Superheldin
Helene Lange: Die unerschrockene Kämpferin für Frauenbildung

Superheldinnen der Geschichte
Helene Lange
Helene Lange © TroNa GmbH

Ihr ist es zu verdanken, dass 1896 erstmals sechs Frauen in Berlin das Abitur ablegen durften – ihr ganzes Dasein widmete sie dem Kampf für die Rechte der Frau. Kurzum: Helene Lange war eine wahre Superheldin. Alles, was du alles über sie wissen musst:

Wer ist diese Frau?

Helene Lange (1848-1930) war eine deutsche Frauenrechtlerin, Pädagogin und Politikerin.  
 

Warum ist sie eine Superheldin?


Sie kämpft um die Verbesserung der Mädchen- und Lehrerinnenbildung in Preußen. Deutschlandweit bekannt wird sie als Verfasserin der „Gelben Broschüre“ (1887), einer Begleitschrift zu einer Petition an das Preußische Unterrichtsministerium und das Preußische Abgeordnetenhaus, in der sie mit scharfen Worten die Mädchenbildung kritisiert.

Was Lange so stört? Bürgerliche Mädchen werden damals vor allem auf ein müßiges Leben als Ehefrau vorbereitet. Da allerdings immer mehr von ihnen selbst für ihren Lebensunterhalt sorgen müssen, und darauf mehr als schlecht auf den höheren Töchterschulen vorbereitet werden, krankt dieses System. Ein Umstand, den Lange heftig ankreidet.

Im Jahr 1890 gründet sie den „Allgemeinen deutschen Lehrerinnenverein“ (ADLV), drei Jahre später dann die Zeitschrift „Die Frau – Monatsschrift für das gesamte Frauenleben“, ein Kommunikationsblatt der bürgerlichen Frauenbewegung, das erfolgreich bis 1944 erscheint. Ihr Einsatz führt auch dazu, dass 1896 erstmals sechs Frauen das Abitur in Berlin ablegen können.

Als es 1908 ein von der Frauenbewegung errungenes neues Gesetz endlich erlaubt, Mitglied einer politischen Partei zu werden, tritt Lange der „Liberalen Freisinnigen Vereinigung“ bei. Nachdem 1919 das Wahlrecht für Frauen eingeführt wird, eröffnet sie als Alterspräsidentin die erste Hamburger Bürgerschaft.

Bis zu ihrem Tod im Jahr 1930 bleibt Helene Lange publizistisch tätig, auch wenn sie sich schon länger aus der Öffentlichkeit verabschiedet hat und ihre letzten Lebensjahre zurückgezogen mit ihrer (politischen) Gefährtin Gertrud Bäumer in Berlin wohnt. Ihre Beerdigung auf dem Charlottenburger Friedhof, wo noch heute ihr Ehrengrab zu finden ist, gleicht einem Staatsbegräbnis.

Okay, und woher kommt sie?


Helene Lange wächst in einem mittelständischen Oldenburger Elternhaus auf und genießt eine für damalige Zeiten recht liberale Erziehung. Doch schon mit 16 Jahren wird sie Vollwaise und ist vollkommen auf sich alleine gestellt.

Als sie ein Jahr als „Pensionstochter“ im Haus eines Pfarrers im süddeutschen Eningen unter Achalm verbringt, erlebt sie erstmals am eigenen Leib, dass Frauen im Vergleich zu Männern als weniger gebildet gelten und zu gehorchen hatten. Ein Umstand, den sie unbedingt ändern will. Ihre Zeit im Pfarrhaus gilt als ihre Geburtsstunde als Frauenrechtlerin. Es wächst in ihr der Wunsch, Lehrerin zu werden, um sich aktiv für die Mädchenbildung einsetzen zu können. Ein Wunsch, der ihr zunächst von ihrem Vormund verwehrt wird. Erst mit 23 Jahren kann sie mit Hilfe ihres kleinen Erbes nach Berlin ziehen, widmet sich autodidaktisch der Vorbereitung auf die Lehrerinnenprüfung und legt sie ein Jahr später erfolgreich ab.

Gut zu wissen:


Ihr ganzes Dasein widmet Helene Lange dem Kampf für die Rechte der Frau. Ihr eigenes Leben stellte sie dafür hinten an: Es heißt, sie habe nie auch nur einen einzigen Brief aufbewahrt, Privates hielt sie für wenig interessant. Deshalb finden persönliche Emotionen und Erlebnisse auch kaum Platz in ihren Lebenserinnerungen von 1921.

Was bedeutet ihr Engagement heute für uns?


Dass Frauen heute – genau wie Männer – alles studieren und jeden beliebigen Beruf ergreifen können, haben wir zu großen Teilen Helene Lange zu verdanken.

Das können wir von ihr lernen:


Es lohnt sich, für seine Interessen und Träume zu kämpfen.

Ihr bestes Zitat:


„Wenn das Endziel der Frauenbewegung einmal erreicht ist, so wird es kein führendes Geschlecht mehr geben, sondern nur noch führende Persönlichkeiten.“