Taiwan
Schaut auf diese Insel

Letzten Sonntag wurde in Taiwan gewählt, und knapp eine Woche nach der Wahl bleibt Chinas Reaktion noch sehr verhalten, analysiert unser Experte Armin Reinartz
Taiwan elections
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Letzten Sonntag haben sich die Bürgerinnen und Bürger Taiwans mit großer Mehrheit für Präsidentin Tsai Ing-wen entschieden. Auf Taiwan finden die einzigen freien, demokratischen Wahlen in der chinesischsprachigen Welt statt und widerlegen die Propaganda der Partei in Peking, dass nur ihr Weg der einzig mögliche für den chinesischen Kulturraum sein kann.

Unser Leiter des Global Innovation Hubs in Hong Kong, Armin Reinartz, hat die Wahlnacht vor Ort in der Hauptstadt Taipeh beobachtet und ordnet die Ereignisse diese Woche und die bisherige verhaltene Reaktion Chinas ein.

Tsai steht nicht nur vor einer zweiten Amtszeit, sondern kann mit einer stabilen Mehrheit ihrer liberalen Demokratischen Fortschrittspartei ihre Vorhaben angehen. Sie hat in ihrer ersten Amtszeit u.a. die Ehe für alle eingeführt und ein deutliches Zeichen für eine moderne, liberale Gesellschaft gesetzt. Das gibt es nirgendwo sonst in Asien. Ihre Herausforderungen sind groß. Sie hat angekündigt, die Menschen auf Taiwan und ihre freie Gesellschaft und Demokratie gegen Bedrohung von außen zu Verteidigen. Die Partei in Peking hatte letztes Jahr angekündigt, eine Vereinigung notfalls mit Gewalt herbeizuführen und strebt ein Modell wie in Hong Kong an. Das wird in Taiwan abgelehnt.

International wird die Wahl Tsais begrüßt. Der amerikanische Außenminister gratulierte der Präsidentin. In Deutschland scheint bei vielen die Solidarität mit einer der wenigen standhaften Demokratien mit der Angst von den Machthabern in Peking zu konkurrieren.

 

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Daniela Oberstein, Pressereferentin und stellv. Pressesprecherin Ausland
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