Veranstaltung
Ai Weiwei stellt neues Buch vor

„Manifest ohne Grenzen“ heißt das neue Buch des Künstlers Ai Weiwei
Ai Weiwei

„Manifest ohne Grenzen“, so heißt das neue Buch von Ai Weiwei, das gestern im Rahmen einer Diskussionsveranstaltung mit dem früheren Menschenrechtsbeauftragten der Bundesregierung, Markus Löning, in Berlin vorgestellt wurde. Bevor Ai Weiwei 2015 aus China ausreisen durfte, hatte sich das damals FDP-geführte Auswärtige Amt für seine Freilassung eingesetzt.

Prof. Karl Heinz-Paqué, Vorstandsvorsitzender der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit, erinnerte bei seiner Eröffnungsrede daran, dass Ai Weiwei als Künstler zu einer Figur der Freiheit geworden sei, der wie kaum ein anderer für die offene Gesellschaft stehe.

In bewegenden Worten schilderte Ai Weiwei Kindheit und Jugend in der chinesischen Verbannung. Sein Vater Ai Qing, selbst Künstler, war auch mit einem Auftrittsverbot belegt. In Rückblick auf die politische Entwicklung, die China die letzten Jahre genommen habe, resümierte er fast lakonisch: „Die politische Situation in China hat sich nie geändert.“ Angesprochen auf das eigene politische Verständnis stellte Ai Weiwei klar, dass nicht er der Dissident sei, sondern China eine „Dissidentenregierung“ habe. 

In seinem Manifest ohne Grenzen, das im Kursbuch Verlag erschienen ist, stehen die Fragen von Menschlichkeit und Flucht im Mittelpunkt. Themen, die auch weite Teile des Abends prägten. Das Gefühl, die Heimat zu verlieren und zu verlassen, prägte in den letzten Jahren auch immer wieder Ai Weiweis Kunst. Er selbst habe das Thema Flüchtlinge nicht gewählt.Regierungen und Umständemachten Menschen zu Flüchtlingen, so Ai Weiwei.

Markus Löning kritisierte auch in eigenen Worten die politische Elite. Zu oft stünden die Risiken einer globalisierten Welt im Vordergrund, statt deren Chancen,und zu oft sei der eigene Blick auf den eigenen Wahlkreis verengt. 

„Leben bedeutet, Fortschritte zu machen und anderen Menschen zu helfen“, so Ai Weiwei.

 

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Jordi Razum, Kommunikationsreferent
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