"Terranga" bedeutet Gastfreundschaft

Senegal ist für Touristen noch ein Geheimtipp - doch das Land hat viel zu bieten

Analyse12.07.2017Inge Herbert
senegal
Senegal liegt an der westlichen Spitze AfrikasFriedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit

Senegal, das Land an der westlichen Spitze Afrikas lockt den Besucher nicht nur mit UNESCO Welterbestätten und einer beeindruckenden Naturschönheit, sondern auch mit einer Vielfalt von Eindrücken, die alle Sinne ansprechen. Das reicht von der westafrikanischen Musik, über die oft in traditionelle, bunte Gewänder gekleideten Menschen, bis hin zu exotischen Gerüchen, Speisen und Getränken.

Bislang wurde das Land überwiegend von Individualtouristen besucht, zunehmend reisen jetzt auch Familien und Sonnenanbeter hier her. In Senegal fallen die Temparaturen nie unter 18 Grad Celsius. Das Küstenwasser wird durch den Golfstrom erwärmt, während die Passatwinde für eine angenehme Abkühlung selbst in den heißen Monaten sorgen. Die beste Reisezeit sind die Monate November bis Juni, also ideal um dem europäischen Winter zu entfliehen. Hinzu kommt, dass das Land als eines der sichersten Reiseländer in Afrika gilt und die Seengalesen für ihre Gastfreundschaft, die legendäre „terranga“ bekannt sind.  

Die Reise beginnt mit der Ankunft am einzigen internationalen Flughafen des Landes in Dakar. Dakar befindet sich auf einer Halbinsel am Atlantik und bietet neben Stränden eine Vielzahl von Hotels und Restaurants unterschiedlicher Kategorien, die zum Teil direkt am Meer liegen. Hier an der Küstenstraße „Corniche“ liegt auch das Büro der Stiftung für die Freiheit. Vielleicht findet dort gerade ein „liberaler Donnerstag“ statt, bei dem aktuelle politische Themen diskutiert werden, oder eine „Fuck Up Night“, bei der Start Ups Erfahrungen austauschen.

Terrou-Bi
Schwimmbecken des Hotel „Terrou-Bi“ an der Corniche, der Küstenstraße von DakarFriedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit

Dakar ist der ideale Ausgangspunkt für den Besuch der ersten UNESCO Welterbestätte Senegals, der Insel Gorée. Ein Besuch der historischen Stätten Gorées gibt Einblicke in die bewegende und wechselhafte Geschichte der westafrikanischen Kolonien. Auf Gorée wurden bis zum Verbot der Sklaverei im Jahr 1848 Sklaven verschifft. Ein Verständnis der Geschichte von Sklaverei und Kolonialismus, Abhängigkeit und Ausbeutung ist wichtig, um die Identitätsfindung afrikanischer Menschen und Nationen in heutiger Zeit zu verstehen.

Goree
Häuser auf der Insel GoreeFriedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit

Wer nicht die Fähre zur Insel Goree nehmen will, kann  versuchen, die ca 3,8 km schwimmend zu überqueren. Jedes Jahr im Oktober findet ein organisiertes Wettschwimmen zur Insel statt:

Schwimmwettbewerb
Auf nach Goree – Die Jugend am Start zum SchwimmwettbewerbFriedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit

Ganz im Norden Senegals befindet sich eine weitere UNESCO Welterbestätte, die Insel St. Louis. Sie liegt, durch Brücken verbunden, in der Mitte des Grenzflusses zu Mauretanien, dem Senegal Fluss. St. Louis war bis 1902 die Hauptstadt von Französisch- Westafrika.

St. Louis bietet ein reichhaltiges Angebot: Ein jährliches Jazzfestival mit lokalen und internationalen Stars, Bootsregatten der Fischer, Kunstausstellungen oder Spaziergänge in den von Kolonialarchitektur gesäumten Straßen und der Genuss des Nationalgerichts „Tieboudienne“, eine raffinierte Mischung von Fisch, Meeresfrüchten, Reis, Gemüse und westafrikanischen Gewürzen.

Vor der Küste sind bedeutende Öl - und Gasvorkommen entdeckt worden. Senegal verspricht sich Arbeitsplätze und Einkommen von diesen Ressourcen. Das Thema der nachhaltigen und transparenten Bewirtschaftung der Rohstoffe war Thema einer von der Stiftung organisierten Parlamentarierkonferenz (ALDEPAC Dakar) und wird auch in den nächsten Jahren wichtig bleiben.

Pirogues
Bunt bemalte Fischerboote „Pirogues“ in St. LouisFriedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit

Der abenteuerlustige Reisende nimmt den Weg von St. Louis zurück nach Dakar über den Strand. Die Fahrt direkt am Meer ist ein unvergessliches Erlebnis. Unterwegs gibt es viel Gelegenheit zu Begegnungen mit den Küstenbewohnern:

Wer das Land in seiner Ursprünglichkeit noch erleben möchte, sollte sich bald auf den Weg machen. Senegal hat die Ambition, innerhalb der nächsten Jahre zum Schwellenland aufzusteigen und ist eines der fünf G20 „Compact with Africa“ Länder. Mehr Investitionen und die Schaffung von Arbeitskräften für die überweigend junge Bevölkerung Senegals sind dringend nötig. Rohstofförderung, Infrastrukturmaßnahmen wie neue Häfen und Flughäfen und Industrialisierung werden jedoch das Antlitz des Landes verändern.

Inge Herbert leitet das Projekt Westafrika der Stiftung für die Freiheit.

Für Medienanfragen kontaktieren Sie unsere Westafrika-Expertin der Stiftung für die Freiheit:

Inge Herbert
Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit - Senegal
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