Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit

Politik und Wirtschaft sind gefragt

Die Experten waren sich einig, dass Innovationen ein wichtiger Faktor für die Arbeitswelt der Zukunft sind. „Um Innovationen voran zu treiben, sind wir gut aufgestellt – Deutschland ist auf dem Innovationsindex immer noch auf Platz 9, aber man muss es auch machen“, so Anette Weisbecker, stellvertretende Institutsleiterin am Fraunhofer IAO sowie außerplanmäßige Professorin an der Universität Stuttgart.

Die Voraussetzungen sind also da, jedoch brauchen wir „neben dem technischen Fortschritt durch die Digitalisierung auch einen sozialen Fortschritt“, so das Fazit von Kai Burmeister, Gewerkschaftssekretär bei der Bezirksleitung der IG Metall Baden-Württemberg.

Sowohl Politik als auch die Wirtschaft und die einzelnen Unternehmen sind gleichermaßen am Zug, neue Ideen zu entwickeln und zu gestalten, sei es, was Rahmenbedingungen angeht, aber auch den Umgang mit den Mitarbeitern. Die Digitalisierung und ihre Auswirkungen sind kein Automatismus, sondern müssen fortlaufend gestaltet werden. Regulatorische Bürden wie die Arbeitszeiterfassung, Auflagen durch die DSGVO und Ruhezeiten müssen flexibilisiert und erleichtert werden, um noch bessere Möglichkeiten zur sozialen Gestaltung und individuellen Selbstbestimmung zu erreichen.

Johannes Vogel über die Auswirkungen der digitalen Transformation auf den Arbeitsmarkt

Johannes Vogel über die Auswirkungen der digitalen Transformation auf den Arbeitsmarkt © Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit

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Johann Ahlers
Johann Ahlers
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