Menschenrechte International

Tansania – Einsatz für die Rechte der Frauen und Kinder

Nachricht07.11.2018
Tansania
Kinder protestieren, um auf ihre Rechte aufmerksam zu machen.

In der Kilimandscharo-Region Tansanias geben Menschenrechtsverletzungen, von denen insbesondere Frauen und Kinder betroffen sind, großen Anlass zur Sorge. Das Gewohnheitsrecht, das von den traditionellen Oberhäuptern angewendet wird, verschärft diese Situation weil es die Rechte dieser schutzbedürftigen Gruppen häufig weder schützt noch stärkt.

Die meisten Menschenrechtsverletzungen finden durch Einschränkung der Entscheidungsfreiheit, häusliche Gewalt, sexuellen Missbrauch, Vergewaltigung, Zwangsheirat, weibliche Genitalverstümmelung, Zwangsarbeit, Verweigerung ehelicher Erbteile sowie durch die ungleiche Aufteilung von Eigentum zwischen Männern und Frauen statt.

Seit Ende 2017 unterstützt die Friedrich-Naumann- Stiftung für die Freiheit die tansanische Kilimanjaro Women Information Exchange and Community Organization (KWIECO), die sich seit über 30 Jahren für Menschenrechte, besonders für Frauen- und Kinderrechte, im Norden Tansanias einsetzt. Die FNF und KWIECO haben sich bei ihrer Kooperation das Ziel gesetzt, die Menschenrechtsarbeit in Tansania, speziell in der Kilimandscharo-Region, zu fördern und auszuweiten. Obwohl in Tansania verschiedene Richtlinien, Gesetze und Rechtsmechanismen existieren, die die Menschenrechte fördern und schützen
sollen, sind sie häufig unwirksam. Hinzu kommt, dass Gleichstellungsfragen aufgrund der Sozialisierung in einer patriarchalen Ideologie, die die Diskriminierung gegenüber Frauen sowie die Verletzung grundlegender Rechte legitimiert, weitgehend ignoriert werden.

Publikationen zum Thema

Liberale Menschenrechtsarbeit 2018

Auch 70 Jahre nach der Verabschiedung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte (AEMR) gelingt es der Weltgemeinschaft weiterhin nicht, die Menschenrechte effektiv zu schützen. Ob bewaffnete Konflikte, Armut oder Korruption – Menschenrechtsverletzungen kennen viele Gründe. Die Auswirkungen sind drastisch und treffen nicht mehr nur entlegene Gebiete des Globalen Südens, sondern sind als Ursache für Flucht, Migration oder Extremismus auch Themen, mit denen wir uns in Deutschland mehr beschäftigen müssen. Die Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit setzt sich in über 50 Staaten der Erde für die Menschenrechte ein. Anlässlich des 4. Novembers, der das Unterzeichnungsdatum der Europäischen Menschenrechtskonvention markiert, legt die Stiftung 2018 ihren ersten Menschenrechtsbericht vor. 70 Jahre nach der Unterzeichnung der AEMR und genau 60 Jahre nach Gründung der Stiftung will sie damit durch Beispiele aus ihrer weltweiten Tätigkeit die Diskussion um eine effektivere internationale Menschenrechtsarbeit und Menschenrechtspolitik anregen. Mehr

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Anders Mertzlufft
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